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Fanherz, was willst Du mehr? Oder völlig übertrieben? Ein Pro und Contra zum frühen Start der Super League

Nur sechs Tage nach dem WM-Final beginnt am kommenden Wochenende in der Schweiz die neue Saison. Freuen wir uns schon wieder auf Fussball? Oder bringt der frühe Saisonstart nur Nachteile mit sich?
Wird der FC St.Gallen bezüglich Zuschauerzahlen vom sommerlichen Wetter profitieren? Oder bleiben die Ränge wegen der Ferien zu einem grossen Teil leer? (Bilder: Benjamin Manser)

Wird der FC St.Gallen bezüglich Zuschauerzahlen vom sommerlichen Wetter profitieren? Oder bleiben die Ränge wegen der Ferien zu einem grossen Teil leer? (Bilder: Benjamin Manser)

Pro

Patricia Loher, Leiterin Sport

Patricia Loher, Leiterin Sport

Die Schweizer Fussballanhänger dürfen sich glücklich schätzen. In der Super League beginnt schon am nächsten Wochenende wieder die Saison. Es gibt also keine Verschnaufpause nach vier Wochen WM-Fussball. Und das ist gut so. Im Gegensatz zu den Deutschen, die noch bis zum 24. August auf den Bundesligastart warten müssen, können wir Schweizer dank der Meisterschaft vergessen, dass die Nationalmannschaft in Russland im entscheidenden Moment enttäuscht hat.

Endlich dürfen wir das TV-Gerät zur Seite stellen. Niemand wird uns mehr dauernd in den Ohren liegen mit Informationen, die die Welt nicht braucht. Wir sind so schnell wie nur möglich wieder mittendrin statt nur dabei. Nichts wird zensuriert, nichts wird gefiltert. Vier Wochen der sterilen Fifa-WM-Bilder sind genug. Wir lechzen danach, die Leidenschaft in den Stadien wieder spüren zu dürfen. Wir brauchen keine Pause.

Es wird uns nicht mehr das schlechte Gewissen plagen, weil wir uns trotz des prächtigen Sommerwetters genüsslich auf dem Sofa vor dem Fernseher ausbreiten. Weil nun bereits die Saison beginnt, müssen wir noch lange nicht an Winterjacken, Mützen und Heizsocken denken. Selbst die Abende werden angenehm genug sein, um nach dem Spiel unter freiem Himmel noch ein bisschen zusammenzusitzen. Fanherz, was willst du mehr?

Der frühe Saisonbeginn hat auch sportliche Vorteile. Wenn der FC St.Gallen voraussichtlich gegen die Norweger von Sarpsborg die zweite Runde der Europa-League-Qualifikation bestreitet, hat er bereits ein beziehungsweise zwei Meisterschaftsspiele in den Beinen. St.Gallen wird dank des frühen Saisonstarts im Wettkampfmodus sein – ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt.


Contra

Christian Brägger, Sportredaktor

Christian Brägger, Sportredaktor

Papperlapapp. Es gibt zig Punkte, die gegen diesen viel zu frühen Start der Super League sprechen. Punkt 1: Nur eine Gurkenliga wie jene der Schweizer startet sechs Tage und so kurz nach der WM in die Spielzeit. Es ist eine Fussball-Sättigung erreicht, der Anhänger braucht jetzt Pause! Um dann Mitte August, wie die Spieler, mit vollem Tank in die Saison zu gehen. Der Beweis: Nicht einmal ein Testgegner wie Brighton zieht die Leute an.

Punkt 2: Dem FC St.Gallen gehen an den Wochenenden bis Mitte August viele Anhänger verloren. Wer kommt schon freiwillig ans erste Heimspiel gegen Sion in die Gluthitze des Kybunparks, wenn er gleichzeitig um 16 Uhr am See die Seele baumeln lassen kann? Und vor allem: Wer ist dann überhaupt in der Region und nicht irgendwo in den Ferien am Meer?

Punkt 3: Infolge des frühen Starts sind die Testspielgegner des FC St.Gallen bescheiden und mit einer Ausnahme keine Gradmesser. Die grossen Clubs, die normal die Saison beginnen, nehmen erst Fahrt auf und kommen für Freundschaftsspiele schon gar nicht in Frage.

Punkt 4 und nicht zu unterschätzen: Die völlige Überhitzung des Transfermarkts. Der FC St.Gallen hat das Gefühl, er müsse im Frühsommer bei jeder Gelegenheit und vor allen anderen Clubs zugreifen – aktuell stehen 31 Profis im Kader. Dafür sind die Ostschweizer blockiert, wenn hintere Vereine der grossen Ligen später ihre Spieler loswerden wollen. Umgekehrt funktioniert es ebenfalls nicht, und es ist die Frage, die St.Gallen umtreibt: Wie will es die Akteure noch wegbringen, die es schon jetzt nicht mehr brauchen kann?

Der frühe Saisonstart bringt nur Nachteile. Dafür haben wir eine lange Winterpause. Wow!

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