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PLEITE IN LUGANO: Nichts geht mehr beim FC St.Gallen

Die Ostschweizer halten in Lugano den negativen Kurs und verlieren 1:2. Der Auftritt ist blass und mit wenig Feuer, dennoch hält sich der Schaden nach der fünften Pleite im sechsten Spiel in Grenzen.
Christian Brägger
Carlinhos Junior im Zweikampf mit Silvan Hefti. (Bild: GABRIELE PUTZU (KEYSTONE/TI-PRESS))

Carlinhos Junior im Zweikampf mit Silvan Hefti. (Bild: GABRIELE PUTZU (KEYSTONE/TI-PRESS))

Nach dem Schlusspfiff im Cornaredo ist es beim FC St.Gallen wie zuletzt oft. Wieder hat er verloren, wieder hängen die Köpfe seiner Protagonisten. Doch diesmal fordern die mitgereisten Anhänger eine Aussprache, sie sind nach dem 1:2 ein weiteres Mal enttäuscht und bangen in der Schlussphase der Saison um deren Ertrag. Die Spieler leisten Folge, alles läuft sachlich ab, später sagt Alain Wiss: «Die Reaktion der Anhänger ist verständlich. Sie erwarten von uns, dass wir jetzt nochmals Vollgas geben.»

Jasper Van Der Werff im Kampf um den Ball. (Bild: Keystone)
Jonathan Sabbatini gelang in der 18. Minute das 1:0. (Bild: Keystone)
Jonathan Sabbatini feiert das Tor zum 1:0 für Lugano. (Bild: Keystone)
Dejan Stojanovic ärgert sich über den Rückstand. (Bild: Keystone)
Alain Wiss im Duell mit Marc Janko. (Bild: Keystone)
Der neue FCSG-Coach Boro Kuzmanovic dirigiert seine Mannschaft. (Bild: Keystone)
Alain Wiss im Kampf um den Ball gegen Vladimir Golemic. (Bild: Keystone)
Carlinhos Junior feiert das Tor zum 2:0 für Lugano. (Bild: Keystone)
Lugano-coach Guillermo Abascal ist mit einer Entscheidung des Schiedsrichter nicht einverstanden. (Bild: Keystone)
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St.Gallen verliert in Lugano


Genau diesen Vorwurf muss sich der FC St.Gallen in den 95 Minuten davor gefallen lassen: Nicht alles gegeben zu haben. Es fehlen Emotionen und Leidenschaft, sie kommen erst in der 93. Minute mit Marco Aratores Anschlusstreffer, der überdies die rote Karte für Luganos Fabio Daprelà nach sich zieht. Doch es ist zu spät. «Manchmal habe ich das Gefühl, einige von uns wissen nicht, worum es geht. Zudem reagieren wir oft erst dann, wenn wir nichts mehr zu verlieren haben», sagt Wiss.

Dejan Stojanovic: Note 4. Beim erste Gegentor machtlos, beim zweiten unglücklich. Zeichnet sich mehrmals aus, teilweise zögerlich beim Herauslaufen. (Bild: pd)
Silvan Hefti: Note 3,5. Ein durchzogener Auftritt, hat mehr zu beissen als auch schon. Nach vorne wäre mehr möglich. (Bild: pd)
Alain Wiss: Note 4. Der Abwehrchef scheut keine Zweikämpfe. Manchmal ungestüm und unsicher. (Bild: pd)
Jasper van der Werff: Note 4. Steht beim Gegentor nicht eng genug bei Sabbatini, ansonsten präsent. Verlässt er St. Gallen? (Bild: pd)
Andreas Wittwer: Note 3,5. Rückt in die Verteidigung. Hat öfters Mühe mit dem Tempo des Gegners. (Bild: pd)
Nzuzi Toko: Note 4. In der zweiten Halbzeit weitaus auffälliger, in der ersten sieht man den Captain nicht. (Bild: pd)
Runar Sigurjonsson: Note 4. Zwei Distanzschüsse, einer bringt Gefahr. Baut zunehmend ab, kämpferisch aber einwandfrei. (Bild: pd)
Yannis Tafer: Note 3. Sein letzter Einsatz von Beginn ist genau ein halbes Jahr her. Zeigt nicht, dass Contini hier falsch lag. (Bild: pd)
Nassim Ben Khalifa: Note 4,5. Sehr bemüht, technisch stark, der beste Offensivspieler. Gefährlich wird er aber nicht. (Bild: pd)
Marco Aratore: Note 4. Erzielt den Anschlusstreffer (93.) in der hitzigen Endphase. Links auf der Seite besser als rechts. (Bild: pd)
Cedric Itten: Note 3,5. Als einzige Sturmspitze isoliert. Vergibt eine gute Chance (30.). Nicht mehr so stark wie bei seiner Ankunft im Winter. (Bild: pd)
Peter Tschernegg: Note -. Kommt für Ben Khalifa (82.). Keine Note, dafür die Frage, weshalb Kuzmanovic erst zu diesem Zeitpunkt das Team verändert. (Bild: pd)
Danijel Aleksic: Note -. Kommt für Tafer (82.). Für eine Benotung reicht das nicht mehr (Bild: pd)
Stjepan Kukuruzovic: Note -. Kommt für Toko (89.). Natürlich gibt das keine Note mehr. (Bild: pd)
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Die Noten der FCSG-Spieler gegen Lugano



