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Kolumne

Schweizer Spitzengoalies und Lindner

Yann Sommer, Roman Bürki, Marwin Hitz, Yvon Mvogo und Gregor Kobel: Fünf Schweizer Torhüter im Dienste von Vereinen der 1. Bundesliga – das hat es noch nie gegeben! Neben den deutschen Torhütern gibt es aus keinem Land mehr Goalies in der Bundesliga als aus der Schweiz.
René Bühler
René Bühler (Bild: Benjamin Manser)

René Bühler (Bild: Benjamin Manser)

Wenn man bedenkt, dass mit Jonas Omlin vom FC Basel und David von Ballmoos von den Young Boys nochmals zwei Schweizer Torhüter problemlos auch in der Nationalmannschaft auflaufen könnten, grenzt das schon fast an ein Schweizer Fussballwunder.

Junge Schweizer Torhüter übernehmen Verantwortung, sie drängen mit viel Ehrgeiz und für Schweizer Verhältnisse schon überdurchschnittlichem Selbstvertrauen an die Spitze. Das Leben eines Goalies zwischen «Himmel und Hölle» scheint unsere Torhütergeneration jedenfalls anzustacheln.

Lopar sollte bei Barnettas Abschiedsspiel dabei sein

Daniel Lopar hat kein Spiel in der A-Nationalmannschaft absolviert, trotzdem hat er eine tolle Karriere gemacht. Kein St. Galler Anhänger wird sich an einen Spieler erinnern, der dem Club
13 Saisons in Folge die Treue gehalten hat. Trotz seines erst wenige Stunden vor dem letzten Saisonheimspiel angekündigten Wechsels und der grossen Verabschiedung von Tranquillo Barnetta gelang es dem FC St. Gallen, auch seinen langjährigen Goalie gebührend zu ehren. Schön wäre es auch, wenn er beim versprochenen Abschiedsspiel von Barnetta dabei sein könnte, selbst wenn er bald auf der anderen Seite der Erdkugel spielen wird. Die Karriere von Lopar bleibt auch ohne Länderspieleinsätze in bester Erinnerung, auch wenn sie nicht so glanzvoll und erfolgreich war wie jene des letzten ganz grossen St. Galler Torhüters Jörg Stiel. An Lopar wird man sich gerne erinnern. Es muss nicht immer Show und Klamauk sein. Es wird wohl Dekaden dauern, bis ein nächster Ostschweizer Fussballer eine solch lange Karriere beim FC St. Gallen vorweisen kann.

Lindner, der «Deeskalations-Fussballer» des Jahres

Ab und zu schmunzelt man etwas über den österreichischen Fussball und die Diskrepanz zwischen Leistungen und Erwartungen. Positiv überrascht hat in der vergangenen Saison allerdings Österreichs Nationalgoalie Heinz Lindner, der die Super League auf und neben dem Platz mitgeprägt hat. Er war oft der einsame, an den Gegentoren meist unschuldige Torhüter, ohne den die Grasshoppers schon zur Winterpause distanziert gewesen wären. Vor allem hat man ihn aber auch kennen gelernt als den ruhenden Pol im Chaos des Schweizer Rekordmeisters. Würde es eine Auszeichnung für den «Deeskalations-Fussballer des Jahres» geben, wäre ihm diese Auszeichnung sicher. Er hat viel dazu beigetragen, dass seinem Team, welches in der Rückrunde mehr Spielabbrüche als Siege aufweist, nicht noch Schlimmeres widerfahren ist.

Die Torhüter von heute sind jedenfalls nicht mehr die «Spinner» von früher, als welche man sie gerne mit den «linken Flügeln» bezeichnet hat. Woher dieses Vorurteil allerdings kam, kann niemand erklären. Wenn man sich aber so ein wenig zurückerinnert, lässt einem der Gedanke nicht los, dass es früher schon ein paar verrückte Torhüter mehr gab als heute.

Unser Kolumnist
Unter der Rubrik «Querdenker» wirft René Bühler in unregelmässigen Abständen einen Blick auf das Sportgeschehen. Bühler ist Ehrenpräsident des FC Fortuna St.Gallen, Gründer des Hallenturniers Regiomasters und Herausgeber des Buches «Fussballjahre». (red)

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