Mit Maske, Disziplin und Geduld – das müssen Sie vor dem ersten FCSG-Heimspiel seit sieben Monaten mit 10'000 Zuschauern wissen

Am Sonntag dürfen wieder 10'000 Zuschauer den FC St.Gallen live sehen – ein Rundgang im Kybunpark vor dem Heimspiel gegen Servette.

Patricia Loher
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Die Regeln sind vor dem Kybunpark unübersehbar.

Die Regeln sind vor dem Kybunpark unübersehbar.

Benjamin Manser

Der FC St.Gallen hält den Atem an. Erstmals seit Februar darf der Klub am Sonntag wieder 10'000 Zuschauerinnen und Zuschauer zulassen – unter strengen Auflagen. Präsident Matthias Hüppi sagt:

«Es ist wichtig, dass die Regeln eingehalten werden, dass wir diszipliniert und geduldig sind. Dieses Spiel soll keine einmalige Übung sein.»

Vor einer Woche hat der Kanton St.Gallen das Schutzkonzept des Klubs vorerst für dieses eine Spiel bewilligt.

Pascal Wicki, Sicherheitschef des FCSG

Pascal Wicki, Sicherheitschef des FCSG

Bild: Benjamin Manser

Pascal Wicki, der Sicherheitschef des FC St.Gallen, ist der Covid-19-Verantwortliche des Vereins und hat das Schutzkonzept erarbeitet. «Wir haben alle Kapazitäten im Stadion auf ein Maximum hochgefahren», sagt er.

Wir machen uns mit ihm auf einen Rundgang durch den Kybunpark und klären die wichtigsten Fragen.

An- und Abreise

Es verkehren wieder Extrabusse. Die Wartebereiche an den Bushaltestellen werden vergrössert, um die Abstände besser einhalten zu können. In den Wartebereichen gilt, so wie auch in den Bussen, Maskenpflicht. Präsident Hüppi sagt:

«Eigentlich hört die Maskenpflicht nie auf.»
Matthias Hüppi mit Medienchef David Gadze an der Orientierung vor dem Spiel vom Sonntag.

Matthias Hüppi mit Medienchef David Gadze an der Orientierung vor dem Spiel vom Sonntag.

Bild: Benjamin Manser

Der Klub bittet sein Publikum, individuell anzureisen, also mit dem Auto oder mit dem Velo. Rund um das Stadion oder in der Tiefgarage stünden genügend Parkplätze zur Verfügung, heisst es.

Vor dem Stadion

Auch hier gilt: Maskenpflicht. Sollte jemand den Mund-/Nasenschutz vergessen haben, kann ein solcher gekauft werden. Auf Plakaten macht der Klub das Publikum auf die Regeln aufmerksam. Verpflegungsstände hat es keine, Essen und Getränke gibt es nur im Stadion und es darf ausschliesslich auf dem Sitzplatz konsumiert werden. Auch die Shopping Arena und damit die Restaurants sind geschlossen. Wicki sagt:

«Sie kommen uns entgegen. So können wir uns ganz auf uns konzentrieren.»

Zutritt

Das Stadion wird schon 90 Minuten vor der Partie geöffnet statt wie üblich eine Stunde vorher. Sollte sich vor einem Eingang eine zu lange Menschenschlange bilden, werden die Personen an einen anderen Zugang umgeleitet. Der QR-Code, in dem Name, Adresse und Wohnort sowie die Sitzplatznummer hinterlegt sind, wird vom Personal eingescannt und mit dem persönlichen Ausweis und dem Ticket abgeglichen. Bei allfälligen Ansteckungen können so die Kontakte zurückverfolgt werden. Wicki sagt:

«Ohne eine Meldung des Kantons haben wir keinen Zugriff auf die Daten.»

Die Angaben werden nach zwei Wochen automatisch gelöscht. Sollte nach einem Spiel jemand positiv auf das Coronavirus getestet werden, kann vom Kantonsarztamt St.Gallen für einzelne Besucher eine Quarantäne angeordnet werden.

Der Klub verzichtet auf Fiebermessen. Keinen Zutritt erhalten Personen mit einer Maskendispens.

Ein Einbahnsystem vor den Verpflegungsständen regelt die Menschenströme.

Ein Einbahnsystem vor den Verpflegungsständen regelt die Menschenströme.

Bild: Benjamin Manser

Catering

Vor den Verkaufsständen wurde ein Einbahnsystem eingerichtet. Absperrgitter weisen den Weg, so wird vermieden, dass sich Personen unkontrolliert kreuzen. Am Boden sind Kleber angebracht, die in Erinnerung rufen, dass der Abstand eingehalten werden soll. Bezahlt werden kann nur noch mit der Cashless-Karte.

