"Mit Enthusiasmus spielen"

FUSSBALL. Der FC St.Gallen trifft heute um 17 Uhr Schweizer Zeit im Rückspiel des Europa-League-Playoffs auf Spartak Moskau. Nach dem 1:1 im Hinspiel will das Team den Exploit schaffen. Für Daniel Lopar ist ein Traum bereits in Erfüllung gegangen.

Patricia Loher/Moskau
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Voller Vorfreude: Trainer Jeff Saibene und Goalie Daniel Lopar an der Pressekonferenz in Moskau. (Bild: Urs Bucher)

Voller Vorfreude: Trainer Jeff Saibene und Goalie Daniel Lopar an der Pressekonferenz in Moskau. (Bild: Urs Bucher)

Kurz nach Mittag brachten die Piloten das Flugzeug mit dem FC St.Gallen an Board sicher auf russischen Boden. Aber eigentlich hatte während des dreieinhalbstündigen Fluges von Zürich nach Moskau auch gar nichts schiefgehen können. Mit Goalie Daniel Lopar verfügte ein St.Galler über beste Kontakte direkt ins Cockpit. Der Pilot auf St.Gallens erster Europacup-Reise seit zwölf Jahren war der Bruder von Lopars Freundin. Noch auf dem Rollfeld gab Patrick Beeler der Mannschaft die besten Wünsche für die Begegnung mit Spartak Moskau mit auf den Weg.

