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Niederlage beim Krisen-FCZ: Der FC St.Gallen leistet Aufbauhilfe und ist nun nach Verlustpunkten Tabellenletzter

Vieles läuft beim Spiel des FC St.Gallen gegen den FC Zürich eigentlich für die Ostschweizer. Das Team von Peter Zeidler kann davon aber nicht profitieren, verliert mit 1:2 und ist neu Neunter. Nach Verlustpunkten übernehmen die Espen sogar die rote Laterne.
Daniel Walt
Enttäuschung pur bei St.Gallen-Trainer Peter Zeidler: Sein Team rutscht in der Tabelle weiter ab. (Bild: Keystone)

Enttäuschung pur bei St.Gallen-Trainer Peter Zeidler: Sein Team rutscht in der Tabelle weiter ab. (Bild: Keystone)

Die Tore

  • 1:0, 40. Minute, Antonio Marchesano: Einer der Angriffe der Zürcher über St.Gallens rechte Abwehrseite führt kurz vor der Pause zum Erfolg. Marchesano, dem in der Mitte zu viel Platz gelassen wird, verwandelt die Flanke herrlich.
  • 1:1, 43. Minute, Jordi Quintillà: Der Spanier mausert sich zu St.Gallens Freistossschütze par excellence. Wie schon gegen YB verwandelt er einen Standard direkt.
  • 2:1, 71. Minute, Mimoun Mahi: In einer Druckphase der Zürcher kommt Mahi im Strafraum freistehend zum Abschluss. Er hat keine Probleme, zur erneuten FCZ-Führung einzuschiessen.
Zürichs Mimoun Mahi (rechts) dreht nach seinem Treffer zum 2:1 jubelnd ab. (Bild: Keystone)

Zürichs Mimoun Mahi (rechts) dreht nach seinem Treffer zum 2:1 jubelnd ab. (Bild: Keystone)

Die Spiel-Analyse

Nein, es ist kein fussballerischer Leckerbissen, den die 9112 Zuschauerinnen und Zuschauer im Letzigrund zu sehen bekommen. Beide Teams tasten sich vorerst ab und kommen über weite Strecken der ersten 45 Minuten nur zu ein paar wenigen Chancen, die ihren Namen halbwegs verdienen. Wenn der FC Zürich einigermassen gefährlich wird, dann meistens über St.Gallens rechte Abwehrseite. In der St.Galler Verteidigung zieht zudem insbesondere der Franzose Yannis Letard nicht seinen besten Tag ein. Er lässt sich einmal ausspielen und einmal überlaufen. Zudem unterläuft ihm im Aufbau ein gravierender Fehlpass, der durchaus Konsequenzen hätte haben können. St.Gallen seinerseits bemüht sich zwar um ein gepflegtes Aufbauspiel, die Offensivkräfte von Peter Zeidler können sich aber nicht durchsetzen, oder die Zuspiele auf sie sind zu ungenau.

Die beiden Treffer, die in der 40. und 43. Minute trotzdem noch fallen, passen zum Spiel. Nachdem sich die St.Galler auf rechts einmal mehr haben ausspielen lassen, trifft Antonio Marchesano in der Mitte freistehend fürs Heimteam. St.Gallen schlägt aber umgehend zurück. Die Espen kommen notabene nicht mit einer herausgespielten Chance zum Ausgleich, sondern durch eine Standardsituation. Der Spanier Jordi Quintillà – er hat bereits gegen YB herrlich getroffen – verwandelt auch gegen den FCZ einen Standard aus etwas über 20 Metern. Sein Schuss scheint aber nicht unhaltbar.

St.Galler Jubel nach dem 1:1-Ausgleich durch Jordi Quintillà. (Bild: Keystone)

St.Galler Jubel nach dem 1:1-Ausgleich durch Jordi Quintillà. (Bild: Keystone)

Die zweite Halbzeit beginnt mit einem – nein: mit zwei – Paukenschlägen. Es sind aber nicht weitere Tore, welche für Action sorgen, sondern zwei gelbrote Karten. Zunächst muss nach 56 Minuten Miro Muheim vom Platz. Nur drei Minuten später erwischt es einen Zürcher.

Die erste Chance in Umgang zwei gibt es erst nach 70 Minuten. Aber was für eine: Nach einem Konter der nun heftig drückenden Zürcher wehrt St.Gallen-Goalie Stojanovic bravourös gegen Ceesay. Zwei Minuten später ist er gegen einen weiteren Abschluss aus kurzer Distanz aber machtlos. St.Gallen kämpft in der Folge beherzt, kommt insbesondere in den letzten Minuten auch zu einigen Grosschancen, trifft aber nicht mehr. Der angeschossene FCZ-Trainer Ludovic Magnin hat allen Grund zur Erleichterung.

