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RÜCKSCHLAG: Zu mutlos gegen leidenschaftliche Luzerner

Die erste Saisonniederlage im dritten Spiel: Der FC St.Gallen unterliegt dem FC Luzern mit 0:2. Dabei wirken die Ostschweizer weit harmloser als drei Tage zuvor gegen Sion.
Ralf Streule
Ein Bild mit Symbolcharakter: Cedric Itten setzt sich gegen Stjepan Kukuruzovic und Karim Haggui durch. (Bild: Ralph Ribi)

Ein Bild mit Symbolcharakter: Cedric Itten setzt sich gegen Stjepan Kukuruzovic und Karim Haggui durch. (Bild: Ralph Ribi)

Ralf Streule

In der Nachspielzeit kam sie doch noch, die Grosschance für den FC St.Gallen. 90 Minuten lang war kaum eine Möglichkeit zu ­notieren gewesen – mit Ausnahme vielleicht eines Distanzversuchs von Tranquillo Barnetta in der 51. Minute. Nun aber gab es diesen Lattentreffer von Albian Ajeti. Doch auch wenn der Ball im Tor gelandet wäre, an der St.Galler Niederlage gegen den FC Luzern hätte es wohl nichts mehr geändert. Kurz zuvor hatten die Ostschweizer nämlich das 0:2 hinnehmen müssen, ein Konter war es gewesen, nach schwach getretenem St.Galler Freistoss. Ein symptomatischer Moment in einem Spiel, in dem die Luzerner vieles geschickter, eleganter und konsequenter angegangen waren. Und auch wenn wohl beide Tore aus Offsidepositionen fielen: Verdient war der Sieg der Zentralschweizer allemal.

Daniel Lopar: Note 4,5. Ohne ihn wäre St.Gallen zur Pause deutlicher als nur 0:1 im Rückstand gelegen. Glanzparade in der 25. Minute gegen Rodriguez. (Bild: pd)
Philippe Koch: Note 3,5. Noch fehlte dem Neuzugang die Bindung zum Team, was sich in Unsicherheiten spiegelte. (Bild: pd)
Alain Wiss: Note 3,5. Grundsätzlich solid, wäre da nicht das 0:1 nach einem Freistoss, der sekundenlang in der Luft war. (Bild: pd)
Karim Haggui: Note 3,5. Er dirigierte zwar die Abwehr, insgesamt aber wirkte die Viererkette um Haggui anfälliger als auch schon. (Bild: pd)
Andreas Wittwer: Note 3,5. Wie immer: Ein Verteidiger mit einem grossen Kämpferherzen. Doch das allein reichte gestern nicht. (Bild: pd)
Peter Tschernegg: Note 4. Mit der einen oder anderen guten Balleroberung. Aber nicht mehr so präsent wie noch gegen Sion. (Bild: Ralph Ribi)
Stjepan Kukuruzovic: Note 4. Offensiv gelang dem Neuzugang nach der Pause eine Steigerung. Aber mit vielen Fehlzuspielen. (Bild: pd)
Danijel Aleksic: Note 3. Dem eigentlich spielstarken Serben gelang auf rechts kaum etwas. Stand vor dem 0:1 zu weit weg vom späteren Torschützen Yannick Schmid. Wurde ausgewechselt. (Bild: pd)
Tranquillo Barnetta: Note 3,5. Er versuchte, das Zepter in die Hand zu nehmen. Doch die Fehlpassquote war viel zu hoch. (Bild: pd)
Marco Aratore: Note 4. Der Matchwinner des Sion-Spiels tat einiges, er flankte, er schoss, aber oft zu unpräzis. (Bild: pd)
Nassim Ben Khalifa: Note 3,5. Der Romand verrichtete zu Beginn Defensivarbeit. Offensiv ohne Unterstützung harmlos. (Bild: pd)
Yannis Tafer: Note 3. Nach seiner Einwechslung in der 55. Minute für Aleksic zwar laufstark, aber ohne auffällige Aktion. (Bild: pd)
Albian Ajeti: Note 4. Brachte nach seiner Einwechslung etwas Schwung, traf kurz vor Schluss die Latte. (Bild: pd)
Roman Buess: Keine Note. Er kam in der 72. Minute. Das war zu wenig Zeit für eine Bewertung. (Bild: pd)
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Die Spielernoten nach FCSG - Luzern

