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NACH FCSG - YB: FCSG-Präsident Hüppi: "Darauf darf sich die Mannschaft etwas einbilden"

Die Partie gegen die Young Boys war ein Paradebeispiel dafür, wie St.Gallen tickt. Trotz der Niederlage hat das Publikum applaudiert. Die Ostschweizer sind auf gutem Weg, Vertrauen zurückzugewinnen.
Patricia Loher
Matthias Hüppi ist stolz auf sein Team. (Bild: Benjamin Manser)

Matthias Hüppi ist stolz auf sein Team. (Bild: Benjamin Manser)

Patricia Loher

Genau so soll es sein, war ein Gedanke, als das Stadion erbebte. Nach dem 2:1-Führungstreffer durch Roman Buess im Spiel gegen den designierten Meister Young Boys fühlte es sich im Kybunpark an wie einst im Espenmoos. Wildfremde Menschen lagen sich in den Armen. Es war eng, leidenschaftlich und hitzig. "Die Post ging ab. Es war ein unglaubliches Spiel", sagt Matthias Hüppi einen Tag später.

Als im Dezember bekannt wurde, dass der Fernsehmann Hüppi neuer Präsident des FC St.Gallen wird, tat er schnell einmal kund, was ihm wichtig ist: die Zuschauer ins Stadion zurückzuholen. Der Durchschnitt war auf 11'600 gesunken – für Ostschweizer Verhältnisse ein bescheidener Wert. Die Identifikation hatte gelitten unter den sportlichen Fehltritten und den Wirren auf der Führungsebene. Manch einer drohte, dem Club den Rücken zu kehren. Doch der FC St.Gallen scheint rechtzeitig in die Spur zurückzufinden und Vertrauen zurückzugewinnen.

St.Gallen kommt dem Ziel näher

Nachdem schon gegen die Grasshoppers 14'095 Zuschauer gekommen waren, erschienen am Sonntag zum Spitzenspiel Erster gegen Dritter 17'572. So viele waren zuletzt vor einem Jahr im Stadion, damals lockte St.Gallen gegen Basel 18'500 Leute an. "Es ist eines unserer ersten Ziele, die Menschen zu begeistern. Das haben wir immer wieder betont. Nur glauben es einem die Leute irgendwann nicht mehr, wenn nicht eintrifft, was man sagt. So gesehen sind wir am Sonntag unserem Ziel ein Stück näher gekommen", sagt der Präsident. Verantwortlich für die Hochstimmung auf den Rängen war das Team von Trainer Giorgio Contini. Es lieferte die wohl beste Halbzeit in dieser Saison ab, reagierte auf den Rückstand und traf gar zur Führung.

Dejan Stojanovic: Note 4,5. Er hält mehrmals bravourös, ist bei den ersten Gegentoren ohne Abwehrchance. Beim Corner zum 2:4 aber etwas unsicher. (Bild: pd)
Silvan Hefti: Note 4,5. Er verteidigt meist solide. Hat aber nur in der ersten Halbzeit überzeugende Offensivaktionen. (Bild: pd)
Alain Wiss: Note 4,5. Er hält die Defensive zusammen, so gut es geht. Nach der Pause wird dies zusehends schwieriger. (Bild: pd)
Yrondu Musavu-King: Note 4. Keine offensichtlichen Fehler, aber ohne Ausstrahlung und Ideen in der Vorwärtsbewegung. (Bild: pd)
Andreas Wittwer: Note 3,5. Hat in der Defensive gegen flinke und robuste Berner mehrmals Mühe, dagegenzuhalten. (Bild: pd)
Marco Aratore: Note 3,5. Ihm fehlt der Schwung seiner besten Tage zu Beginn der Saison. Wäre er links besser aufgehoben? (Bild: pd)
Nzuzi Toko: Note 4,5. Mit gewohnt viel Laufarbeit und kämpferischer Leistung. Aber offensiv mit wenig Einfluss. (Bild: pd)
Peter Tschernegg: Note 4,5. Vor der Pause sehr präsent – und mit dem 1:1. Danach schwindet der Einfluss aufs Spiel zusehends. (Bild: pd)
Stjepan Kukuruzovic: Note 5. Ist technisch stark und bleibt auch unter Druck ruhig. Doch auch er zollt dem Anfangstempo Tribut. (Bild: pd)
Nassim Ben Khalifa: Note 5. Viele starke Aktionen zu Beginn, besonders die ruhige Vorbereitung des 2:1 ist eine Augenweide. (Bild: pd)
Roman Buess: Note 5,5. Obschon die Spielpraxis fehlt: Er überzeugt er mit viel Physis, einem Tor und einem Assist. (Bild: pd)
Cédric Gasser: Note 4. Für Wittwer. Solide, badet eine Unsicherheit postwendend mit einer Rettung auf der Linie aus. (Bild: pd)
Danijel Aleksic: Note 4. Spielt 20 Minuten und kann in dieser Zeit gegen wuchtige Berner nichts mehr ausrichten. (Bild: pd)
Cedric Itten: Note -. Er kommt zehn Minuten vor Schluss – nicht zu sehen und schwer zu bewerten. (Bild: pd)
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Die Noten der FCSG-Spieler im Spiel gegen die Hauptstädter

