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NIEDERLAGE: Kleine Nachlässigkeiten, grosse Auswirkungen

Nach fünf Spielen reisst die Siegesserie des FC St. Gallen. Die Ostschweizer fallen in Luzern nicht ab, geraten aber trotzdem innerhalb von 20 Minuten mit 0:3 in Rückstand. Am Ende unterliegen sie 1:3.
Patricia Loher
Danijel Aleksic und der FC St. Gallen verpassen es mit einem 1:3 in Luzern, den dritten Tabellenrang zu festigen. (Bild: KEYSTONE)

Danijel Aleksic und der FC St. Gallen verpassen es mit einem 1:3 in Luzern, den dritten Tabellenrang zu festigen. (Bild: KEYSTONE)

Es war für die St. Galler ein ungewohntes Gefühl, als sie sich von ihren Anhängern mit einer Niederlage im Gepäck verabschieden mussten. Fünfmal in Serie hatten die Ostschweizer zuvor gewonnen, doch das «kleine» Spitzenspiel in Luzern war schon schnell einmal entschieden gewesen. Nach 42 Minuten lagen die Gäste bereits mit 0:3 im Rückstand, am Ende verloren sie mit 1:3.

Dejan Stojanovic: Note 4. Bleibt beim Penalty ohne Chance. Auch an den zwei weiteren Gegentoren trifft ihn keine Schuld. (Bild: pd)
Silvan Hefti: Note 3,5. Es gelingt ihm nicht, an die zuletzt starken Leistungen anzuknüpfen. Verliert vor allem in der Start- phase zeitweise den Überblick. (Bild: pd)
Alain Wiss: Note 3,5. Agiert zu Beginn ungewohnt zögerlich, steigert sich aber in der zweiten Halbzeit. (Bild: pd)
Yrondu Musavu-King: Note 3. Kann Jasper van der Werff nicht vergessen machen. Zu unsicher und mit vielen Abspielfehlern. (Bild: pd)
Runar Sigurjonsson: Note 3,5. Eine durchschnittliche Leistung. In der ersten Hälfte unterstützt er die Abwehr zu wenig. (Bild: pd)
Marco Aratore: Note 4. Wie immer unermüdlich. Seine Flanke steht am Ursprung des einzigen St. Galler Tores. (Bild: pd)
Nzuzi Toko: Note 4. Verschuldet den Penalty, ist aber St. Gallens bester Zweikämpfer. In der 90. Minute gelingt ihm das 1:3. (Bild: pd)
Danijel Aleksic: Note 3,5. Fällt mit guten Freistössen auf. Aus dem Spiel aber müsste von einem wie ihm mehr kommen. (Bild: pd)
Andreas Wittwer: Note 3,5. Sehr engagiert und immer anspielbar. Dem Berner unterlaufen aber mehr Fehler als sonst. (Bild: pd)
Nassim Ben Khalifa: Note 4. Das Spiel würde wohl anders laufen, verwertete er seine Kopfballchance in der Startphase. Gehört zu den auffälligeren St. Gallern. (Bild: pd)
Cedric Itten: Note 3,5. Dem Basler unterlaufen für einmal viele Fehlzuspiele. Er findet gegen seine ehemaligen Teamkollegen nur schwer in die Partie. (Bild: pd)
Roman Buess: Note 3,5. Kommt für Itten (63.) und erspielt sich gleich zwei gute Chancen. Bleibt aber glücklos. (Bild: pd)
Peter Tschernegg: Note 3,5. Kommt in der 63. Minute für Aleksic, schafft es aber nicht, in dieser Zeit aufzufallen. (Bild: pd)
Dennis Vanin: Note -. Elfminütiges Super-League-Début. Zu kurz, um es zu benoten. (Bild: pd)
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Die Noten der FCSG-Spieler im Auswärtsspiel gegen den FC Luzern



Dabei waren die Ostschweizer keineswegs das schlechtere Team. Das Schlussresultat spiegelt das Geschehen dieses Nachmittags nur unzureichend. Die Mannschaft von Trainer Giorgio Contini wurde aber dafür bestraft, dass sie in den wirklich wichtigen Momenten weniger kompromisslos zu Werke ging als in früheren Spielen. Und dass sie schlechter organisiert auftrat als noch zuletzt. Zudem überliessen die St. Galler dem Zentralschweizer Topskorer Tomi Juric viel zu viele Freiheiten. All diese kleinen Mängel reichten, um dem formstarken Gegner ins Messer zu laufen. Als den Gästen die Missgeschicke passierten, waren die Luzerner bereit: In der 19. Minute bekam St. Gallens Abwehr Juric nicht in den Griff. Captain Toko wusste sich nur noch mit einem Foul zu helfen, am Ende war Goalie Dejan Stojanovic gegen den Foulpenalty des Australiers machtlos.