Dabei haben die St.Galler tatsächlich seit langem erstmals wieder etwas zu verlieren, etwas Positives dazu. Seit dem so ist, performen sie nicht mehr, scheinen wie gelähmt, bisweilen fehlt der Biss – auch beim abstiegsgefährdeten Lugano. Setzt der Druck so sehr zu? Hat unter der Woche der Rauswurf von Trainer Giorgio Contini vielleicht auch ein Weckruf sein sollen, so muss man sagen: Die Massnahme hat ihre Wirkung verpasst, selbst wenn sie, je mehr man in die Geschichte eintaucht, nachvollziehbar ist. Jedenfalls macht die Intervention von Sportchef Alain Sutter aus Boro Kuzmanovic einen temporären Cheftrainer, der in Lugano zu seinem Début kommt. Als erste Veränderung im St.Galler System wechselt der 55-Jährige von der Dreier- auf die Viererkette, und er schenkt Yannis Tafer einen Einsatz von Beginn; es ist der erste seit genau einem halben Jahr. Doch die Modifikationen greifen nicht, Lugano, die bis dahin schwächste Heimmannschaft der Liga, kontrolliert das Geschehen an diesem Sonntagnachmittag vor knapp 3500 Zuschauern über weite Teile der Partie. Vor allem in der ersten Halbzeit ist es viel besser. Nach einer schönen Kombination gehen die Tessiner in Führung, 18 Minuten sind gespielt, als Jonathan Sabbatini trifft, weil er nicht eng genug gedeckt wird.

Auf der anderen Seite werden die St.Galler bis zur Pause nicht gefährlich und stehen zu tief. In der zweiten Halbzeit wirken sie lange starr und würden frische Kräfte vertragen; Kuzmanovic aber wechselt erst in den letzten zehn Minuten, seine Antwort auf das Zögern ist schwierig zu entschlüsseln, weil Rhetorik und Deutsch nicht Schritt halten mit seinem unbestrittenen Fussballwissen. Letztlich sagt er in etwa: «Wir waren in einer guten Phase. Ich habe der Mannschaft vertraut, die auf dem Platz stand.» Just nach dem St.Galler Doppelwechsel erzielt der starke Carlinhos Junior das 2:0 – es ist die Entscheidung, worauf Präsident Matthias Hüppi später sagt: «Wir sind in der Findungsphase.»


Salzburgs Gebot für Jasper van der Werff

Die Niederlage im Tessin ist kein Beinbruch, weil auch Luzern am Tag davor verliert. Aber langsam kommt das Gefühl auf, dass nichts mehr geht im FC St.Gallen, die Luft draussen ist – ist es die Genügsamkeit? Kuzmanovic sagt, es warte noch viel Arbeit. Die wartet auch auf Sutter, bezüglich Trainersuche lässt er alle im Dunkeln, da bleibt er hart. Dafür bestätigt der Sportchef das konkrete Angebot von RB Salzburg für das Juwel Jasper van der Werff. «Über den Inhalt der Anfrage verrate ich nichts. Wir reden dann über Jasper, wenn es zum Übertritt kommt.» Auch hier bleibt Sutter bei seiner Linie.

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