"Darauf darf sich die Mannschaft ruhig etwas einbilden", sagt der Präsident. "Wer gegen die Young Boys in Rückstand gerät, hat es im Normalfall schwer." Die Partie gegen den Leader war ein Paradebeispiel dafür, wie St.Gallen tickt: Weil das Team gekämpft hatte, weil es sich gegen den Favoriten etwas zugetraut hatte, gab es am Ende trotz der 2:4-Niederlage Applaus. Kaum einer verliess den Kybunpark an diesem herrlichen Frühlingstag unzufrieden. Hüppi sagt, das habe er ebenso empfunden: "Nur dürfen wir das mit den Niederlagen nicht einreissen lassen."

Erfreulich war, dass im Espenblock keine Pyros mehr gezündet wurden. Schon in Luzern hätten sich die Anhänger vorbildlich verhalten, sagt Hüppi. Vielleicht war der Verzicht auf die umstrittenen Fackeln auch als Dank an die Vereinsleitung zu verstehen, die einem Wunsch der Kurve nachgekommen ist: Die Tormusik ist wieder dieselbe wie im Espenmoos. Zweimal lief am Sonntag "Narcotic" von der Rockband Liquido.

Über 17'000 Zuschauer besuchten das Spiel im Kybunpark. (Bild: Benjamin Manser)
Auch die Gäste aus Bern sorgten für gute Stimmung auf den Rängen. (Bild: Benjamin Manser)
FCSG-Präsident Matthias Hüppi vor dem Spiel gegen Tabellenführer YB.
Die St.Galler bejubeln einen Treffer. (Bild: Michel Canonica)
Die FCSG-Fans geniessen das Spiel bei herrlichem Wetter.
FCSG-Goalie Dejan Stojanivic hatte viel zu tun. (Bild: Benjamin Manser)
Roman Buess und Peter Tschernegg feiern ein Tor des FC St.Gallen.
Nassim Ben Khalifa stand bei den St.Gallern abermals in der Startelf. (Bild: Michel Canonica)
Zeitweise ging es etwas ruppiger zu und her. (Bild: Michel Canonica)
Roman Buess wird von den Beinen geholt. (Bild: Benjamin Manser)
Cedric Gasser behauptet den Ball gegen Loris Benito. (Bild: Benjamin Manser)
Nzuzi Toko im Kampf um den Ballbesitz.
Die Young Boys behalten das bessere Ende für sich. (Bild: Benjamin Manser)
FCSG-Trainer Giorgio Contini musste die zweite Niederlage in Folge hinnehmen. (Bild: Benjamin Manser)
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Der FC St.Gallen verliert gegen YB

Der Präsident hofft, dass das Stadion in zwei Wochen gegen Thun ebenfalls gut gefüllt sein wird. Das dürfte vor allem davon abhängen, wie die St.Galler in den nächsten beiden Partien in Zürich abschneiden. Am nächsten Samstag gastieren die Ostschweizer bei den Grasshoppers, am darauffolgenden Mittwoch beim FC Zürich. Nach zwei Niederlagen in Luzern und gegen die Young Boys beginnen für die Ostschweizer im Kampf um den allenfalls ziemlich wertvollen Platz drei die wohl entscheidenden zwei Wochen. "Vielleicht geht es dann im letzten Saisonspiel für uns zu Hause gegen Lausanne vor vollem Haus um Rang drei. Davon träume ich", sagt der Präsident.

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