NACHHOLSPIEL: Ajeti im Hochsommer eiskalt

Der FC St.Gallen sichert sich in Lugano den zweiten Saisonsieg. Obwohl die Gäste die gute Leistung der ersten Halbzeit nach der Pause nicht bestätigen können, trifft Albian Ajeti in der 84. Minute zum 1:0.

Patricia Loher/Lugano
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St.Galler Jubel: Torschütze Albian Ajeti sprintet zu den mitgereisten Espen-Fans. Rechts im Bild Tranquillo Barnetta. (Bild: Keystone)

St.Galler Jubel: Torschütze Albian Ajeti sprintet zu den mitgereisten Espen-Fans. Rechts im Bild Tranquillo Barnetta. (Bild: Keystone)

In der ersten Halbzeit hatte der FC St.Gallen ein anderes, ein deutlich besseres Gesicht gezeigt als noch im Regenspiel des 29. Juli. Die mitgereisten Anhänger durften sich nach 45 Minuten jedenfalls durchaus Hoffnungen auf einen Punktgewinn machen. Doch dann, nach der Pause, sah alles ganz anderes aus. Die Hoffnungen schmolzen in der Sommersonne dahin, denn die Gäste mussten praktisch bis zur 84. Minute arg untendurch. Die St.Galler hatten sich seit dem Wiederbeginn keine einzige Möglichkeit erspielt, ein Tor für Lugano schien nur eine Frage der Zeit.

Albian Ajeti: Note 6. Der Matchwinner. Ajeti kommt in 90 Minuten zu zwei Chancen. Eiskalt, wie er in der 84. Minute das entscheidende Tor erzielt. (Bild: pd)
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Daniel Lopar: Note 4. Kurz vor der Pause verpasst er nach einer scharfen Hereingabe den Ball. Lugano aber auch. (Bild: pd)
Silvan Hefti: Note 5. In seinem ersten Meisterschaftseinsatz in dieser Saison scheint es, als ob er nie weg war. (Bild: pd)
Karim Haggui: Note 4. Einmal mehr Herr der Lüfte. Mit Glück, dass zwei Stellungsfehler nicht bestraft werden. (Bild: pd)
Alain Wiss: Note 4,5. Unauffällige Leistung, aber solid. Entschärft nach der Pause zwei brenzlige Situationen. (Bild: pd)
Marco Aratore: Note 4,5. Bietet sich seinen Kollegen immer wieder an und wirbelt. Doch die Flanken sind zu ungenau. (Bild: pd)
Stjepan Kukuruzovic: Note 5. Ist vor der Pause St.Gallens ­auffälliger Regisseur. Guter Freistossschütze. Leitet das 1:0 ein. (Bild: pd)
Peter Tschernegg: Note 4. Offensiv kann er keine Akzente setzen. Defensiv aber mannschaftsdienlich. (Bild: Ralph Ribi)
Andreas Wittwer: Note 3,5. Domen Crnigoj macht ihm das Leben schwer. Wittwer hat meistens das Nachsehen. (Bild: pd)
Tranquillo Barnetta: Note 4,5. Hinter den Spitzen vor der Pause wieder auffälliger und spielfreudiger als noch gegen Luzern. Auch sehr präsent. (Bild: pd)
Roman Buess: Note 4. Er stellt sich enorm in den Dienst der Mannschaft, was oft wenig spektakulär aussieht. (Bild: pd)
Silvan Gönitzer: Note 4,5. Er kommt für Wittwer und zeigt gleich bei seinem Super-League-Début eine solide Leistung. (Bild: pd)
Gjelbrim Taipi: Note -. Er spielt nur zehn Minuten. Zu ­wenig für eine Bewertung. (Bild: pd)
Danijel Aleksic: Note -. Er spielt nur zwei Minuten. Zu ­wenig für eine Bewertung. (Bild: pd)

Albian Ajeti: Note 6. Der Matchwinner. Ajeti kommt in 90 Minuten zu zwei Chancen. Eiskalt, wie er in der 84. Minute das entscheidende Tor erzielt. (Bild: pd)

Doch dann verlor Mario Piccinocchi im Zentrum den Ball, Stjepan Kukuruzovic bediente an den aufgerückten Tessinern vorbei Albian Ajeti, der ohne Nerven zu zeigen zum 1:0 für die St.Galler traf. Gleich in seinem ersten Einsatz in dieser Saison von Beginn weg hat der junge Stürmer also wieder unter Beweis gestellt, was er für den FC St.Gallen ist: die Lebensversicherung. Mit sieben Punkten aus vier Spielen ist der Saisonstart für die Ostschweizer  nun geglückt. "Es war ein solidarischer Auftritt, was belohnt wurde. Aber natürlich profitierten wir auch vom Unvermögen des Gegners, der nicht traf", sagte St.Gallens Trainer Giorgio Contini.

