FCSG-Trainer Zeidler zum Saisonschluss-Gerangel um die Europa League: «Auf den 3. Platz dürfen wir nicht mehr spekulieren»

Der FC St.Gallen strebt am Samstag einen Sieg gegen den FC Zürich an. Für Platz drei, der drei Millionen Franken einbringen würde, müsste einiges zusammen kommen.

Ralf Streule
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Peter Zeidler will den Fokus auf die eigene Leistung legen. (Bild: Bild:KEY)

Peter Zeidler will den Fokus auf die eigene Leistung legen. (Bild: Bild:KEY)

Mit dem Cupfinal vor 50 Jahren kann die Affiche vom Samstag in Zürich definitiv nicht mithalten. Und dennoch: Für den FC St.Gallen geht es ab 19 Uhr im Letzigrund um viel, aus finanzieller Sicht sogar um sehr viel. Mit einem Sieg beim FC Zürich würden die St.Galler ihren Teil dazu beitragen, vielleicht doch noch auf den dritten Platz klettern zu können. Dieser ist in diesem Jahr besonders lukrativ: Er bedeutet den direkten Einzug in die Gruppenphase der Europa League und würde drei Millionen aufs Konto spülen. Wollen es die St.Galler schaffen, müssten aber gleichzeitig Luzern (gegen die Young Boys) und Lugano (gegen die Grasshoppers) Punkte abgeben. «Auf den dritten Platz dürfen wir nicht mehr spekulieren», sagt deshalb Trainer Peter Zeidler. Einen Sieg gegen den formschwachen FC Zürich streben die Ostschweizer aber dennoch an. Damit würden sie sich mindestens den fünften Platz sichern – und damit die Teilnahme an der zweiten Qualifikationsrunde zur Europa-League. Und auf europäische Spiele würde man, so machte Zeidler am Freitag an der Pressekonferenz klar, mehr Gewicht legen als noch vor einem Jahr, als man schon an der ersten Hürde Sarpsborg scheiterte.

Keine Abschiedsvorstellung für Daniel Lopar

Doch wie bereit ist der FC St.Gallen überhaupt, die letzte Super-League-Hürde der Saison zu nehmen, dies nach dem emotionalen Saisonhöhepunkt am Mittwoch beim Sieg gegen die Young Boys? Die Gefahr, dass zu viel Energie verpufft sein könnte, bestehe nicht, sagt Zeidler. Das Bild vom Bier trinkenden Tranquillo Barnetta nach Spielschluss wollte er denn auch, mit einem Augenzwinkern, zurechtrücken. Jenes Bier sei das einzige geblieben. Sicher ist: Zeidler wird in Zürich das gesamte Kader zur Verfügung stehen, mit Ausnahme des Langzeitverletzten Alain Wiss und von Nicolas Lüchinger, der einen Eingriff am Knie hinter sich hat. Was Zeidler schon verriet: Auch wenn Daniel Lopar zum letzten Mal im Kader des FC St.Gallen stehen wird, wird der Trainer im Tor auf Dejan Stojanovic setzen.

Während in der Super League heute also die letzten Entscheidungen fallen, laufen die Kaderplanungen in den Clubs auf Hochtouren. Offen scheint beim FC St.Gallen weiterhin die Zukunft von Andreas Wittwer und Milan Vilotic. Neuigkeiten gibt es dafür in Sachen Talentnachzug. Gestern hat der FC St.Gallen drei Nachwuchsspieler für die kommende Saison an die erste Mannschaft gebunden. So den 19-jährigen Tim Staubli und den 17-jährigen Fabio Solimando. Beide waren schon in Testspielen mit von der Partie und schnupperten in der Vorbereitung Profiluft bei Trainer Zeidler. Zudem hat Stürmer Angelo Campos, der bereits drei Super-League-Einsätze hinter sich hat, einen Vertrag bis 2022 unterschrieben.