Luzern mit mehr Engagement als Sitten zuvor

Nach dem 2:0-Sieg gegen Sion am Sonntag hatte man aus Sicht der Ostschweizer von einem soliden, sicheren Auftritt gesprochen, von Ruhe, Geduld. Die Bestätigung ist den St.Gallen nicht gelungen, auch, weil sie «mutlos» auftraten, wie Giorgio Contini am Ende konstatierte. Aber auch, weil die Zentralschweizer schlicht der bessere Gegner waren als die lustlosen Sittener drei Tage zuvor. Sie standen von Beginn weg hoch, hatten mit Cedric Itten und dem Nordkoreaner Jong Gefahrenherde in der Offensive – und behielten im Mittelfeld dank herzhaftem Engagement die Überhand, zumindest in der ersten Halbzeit. Dabei schienen die Spielanlagen der beiden Teams ähnlich zu sein. Mit Ruhe und Beharrlichkeit, mit stetem Pressing und überlegtem Aufbau wollte man zum Erfolg kommen. Den Zentralschweizern gelang dies besser, weil sie genauer, schneller und variantenreicher spielten. Sehr überraschend fiel deshalb das Gegentor in der 41. Minute nicht – auch nicht in seiner Entstehung. Freistösse von Francisco Rodriguez hatten schon zuvor mehrmals Gefahr ­gebracht – diesmal konnte Goalie Daniel Lopar nichts gegen den Kopfball von Yannick Schmid ausrichten.

St.Gallens Nassim Ben Kalifa am Ball. (Bild: Ralph Ribi)
Tranquillo Barnetta versucht gegen drei Luzerner durchzukommen. (Bild: Ralph Ribi)
St.Gallens Stjepan Kukuruzovic versucht vor dem Luzerner an den Ball zu kommen. (Bild: Ralph Ribi)
St.Gallens Andreas Wittwer kommt gegen Francisco Rodiguez nicht an den Ball. (Bild: Ralph Ribi)
Albian Ajeti trifft in der Nachspielzeit noch die Latte. (Bild: Ralph Ribi)
Luzerns Cedric Itten kann sich gegen die Espen Stjepan Kukuruzovic und Karim Haggui durchsetzten. (Bild: Ralph Ribi)
Der St.Galler Marco Aratore im Zweikampf mit Olivier Custodio. (Bild: Ralph Ribi)
Tranquillo Barnettas Gesichtsausdruck ist Sinnbild für die Partie gegen Luzern. (Bild: Ralph Ribi)
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St.Gallen mit erster Heimniederlage gegen Luzern

Gegen Ende wird der FC St.Gallen kreativer

Eine kleine Steigerung aus Sicht des FC St.Gallen war nach der Pause und vor allem gegen Ende der Partie auszumachen. Die Angriffsversuche der Ostschweizer wurden kreativer – wenn auch lange Zeit nicht erfolgversprechender. Contini hatte nach einer Stunde versucht, mit Wechseln in der Offensive neuen Wind zu bringen. Für den wenig wirkungsvollen Barnetta war Ajeti gekommen, für den zurückhaltenden Danijel Aleksic kam Yannis Tafer. Und Nassim Ben Khalifa wurde am Ende durch Roman Buess ersetzt. Ändern konnten die drei nichts – auch, weil der FC Luzern defensiv sehr routiniert auftrat. Und weil der FC St.Gallen im Spiel nach vorne doch immer wieder zu ungenau agierte.

Die Saisonkurzbilanz könnte nach drei Spielen ausgeglichener nicht sein: ein ansprechender Beginn und ein Punkt in Lausanne, ein überzeugender Auftritt gegen Sion, ein ungenügender gegen Luzern. Man werde nun nicht den Kopf hängen lassen, sagte Con­tini am Ende – schliesslich habe man nach dem Sion-Spiel auch nicht laut gejubelt. Weiterarbeiten, heisse die Devise. Ansätze gibt es nach dem gestrigen Abend einige.

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