Heimspiel
St.Gallen und die Platzverweise – Trainer Peter Zeidler sagt: «Ob das mit unserer Spielweise zusammenhängt? Ganz klares Nein»

Am Samstagabend empfängt der FC St.Gallen den starken FC Lugano. An der Pressekonferenz vor dem Spiel geht es um Rückkehrer, Stürmer und gelbe und rote Karten.

Renato Schatz
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Peter Zeidler hat gegen Lugano wieder mehr Personal zur Verfügung als bei der Niederlage gegen die Grasshoppers.

Peter Zeidler hat gegen Lugano wieder mehr Personal zur Verfügung als bei der Niederlage gegen die Grasshoppers.

Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

Je mehr Frau Holle ihr Bett ausschüttelt, desto mehr Schnee fällt. Das besagt eine Geschichte der Gebrüder Grimm. Es scheint, als schüttle Frau Holle ihr Bett seit Tagen aus. Denn es schneit unentwegt. So sehr, dass das ursprünglich für Freitagabend angesetzte Challenge-League-Spiel zwischen dem SC Kriens und dem FC Aarau abgesagt werden musste. Die Partie im Krienser Kleinfeld wird nun voraussichtlich am Dienstag nachgeholt. Drohen auch in der Super League Absagen?

Der Rasen im Kybunpark ist grün

«Der FC St.Gallen spielt am Samstagabend», sagte Trainer Peter Zeidler an der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den FC Lugano, das um 20 Uhr 30 angepfiffen werden soll. Der Rasen sei grün, Jugendspieler und Mitarbeiter hätten ihn freigeschaufelt, führte der Deutsche aus. David Gadze, der Mediensprecher des Klubs, sagte: «Wenn es nochmals schneit, wird nochmals geschaufelt.» Man gehe davon aus, dass das Spiel über die Bühne gehen könne.

Zeidler kann am Samstag auf Leonidas Stergiou zurückgreifen. Letztmals zum Einsatz kam der Innenverteidiger beim 2:5 gegen die Grasshoppers Anfang Oktober. Seither pausierte er wegen einer Entzündung am Fuss. Diese ist nun abgeklungen. Die Chancen stehen deshalb gut, dass der 19-Jährige gegen Lugano sein 86. Spiel in der Super League bestreiten wird. Er gehört jedenfalls zum Kader, «das steht fest», sagte Zeidler.

Zurückkehren werden auch Alessio Besio und Isaac Schmidt. Die beiden verpassten die 0:4-Niederlage vergangenen Sonntag gegen GC, Besio krankheitsbedingt. Inzwischen trainieren sie wieder mit der Mannschaft. Zeidler hat damit wieder mehr Optionen.

Der Schneesturm, der derzeit über die Schweiz hinwegfegt, hat keinen Namen. Genauso wenig wie der Sturm, auf den Zeidler setzen wird. Zuletzt begannen jeweils Kwadwo Duah und Thody Élie Youan. Und am Samstag? Zeidler liess sich diesbezüglich noch nicht in die Karten blicken.

Der FC St.Gallen und die Platzverweise

Karten sind ein gutes Stichwort. Solche sammelte der FC St.Gallen in dieser Saison viele, vor allem rote, fünf an der Zahl. Nach 16 Spielen. Das sind mit Abstand die meisten Platzverweise in der Super League. «Ob das mit unserer Spielweise zusammenhängt? Ganz klares Nein», sagte Zeidler. Und verwies auf die Foulstatistik, die besagt, dass nur der FC Basel in dieser Spielzeit weniger Fouls beging als St.Gallen. Zeidler erklärte, dass Foulspiele schädlich seien für die Pressingsituationen, die der FC St.Gallen doch eigentlich provozieren will. Denn wird das Spiel unterbrochen, hat der Gegner genug Zeit, zu sich und zur Position zu finden. «Foul bricht Pressing», fasste Zeidler zusammen.

Wegen diesen Karten muss Zeidler auf den rotgesperrten Basil Stillhart verzichten. Der Allrounder flog gegen den Grasshopper Club bereits nach 18 Minuten vom Platz. Auch Jérémy Guillemenot fehlt gesperrt. Der 23-Jährige wurde am Sonntag zum vierten Mal verwarnt und ist deshalb nicht spielberechtigt gegen Lugano.

Ein Gegner, der dem FC St.Gallen nicht wirklich liegt, weil er in der vergangenen Saison nur einen Punkt gegen Lugano holte und kein einziges Tor schoss. In der dritten Runde der laufenden Spielzeit unterlagen die St.Galler 1:2 im Tessin. «Es ist jetzt nicht so wichtig, eine Erklärung dafür zu finden, weshalb es in der Vergangenheit nicht geklappt hat», sagte Zeidler. Die schlechten Resultate gegen Lugano sind also, nun ja, Schnee von gestern. Und der Schnee von morgen?

Die Matchbesucherinnen und -besucher dürften hoffen, dass Frau Holle gnädig ist. Rund elftausend Tickets sind bis Freitagmittag verkauft worden.

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