Nicht nur als Ergänzung dabei

FUSSBALL. Der FC St. Gallen weilt derzeit im Trainingslager in Belek. Mit Roy Gelmi, Jim Freid, Deniz Mujic und Loris Pellegatta sind auch vier Spieler aus den U-Teams dabei. Nicht nur zur Aufstockung des Kaders, wie sich auf und neben dem Platz zeigt.

Andy Sager/Belek
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Für Instruktionen an Loris Pellegata (rechts) unterbricht Jeff Saibene (links) in der Südtürkei extra das Training. In der Mitte Yannis Tafer. (Bild: Andy Sager)

Für Instruktionen an Loris Pellegata (rechts) unterbricht Jeff Saibene (links) in der Südtürkei extra das Training. In der Mitte Yannis Tafer. (Bild: Andy Sager)

«Vor zwei Wochen war ich noch bei der U18.» Daran erinnert im südtürkischen Belek nicht mehr viel. Loris Pellegatta hat sich innert kürzester Zeit emporgespielt. Aktuell weilt er mit der ersten Mannschaft des FC St. Gallen im Trainingslager, nachdem er in der Vorwoche schon bei den Testspielen in Winterthur und Wil für den Super-League-Club zum Einsatz gekommen war. «Jetzt hier zu sein, ist eine Ehre. Ich freue mich sehr», so der erst 16jährige Verteidiger, «ich werde Vollgas geben und will die Chance nutzen.» Auch Roy Gelmi, der 19-Jährige aus der U21, wird versuchen, möglichst viel aus der Zeit in Belek mitzunehmen. «Das ist nicht alltäglich. Es fühlt sich sehr speziell an», sagte der Innenverteidiger gestern nach den ersten zwei Trainingseinheiten auf dem hoteleigenen Fussballplatz. Er freue sich darauf, «diese vielen Erfahrungen» zu machen. «Das ist eine Riesenchance.»

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Behutsam ans Team führen

Dass Pellegatta und Gelmi nun genauso mit der ersten Mannschaft in Belek dabei sind wie die U21-Spieler Jim Freid und Deniz Mujic, ist denn auch ein deutliches Zeichen. St. Gallens Trainer Jeff Saibene trägt der Entwicklung der jungen Spieler frühzeitig Rechnung. Ein langsames Heranführen soll eine Entwicklung ohne grossen Druck ermöglichen. Bei Mujic ist die Ausgangslage eine etwas andere, wie der 24jährige Offensivspieler sagt: «Ich weiss, wieso mich der Club geholt hat – als Säule für die zweite Mannschaft. Aufgegeben habe ich aber nicht. Dieses Trainingslager hier nehme ich gerne mit.» Nur am Rande sei angemerkt, dass Boris Babic, der bereits dem Profikader angehört, derweil nicht mit in die Türkei gereist ist; der 17-Jährige musste zur Schule.

«Die Jungen sind dabei, um reinzuschnuppern, aber natürlich auch, um ans Team geführt zu werden. Sie sollen bereit sein, wenn sie gebraucht werden – falls wir zum Beispiel wieder von Verletzungen geplagt werden, was wir natürlich nicht hoffen», so Saibene. Auch sonst besteht für sie wie für alle anderen die Chance auf Einsätze. «Wir werden nicht herumexperimentieren. Aber wenn einer besser ist als derjenige, der auf der Position spielt, wird es einen Wechsel geben – wie bei allen anderen Spielern», sagte Saibene.

«Mache mir keinen Druck»

Dieser sorgfältige Umgang mit der Erwartungshaltung scheint zu wirken. Auch der Austausch mit dem Trainerteam hilft. «Ich mache mir keinen Druck», sagt Pellegatta, «ich bin noch jung.» Auch Gelmi setzt sich nicht unter Druck, will sich aber «dem Niveau anpassen. Spielerisch ist alles viel schneller.» Dementsprechend ordnen sie ihre Aussichten ein. «Chancen?», fragte Gelmi, «erstmal wollen wir hier mittrainieren.» Und das tun die vier. Mujic musste gestern zwar kürzertreten, doch Freid absolvierte das Goalietraining an der Seite von Daniel Lopar und Marcel Herzog. Auch Pellegatta und Gelmi sind bestens in die Equipe integriert. Selbst wenn Saibene das Übungsspiel extra für eine taktische Anweisung an Pellegatta unterbricht, zeigt das, welchen Stellenwert die Jungen im Team der Ostschweizer einnehmen.