Yrondu Musavu-King gegen Francisco Rodriguez. (Bild: Keystone)
Die Luzerner feiern das 1:0 nach dem Penalty Tor von Tomi Juric. (Bild: Keystone)
Die Luzerner feiern das 1:0 beim Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Luzern und dem FC St Gallen. (Bild: Keystone)
Hekuran Kryeziu gegen Danijel Aleksic und Nassim Ben Khalifa. (Bild: Keystone)
Die St Galler Danijel Aleksic und Cedric Itten hatten in Luzern wenig zu lachen. (Bild: Keystone)
Cedric Itten und Alain Wiss bei einer gefährlichen Strafraumszene. (Bild: Keystone)
Torhüter Jonas Omlin gegen den St Galler Cedric Itten. (Bild: Keystone)
Francisco Rodriguez im Zweikampf mit Nzuzi Toko. (Bild: Keystone)
Tomi Juric setzt sich gegen Yrondu Musavu-King durch. (Bild: Keystone)
Yrondu Musavu-King wehrt sich gegen Ruben Vargas. (Bild: Keystone)
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Der FCSG verliert in Luzern



So nahm das Unheil für die St. Galler seinen Lauf. Aus den nächsten zwei Chancen gelangen den unterdessen berauschten Zentralschweizern zwei Tore. In der 29. Minute scheiterte Juric vorerst an St. Gallens Verteidiger Silvan Hefti, ehe die Ostschweizer gegen die blitzschnelle Reaktion von Christian Schneuwly chancenlos blieben. In der 42. Minute bereitete Claudio Lustenberger über die linke Seite perfekt vor, Ruben Vargas traf zum 3:0. St. Gallen wurde durchgeschüttelt, ohne wirklich abzufallen. Trainer Contini sagte hinterher: «Wir haben die Zweikämpfe nicht sauber bestritten. Das ist der Grund, weshalb Luzern gewonnen hat. Der Sieg geht in Ordnung.»

Im Vergleich zu den siegreichen Partien der vergangenen Wochen traten die St. Galler aber nicht bloss in den Zweikämpfen fahrlässiger auf. Im Spielaufbau liessen sie jene Gradlinigkeit vermissen, die sie noch in den vergangenen Wochen ausgezeichnet hatte. So tat sich St. Gallen vor allem in der ersten Halbzeit und nach dem 0:1 schwer, zu Chancen zu kommen. Die Gäste hielten den Ball für einmal viel zu wenig lange in ihren eigenen Reihen. Im zentralen Mittelfeld war Danijel Aleksic zu wenig Regisseur und hinter ihm Runar Sigurjonsson vorab mit Defensivarbeit beschäftigt.

Die grosse Chance von Ben Khalifa zu Beginn

Dabei hatte die Begegnung für die Gäste durchaus schwung- und hoffnungsvoll begonnen: Nach drei Minuten und einer Flanke von Marco Aratore verpasste Nassim Ben Khalifa die Führung mit seinem Kopfball nur knapp. Zu jenem Zeitpunkt deutete wenig darauf hin, dass die Entscheidung noch vor der Pause zu Gunsten der Luzerner fallen könnte. Vielmehr schien zwischen diesen beiden selbstbewussten Mannschaften ein spannendes Spiel möglich. 40 Minuten später aber war alles anders. Zwar ging nach der Pause kein Ruck durch die St. Galler Mannschaft. Aber trotzdem muss ihr zugute gehalten werden, dass sie sich doch noch einige Chancen erspielte. Das Anschlusstor hätte aber früh fallen müssen, um den Luzerner Sieg noch ernsthaft gefährden zu können. «Wir haben gut reagiert nach der Pause und wollten früh treffen. Aber mein Tor kam zu spät», sagte Captain Toko. Sein 1:3 in der 90. Minute nach einer Aratore-Flanke war nur noch Resultatkosmetik.

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