FCSG-Fans empfangen das Team am Flughafen in Zürich. (Bild: Urs Bucher)
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Zwei Fans stehen für den Bus des FC St.Gallen am Flughafen in Zürich Spalier. (Bild: Urs Bucher)
Doppeltorschütze Goran Karanovic wird nach seiner Rückkehr aus Moskau interviewt. Links Dejan Janjatovic und Stéphane Nater. (Bild: Urs Bucher)
Gute Stimmung vor der Abreise: Spieler und Betreuer des FC St.Gallen posieren mit Fans am Flughafen in Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Goalie Daniel Lopar steuert am Flughafen in Zürich auf den Ausgang zu. (Bild: Urs Bucher)
Glückwünsche für Captain Philippe Montandon von zwei Anhängerinnen des FC St.Gallen. (Bild: Urs Bucher)
Ein Bild als Erinnerung: Stéphane Nater vor der Abreise aus Moskau mit einem Fan des FC St.Gallen. (Bild: Urs Bucher)
Riesiger Jubel bei den St.Galler Anhängern: Ihre Lieblinge stehen in der Gruppenphase der Europa League. (Bild: Urs Bucher)
Der Torschütze zum 3:1: Roberto Rodriguez feiert nach dem Spiel. (Bild: Urs Bucher)
Die grünweissen Fahnen wehten zahlreich in Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Trainer Jeff Saibene beglückwünscht Dejan Janjatovic. (Bild: Urs Bucher)
Die gegen 400 St.Galler Fans unterstützten ihre Lieblinge lautstark. (Bild: Urs Bucher)
Riesenjubel bei St.Gallen: Ein akrobatischer Matias Vitkieviez. (Bild: Urs Bucher)
Die St.Galler jubeln mit ihren Anhängern nach dem Coup von Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Weiss auf Schwarz: Der FC St.Gallen gewinnt 4:2 bei Spartak Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Goran Karanovic verschenkt sein Trikot an eine russische Fotografin. (Bild: Urs Bucher)
Bei der Aufstiegsfeier vor etwas mehr als einem Jahr noch ausgepfiffen, jetzt der grosse Sieger: Trainer Jeff Saibene. (Bild: Urs Bucher)
Das Warten auf den Schlusspfiff. (Bild: Urs Bucher)
Dejan Janjatovic nach seinem Tor zum 4:2. (Bild: Urs Bucher)
Dejan Janjatovic lässt sich nach dem alles entscheidenden 4:2 feiern. (Bild: Urs Bucher)
Zwischenzeitlicher Frust bei den St.Gallern nach dem zweiten Moskauer Treffer. (Bild: Urs Bucher)
St.Gallens Doppeltorschütze Goran Karanovic gegen Evgeni Makeev. (Bild: Urs Bucher)
Enttäuschte Moskauer Fans - die ersten gingen schon ab der 70. Minute heim. (Bild: Urs Bucher)
Matias Vitkieviez im Kopfballduell mit Rafael Carioca. (Bild: Urs Bucher)
Der zweifache Torschütze Goran Karanovic wird ausgewechselt. (Bild: Urs Bucher)
Herrlich: Roberto Rodriguez trifft zum zwischenzeitlichen 3:1 für St.Gallen. (Bild: Urs Bucher)
Der Ball geht rein: 3:1 für den FCSG! (Bild: Urs Bucher)
St.Gallens Mario Mutsch gegen Yura Movsisyan. (Bild: Urs Bucher)
Dejan Janjatovic behauptet den Ball. (Bild: Urs Bucher)
Er brachte St.Gallen auf die Siegerstrasse: Doppeltorschütze Goran Karanovic. (Bild: Urs Bucher)
St.Galler Jubel nach dem 1:1-Ausgleich durch Goran Karanovic. (Bild: Urs Bucher)
Gut gefülltes Stadion: Moskauer und St.Galler Fans. (Bild: Urs Bucher)
Engagiert an der Seitenlinie: Trainer Jeff Saibene. (Bild: Urs Bucher)
Jeff Saibene und sein Assistent Daniel Tarone vor dem Match. (Bild: Urs Bucher)
Die St.Galler Startelf vor dem Anpfiff. (Bild: Urs Bucher)
Friedliche Stimmung: Moskauer Anhängerinnen mit dem geteilten Matchschal vor dem Stadion. (Bild: Urs Bucher)
Fans des FC St.Gallen posieren mit zwei Moskauer Anhängern. (Bild: Urs Bucher)
Ein Gruppenbild vor dem Match im Stadion. (Bild: Urs Bucher)
Volle Konzentration: Philippe Montandon, Daniel Lopar und Alhassane Keita (v.l.) vor der entscheidenden Partie. (Bild: Urs Bucher)
Von einer Polizeieskorte begleitet fährt der Mannschaftsbus des FC St.Gallen zum Match ins Stadion. (Bild: Urs Bucher)
St.Galler Fans auf dem Roten Platz in Moskau, kurz vor dem Spiel gegen Spartak Moskau. (Bild: Urs Bucher)
"Hopp Sanggalle" vor einmaliger Kulisse. (Bild: Urs Bucher)
Die Vorfreude auf ein einmaliges Spiel ist diesen St.Galler Fans ins Gesicht geschrieben. (Bild: Urs Bucher)
In sportlichem Tenü statt wie gewohnt im Anzug: Präsident Dölf Früh. Neben ihm verlässt Stürmer Alhassane Keita das Teamhotel. (Bild: Urs Bucher)
Der FC St.Gallen residiert im Moskauer Sheraton-Hotel. (Bild: Urs Bucher)
Ab zum Training: Cheftrainer Jeff Saibene besteigt den Bus beim Hotel. (Bild: Urs Bucher)
Der FC St.Gallen dreht im Chimki-Stadion Runden. (Bild: Urs Bucher)
Training in der Abendsonne: Ermir Lenjani (l.) und Matias Vitkieviez im Chimki-Stadion. (Bild: Urs Bucher)
In diesem Stadion entscheidet sich am Donnerstagabend, ob der FC St.Gallen die Gruppenphase der Europa League erreicht. (Bild: Urs Bucher)
Das Chimki-Stadion liegt rund 30 Kilometer ausserhalb Moskaus. (Bild: Urs Bucher)
Konzentriertes Arbeiten im Training in Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Die Mannschaft trottet vom Platz. (Bild: Urs Bucher)
Eine Ansicht des Stadions aus der Vogelperspektive. (Bild: Urs Bucher)
Jeff Saibene inspiziert das Chimki-Stadion. (Bild: Urs Bucher)
Einlaufen des Teams im Stadion. (Bild: Urs Bucher)
Stretchen, damit sich vor dem Match keiner mehr verletzt. (Bild: Urs Bucher)
Wie ein Feldherr: Jeff Saibene überwacht die Dehnübungen seiner Spieler. (Bild: Urs Bucher)
Trainer Jeff Saibene nimmt vor der Pressekonferenz Platz. (Bild: Urs Bucher)
Guter Dinge: Trainer Jeff Saibene und Goalie Daniel Lopar an der Medienorientierung vom Mittwoch in Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Hallo, Moskau: Alhassane Keita und Matias Vitkieviez betreten russischen Boden. (Bild: Urs Bucher)
Stunden zuvor: Captain Philippe Montandon bei der Ankunft am Flughafen Zürich. (Bild: Urs Bucher)
Die Spieler und Trainer Jeff Saibene steigen am Flughafen Zürich aus dem Teambus. (Bild: Urs Bucher)
Dejan Janjatovic, Ermir Lenjani, Goran Karanovic und Stéphane Nater (v.l.) vor dem Abflug nach Osteuropa. (Bild: Urs Bucher)
Letztes Interview auf Schweizer Boden: Jeff Saibene. (Bild: Urs Bucher)
Auch die Meinung von Captain Philippe Montandon ist vor dem Abflug nach Moskau noch einmal gefragt. (Bild: Urs Bucher)
Die Mannschaft des FC St.Gallen steigt in die Chartermaschine. (Bild: Urs Bucher)
Alhassane Keita verstaut sein Handgepäck. (Bild: Urs Bucher)
Mit viel Zuversicht im Gepäck fliegt die St.Galler Delegation nach Moskau - zuvorderst im Bild Goalietrainer Stefano Razzetti (links) und Präsident Dölf Früh. (Bild: Urs Bucher)
Captain Philippe Montandon hat sich einen Fensterplatz ausgesucht (Bild: Urs Bucher)
Matias Vitkieviez versucht sich als Flight Attendant. (Bild: Urs Bucher)
Cheftrainer Jeff Saibene hat auch im Flugzeug alles unter Kontrolle. (Bild: Urs Bucher)
Vertrieben sich die Zeit mit Musik: Stéphane Besle (links) und Sébastien Wüthrich nach der Landung in Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Goalie Daniel Lopar und Verteidiger Mario Mutsch unterwegs in Richtung Flughafengebäude. (Bild: Urs Bucher)
Captain Philippe Montandon (Mitte) und Ersatzgoalie Marcel Herzog beim Transfer ins Flughafengebäude. (Bild: Urs Bucher)
Vor der Passkontrolle: Mario Schönenberger, Assistenztrainer Daniel Tarone, Marcel Herzog und Philippe Montandon (v.l.) (Bild: Urs Bucher)
Dejan Janjatovic nach der Landung in Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Stéphane Nater am Moskauer Flughafen. (Bild: Urs Bucher)
Auf dem Weg ins Hotel Sheraton: Ermir Lenjani hat fast zuhinterst im Bus Platz genommen. (Bild: Urs Bucher)