St.Galler Erleichterung nach dem Abpfiff. (Bild: Freshfocus)
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St.Gallens Coach Giorgio Contini dirigierte sein Team zu drei Punkten. (Bild: Freshfocus)
Silvan Hefti wird von Luganos Davide Mariani überlaufen. (Bild: Keystone)
Tanz um den Ball: St.Gallens Tranquillo Barnetta und Davide Mariani. (Bild: Freshfocus)
Albian Ajeti wird zurückgehalten. (Bild: Freshfocus)
St.Gallens Stjepan Kukuruzovic zieht ab. (Bild: Keystone)
Albian Ajeti ist vor seinem Gegenspieler am Ball. (Bild: Freshfocus)
Schmerzhaftes Duell zwischen St.Gallens Alain Wiss und Domen Crnigoj. (Bild: Keystone)
Ärger bei Tranquillo Barnetta. (Bild: Freshfocus)
Albian Ajeti bedrängt Luganos Steve Rouiller. (Bild: Keystone)
Peter Tschernegg (links) und Albian Ajeti in der Luft. (Bild: Keystone)
Zweikampf zwischen Espe Silvan Hefti und Carlinhos Junior. (Bild: Keystone)
St.Galler Jubel nach dem Treffer von Albian Ajeti. (Bild: Keystone)
Luganos Trainer Pierluigi Tami feuert sein Team an. (Bild: Keystone)

St.Galler Erleichterung nach dem Abpfiff. (Bild: Freshfocus)

Für die St.Galler war es unter den Augen von Nationaltrainer Vladimir Petkovic ein glücklicher Sieg. Denn in den Minuten zuvor waren sie oft nur knapp um einen Gegentreffer herumgekommen: Nachdem Davide Mariani gleich nach der Pause den Pfosten getroffen hatte, entwickelten die Tessiner Dauerdruck. Für St.Gallen, das noch in der ersten Halbzeit den Gegner lange vom eigenen Tor hatte fern halten können, wurde es schwierig, die Übersicht zu behalten. Plötzlich war die Fehlerquote hoch, plötzlich war St.Gallen im Mittelfeld abgetaucht. So gelang es den Gästen nicht mehr, sich zu befreien. ­Lugano zog phasenweise ein Powerplay auf. Es trug die Angriffe schnell und präzis vor, was die Abwehr der St.Galler vor schier unlösbare Probleme stellte. Am Ende war es ihr Glück, dass Lugano kein Glück hatte an diesem Abend. Auch kurz vor Schluss traf Luganos Younes Marzouk nur den Pfosten.
 

Contini setzt auf eine Dreierabwehr

Noch in der ersten Halbzeit war St.Gallen die deutlich bessere und engagiertere Mannschaft ­gewesen. Die Ostschweizer, erstmals in der Meisterschaft mit einer Dreierkette in der Abwehr, gestanden dem Gegner nur ­wenig Freiheiten zu. Die Mannschaft schloss das Zentrum, eroberte sich viele Bälle zurück und erarbeitete sich so bis zur Pause ein deutliches Chancenplus. Es waren allerdings mehrheitlich Abschlüsse aus der Distanz, mit denen die St.Galler den Luga­nesi gefährlich wurden, zweimal hätten auch die Freistösse von Kukuruzovic ein Tor verdient. Nur hatten die St.Galler auch schon vor der Pause Glück: Kurz bevor Silvan Hefti seinen Gegenspieler im Strafraum wohl penaltyreif foulte, hatte der Linienrichter ein Abseits angezeigt. Und vor der Pause gelang es Lugano nicht, eine scharfe Hereingabe zu ver­werten.

Trotzdem machten die St.Galler in dieser ersten Halbzeit vieles richtig: Sie attackierten den Gegner früh, agierten aggressiv. Die Gäste wollten offensichtlich den Eindruck des enttäuschenden 0:2 gegen Luzern korrigieren. Auffälligster Akteur war vor der Pause Kukuruzovic, über den praktisch  St.Gallens ganzes Angriffsspiel lief. Aber auch Tranquillo Barnetta steigerte sich im Vergleich mit dem Luzern-Spiel. Nur: Halten konnten die St.Galler ihr Level nach der Pause nicht. Dank Ajeti spielt das keine grosse Rolle mehr.