NEUZUGÄNGE: «St.Gallen ist die bessere Adresse»

Just vor dem Trainingsstart hat der FC St.Gallen sein Kader gestern mit Philippe Koch und Nassim Ben Khalifa ergänzt.

Christian Brägger
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Das trifft wohl nicht ganz den Kern der Wahrheit, zumal von zwei mindestens gestandenen Super-League-Spielern hier die Rede ist. Und von deren Erfahrung und Potenzial sich die Clubleitung so einiges erhofft. Die beiden Neuzugänge haben überdies den gemeinsamen Nenner, dass die Karrieren nicht nur geradlinig verliefen.

Da ist einerseits der 25-jährige Ben Khalifa, der tunesisch-schweizerische Doppelbürger mit vier A-Länderspielen für die Schweiz, davon eine Minute in einem Ernstkampf. Diese stammt aus dem Jahr 2011 und ist lange her. Doch es gab Zeiten, da hätte sich so mancher Super-League-Club die Finger danach geleckt, den Stürmer in seinen Reihen zu wissen: Ben Khalifa war einer der Eckpfeiler jenes Schweizer U17-National­teams, das 2009 sensationell in Nigeria Weltmeister geworden war. Darauf standen dem in Morges Geborenen alle Türen offen, und so kam es, dass er die Grasshoppers schon als 18-Jähriger und damit zu früh verliess, um in der Bundesliga bei Wolfsburg Fuss zu fassen. Weit gefehlt. Vielmehr folgte eine Odyssee mit häufigen Transfers oder Stationen der Leihe, ehe Ben Khalifa als Vereinsloser sich im vergangenen Oktober Lausanne anschloss. Und mit neun Toren in 23 Auftritten reüssierte.

Dreijahresvertrag für den U17-Weltmeister

In St.Gallen hat Ben Khalifa einen Dreijahresvertrag unterschrieben, wobei das bei seiner Vita nicht viel bedeuten mag. Und auch der Spieler sagt: «Man weiss im Fussball nie, was kommt. Bist du gut, willst du mehr. Und umgekehrt. Für mich zählt jetzt nur das nächste Training.» Wie ernst er beim FC St.Gallen die Sache angeht, zeigte sich sofort beim Yo-Yo-Test: In seiner Serie war er allen überlegen. Ben Khalifa sagt. «Ich habe hier immer gerne gespielt. Stadion, Fans, das professionelle Umfeld, das alles ist grossartig.» In Lausanne habe er nicht bleiben wollen, zu vieles sei zu unsicher, auch ob der Trainer Fabio Celestini bleibe. «Der FC St.Gallen hat sich sehr um mich bemüht. Und er ist definitiv die bessere Adresse als Lausanne», sagt er.

Mit dem 26-jährigen Koch, der einen Kontrakt bis Sommer 2019 unterschrieb, stösst ein weiterer Spieler zu St.Gallen, dem nicht alles rund lief. Der rechte Verteidiger kommt vom italienischen Serie-B-Club Novara – und hat in der vergangenen Saison nur je dreimal in Cup und Liga gespielt. Er sagt: «Das Jahr in Italien war interessant. Doch es hat zwischen mir und dem Land irgendwie nicht gepasst, der Start war schlecht, weil ich verletzt war. Danach hatte ich Mühe, ins bestehende Gefüge reinzukommen.» Nun sei das Vertrauen in den Arbeitgeber seit dem ersten Kontakt mit Sportchef Christian Stübi wieder da und enorm hoch. «Ich möchte wieder international spielen und meine Topleistungen abrufen wie einst beim FC Zürich.» Dazu muss man wissen, dass Koch für die Stadtzürcher vor seiner Auslandsaison in all den Jahren über 21 000 Minuten absolvierte.

Christian Brägger