Im Stadion

Nachdem der Kanton das Spiel mit 10'000 Zuschauern am vergangenen Freitag bewilligt hatte, galt es, das Stadion mit den Saisonkartenbesitzern gleichmässig auszulasten. Das war eine komplexe und zeitintensive Übung, hinzu kam, dass am Samstagmorgen das System wegen Überlastung ausser Gefecht gesetzt war.

Nicht gebuchte Sitzplätze sind abgesperrt.

Nicht gebuchte Sitzplätze sind abgesperrt.

Bild: Benjamin Manser

Der elektronische Versand der Eintrittstickets läuft seit Donnerstag. Sitze, die nicht gebucht wurden, sind mit Bändern abgesperrt. Jeder ist verpflichtet, seinen Platz einzunehmen. Nicht untersagt ist, dass fremde Personen nebeneinandersitzen, da Maskenpflicht herrscht.

Sollte sich jemand den Anweisungen, zum Beispiel bezüglich der Maske, mehrfach widersetzen, muss er den Kybunpark verlassen. Ihm droht ein mehrjähriges Stadionverbot.

16 Bilder
Auf einer Tafel sind die Namen von Saisonabonnenten eingelassen, die Ende letzter Saison auf eine Rückerstattung für die entgangenen Heimspiele verzichtet und gleich wieder ein neues Saisonabo gelöst haben.

Benjamin Manser

Helferinnen und Helfer

Der FC St.Gallen hat für dieses Spiel 200 Helferinnen und Helfer rekrutiert. Das sind laut Sicherheitschef Wicki rund 60 Personen mehr als beim mit 19'000 Zuschauern ausverkauften Heimspiel gegen die Young Boys am 23. Februar. Es wurden 30 Hygiene-Stewards ausgebildet, die das Einhalten der Regeln kontrollieren. Sie tragen pinke Westen.

Auch andere Mitarbeiter, zum Beispiel im Catering, wurden den veränderten Voraussetzungen entsprechend geschult. So dürfte das Spiel gegen Servette für den FC St.Gallen bestenfalls zu einem Nullsummenspiel werden. Präsident Hüppi sagt:

«Aber für diese Partie denken wir nicht ans Geld verdienen, das müssen Sie uns glauben.»

Delegierte des Kantons werden prüfen, wie die Abläufe im Stadion funktionieren.

Immer wieder: Abstand halten.

Immer wieder: Abstand halten.

Bild: Benjamin Manser

Nach dem Spiel

Die Verpflegungsstände bleiben geöffnet. Damit soll verhindert werden, dass alle Besucher gleichzeitig aus dem Kybunpark strömen. Nur gilt auch nach dem Spiel: Die Zuschauer müssen mit Essen und Getränken zurück auf den Sitzplatz, eine halbe Stunde nach Spielschluss wird die Medienkonferenz mit den Trainern auf die LED-Leuchttafeln übertragen. Wer nicht zurück ins Stadion will, muss das Gelände rund um den Kybunpark verlassen.

Die effizienteste Mannschaft des Saisonstarts

(red) Peter Zeidler bezeichnet es als «grossen Tag». Am Sonntag kehren für das Heimspiel gegen Servette die Zuschauerinnen und Zuschauer zurück. «Aber wir dürfen nicht in Freude erstarren», so St. Gallens Trainer. Denn gegen die Genfer soll im Vergleich mit den Partien gegen Sion und Vaduz eine Leistungssteigerung her, trotz sechs Punkten aus zwei Spielen sei noch nicht immer alles reibungslos gelaufen, so der Deutsche. Man habe zu viele Chancen zugelassen und sich selber zu wenige Möglichkeiten erarbeitet. «Aber die Fortschritte im Training sind augenscheinlich.» Zeidler muss am Sonntag auf die verletzten Lorenzo Gonzalez und Nicolas Lüchinger verzichten. Wohl noch nicht zum Einsatz kommt der von einem Kreuzbandriss genesene Stürmer Boris Babic.
Der Vizemeister ist das effizienteste Team des Saisonstarts. Mit zwei Toren haben sich die Ostschweizer sechs Punkte und die alleinige Leaderposition erarbeitet. Vergangene Saison holten die St. Galler aus den vier Begegnungen mit Servette zehn Punkte, sechs davon in den beiden Heimspielen. Damit schnitten sie gegen die Genfer deutlich besser ab als die Young Boys und Basel. 

Video: Raphael Rohner