(Bild: Keystone)

(Bild: Keystone)

Der Beste

Jordi Quintillà. Der Spanier arbeitet im Mittelfeld emsig wie immer. Zudem schiesst er sein zweites Freistosstor in Folge.

Der Schlechteste

Yannis Letard. Der Franzose, der in den ersten Partien der St.Galler so sehr überzeugt hat, wirkt gegen den FCZ unsicher. Er wird mehrfach ausgespielt und hätte mit einem Fehlpass im Aufbau beinahe eine Grosschance für die Zürcher kreiert. Beim ersten Gegentor steht er zudem zu weit weg von Antonio Marchesano.

Dejan Stojanovic: Note 5. Der St.Galler Torhüter wirkt ruhig und präsent. Mit einigen Big Safes. Bei beiden Gegentreffern machtlos.Dejan Stojanovic: Note 5. Der St.Galler Torhüter wirkt ruhig und präsent. Mit einigen Big Safes. Bei beiden Gegentreffern machtlos.
Silvan Hefti: Note 3.5. Viele Angriffe der Zürcher rollen über Heftis rechte Seite. Der Captain begeht zwar keine augenfälligen Fehler. Er lässt über seine Seite aber zu viele Offensivaktionen zu.Silvan Hefti: Note 3.5. Viele Angriffe der Zürcher rollen über Heftis rechte Seite. Der Captain begeht zwar keine augenfälligen Fehler. Er lässt über seine Seite aber zu viele Offensivaktionen zu.
Yannis Letard: Note 3. Nach bisher mehrheitlich starken Leistungen zieht der Franzose einen schwachen Abend ein. Er wird mehrfach überlaufen und ausgespielt.Yannis Letard: Note 3. Nach bisher mehrheitlich starken Leistungen zieht der Franzose einen schwachen Abend ein. Er wird mehrfach überlaufen und ausgespielt.
Leonidas Stergiou: Note 4. Nach seinen zwei groben Fehlern gegen YB erhält das Nachwuchstalent weiterhin das Vertrauen seines Trainers. Und rechtfertigt es mit einer zuverlässigen Leistung.Leonidas Stergiou: Note 4. Nach seinen zwei groben Fehlern gegen YB erhält das Nachwuchstalent weiterhin das Vertrauen seines Trainers. Und rechtfertigt es mit einer zuverlässigen Leistung.
Miro Muheim: Note 3.5. Der Verteidiger hat seine Seite mehrheitlich im Griff, schwächt sein Team aber kurzzeitig mit der gelbroten Karte. Offensiv kommt noch zu wenig von ihm. Miro Muheim: Note 3.5. Der Verteidiger hat seine Seite mehrheitlich im Griff, schwächt sein Team aber kurzzeitig mit der gelbroten Karte. Offensiv kommt noch zu wenig von ihm.
Victor Ruiz: Note 4. Der Spanier bemüht sich, dem Spiel der St.Galler eine Struktur zu geben. Bleibt allerdings ohne grossen Einfluss auf die Partie.Victor Ruiz: Note 4. Der Spanier bemüht sich, dem Spiel der St.Galler eine Struktur zu geben. Bleibt allerdings ohne grossen Einfluss auf die Partie.
Lukas Görtler: Note 4. Eine unauffällige, solide Partie des Deutschen. Hat Qualitäten als Führungsspieler im Mittelfeld, bringt diese allerdings noch zu wenig ein.Lukas Görtler: Note 4. Eine unauffällige, solide Partie des Deutschen. Hat Qualitäten als Führungsspieler im Mittelfeld, bringt diese allerdings noch zu wenig ein.
Jordi Quintillà: Note 5. Der emsige Arbeiter entwickelt mehr und mehr Skorerqualitäten. Trifft wie schon gegen YB erneut per Freistoss. Jordi Quintillà: Note 5. Der emsige Arbeiter entwickelt mehr und mehr Skorerqualitäten. Trifft wie schon gegen YB erneut per Freistoss.
Boris Babic: Note 4. Babic ist im Letzigrund engagiert. Auffallende Aktionen gibt es von ihm aber nicht zu sehen.Boris Babic: Note 4. Babic ist im Letzigrund engagiert. Auffallende Aktionen gibt es von ihm aber nicht zu sehen.
Dereck Kutesa: Note 4. Nach seinem geplatzten Transfer nach Frankreich mit einem engagierten Auftritt. Ihm gelingt aber (zu) wenig.Dereck Kutesa: Note 4. Nach seinem geplatzten Transfer nach Frankreich mit einem engagierten Auftritt. Ihm gelingt aber (zu) wenig.
Cedric Itten: Note 3.5. Der wieder genesene Angreifer rennt und kämpft - dies allerdings grossmehrheitlich unglücklich. Er erhält allerdings auch praktisch keine brauchbaren Bälle. Cedric Itten: Note 3.5. Der wieder genesene Angreifer rennt und kämpft - dies allerdings grossmehrheitlich unglücklich. Er erhält allerdings auch praktisch keine brauchbaren Bälle.
Vincent Rüfli: Note 3.5. Kommt nach rund einer Stunde ins Spiel, nachdem Miro Muheim des Feldes verwiesen worden ist. Er kann das Siegestor des FCZ auch nicht verhindern.Vincent Rüfli: Note 3.5. Kommt nach rund einer Stunde ins Spiel, nachdem Miro Muheim des Feldes verwiesen worden ist. Er kann das Siegestor des FCZ auch nicht verhindern.
Moreno Costanzo: Note -. Kommt in der 75. Minute für Letard. Das reicht nicht für eine Note.Moreno Costanzo: Note -. Kommt in der 75. Minute für Letard. Das reicht nicht für eine Note.
Angelo Campos: Note -. Sein Einsatz in den Schlussminuten kann nicht bewertet werden.Angelo Campos: Note -. Sein Einsatz in den Schlussminuten kann nicht bewertet werden.
14 Bilder

Stojanovic stark, Letard klar ungenügend: Die Noten der FCSG-Spieler nach der Pleite gegen den FCZ

Der Aufreger

Zwei Platzverweise innert drei Minuten: Zuerst stellt der gute Schiedsrichter Fedayi San St.Gallens Miro Muheim vom Platz. Nur ein paar Szenen später muss der Zürcher Mirlind Kryeziu vom Platz. Beide Feldverweise nach jeweiligen Foulspielen gehen in Ordnung.

Der Zürcher Mirlind Kryeziu wird mit Gelbrot vom Platz geschickt. (Bild: Keystone)

Der Zürcher Mirlind Kryeziu wird mit Gelbrot vom Platz geschickt. (Bild: Keystone)

Auch die Erinnerungen sind bitter

Manchester United? Borussia Mönchengladbach? Oder doch lieber die AC Milan? Prickelnde Europa-League-Spiele lagen auf dem Silbertablett bereit, als der FC St.Gallen im vergangenen Mai im Zürcher Letzigrund antrat. Im letzten Meisterschaftsspiel der Saison 2018/19 hätten die Espen letztlich bloss ein einziges Törchen mehr gebraucht, und sie hätten sich für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert.

Jérémy Guillemenot traf in der ersten Halbzeit zwar zur Führung – im zweiten Umgang glichen die Zürcher nach einem Patzer von Verteidiger Andreas Wittwer aber aus. Noch lange in Erinnerung dürfte den St.Galler Anhängern jener Moment bleiben, als Majeed Ashimeru kurz vor Abpfiff den Millionen-Matchball vergab: Er schob die Kugel aus wenigen Metern knapp am Tor vorbei

Statt Dritte wurden die St.Galler im letzten Spiel von Tranquillo Barnetta schliesslich Sechste. Im Kybunpark wird im Herbst zwar europäisch gespielt – aber vom Drittplatzierten Lugano, das sich für die Euro-League-Gruppenphase im Espen-Tempel eingemietet hat.

Der Abgang Tranquillo Barnettas: St.Gallens Vereinslegende beendete im vergangenen Mai im Zürcher Letzigrund seine Karriere - das grosse Happy End blieb ihm und dem Club versagt. (Bild: Keystone)

Der Abgang Tranquillo Barnettas: St.Gallens Vereinslegende beendete im vergangenen Mai im Zürcher Letzigrund seine Karriere - das grosse Happy End blieb ihm und dem Club versagt. (Bild: Keystone)

Die Reaktionen

Peter Zeidler, Trainer des FC St.Gallen: «Die Entwicklung meiner Mannschaft geht in die richtige Richtung. Allerdings nicht so schnell, wie wir uns das wünschen würden. Die erste Halbzeit war schlecht. Wir spielten viel zu ungenau, standen zu weit auseinander. Trotzdem konnten wir dank des herrlichen Freistosstreffers von Quintillà mit einem 1:1 in die Halbzeit gehen. Der Gegner traf in der zweiten Halbzeit dann verdient zum 2:1, wobei wir nachher noch diverse Chancen hatten, uns den dringend benötigten einen Punkt zu sichern.»

Cedric Itten, Stürmer FC St.Gallen: «Wir konnten unser Pressing nicht wie gewünscht aufziehen, kamen vielfach zu spät und müssen diese Dinge nun analysieren. Natürlich kommt die längere Meisterschaftspause nun etwas ungelegen, auf ein solches Spiel möchte man möglichst schnell reagieren. Wir können das zumindest im Cup am kommenden Samstag machen. Wir müssen die Dinge, die heute nicht gut waren, dort besser machen.»

Das Spiel im Liveticker nachlesen:

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