FCSG-Fans empfangen das Team am Flughafen in Zürich. (Bild: Urs Bucher)



«Nushi wäre wichtig für uns»
Für Daniel Lopar war schon die Reise nach Moskau ein Höhepunkt. Er durfte Start und Landung im Cockpit miterleben. «Damit ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen», so der Torhüter, der seiner Mannschaft am vergangenen Sonntag beim FC Zürich das 0:0 festgehalten hatte.

Die Anreise nach Russland verlief ohne Zwischenfälle, die Pässe mit den Einreisebewilligungen bestanden die Prüfungen der gestrengen Zollbeamten, nur zwei Koffer von zwei Delegationsmitgliedern waren in Zürich vergessen gegangen. 20 Spieler hat der FC St.Gallen in die russische Hauptstadt mitgenommen, nicht aber Kristian Nushi, der wegen seines kosovarischen Passes keine Einreisebewilligung erhielt und sich während dieser Tage mit dem Nachwuchsteam in der Ostschweiz fit hält. Nushis verweigertes Visum war gestern an der Medienkonferenz in der Chimki-Arena noch einmal ein Thema. «Nushi wäre wichtig für uns. Es ist schade, dass Sport und Politik nicht getrennt werden», so St.Gallens Trainer Jeff Saibene.

Mit viel Enthusiasmus
Anscheinend reisen 350 Anhänger des FC St.Gallen auf unterschiedlichen Wegen nach Moskau, um ihre Mannschaft heute ab 17 Uhr Schweizer Zeit zu unterstützen. Das Stadion im Nordwesten von Moskau soll mit 18'500 Zuschauern ausverkauft sein. St.Gallen ist trotz des vielbeachteten 1:1 im Hinspiel noch immer der Aussenseiter. Die Ostschweizer dürfen beim russischen Rekordmeister nicht verlieren und müssen mindestens ein Tor erzielen, um sich für die Gruppenphase der Europa League zu qualifizieren. Die zuletzt guten Leistungen in der Meisterschaft und der starke Auftritt zu Hause gegen Spartak haben St.Gallens Selbstvertrauen gestärkt. «Wir werden das Spiel mit viel Enthusiasmus bestreiten», so Saibene. Der Respekt, den sich das zuvor unbekannte St.Gallen zumindest bei den russischen Journalisten erarbeitet hat, war gestern abend an der Medienkonferenz spürbar.

Spartak unter Druck
Anzunehmen ist, dass die Mannschaft von Trainer Waleri Karpin versucht, anders aufzutreten als noch vor einer Woche. Spartak Moskau ist unter Druck. Zuletzt hat der elffache Champions-League-Teilnehmer auswärts gegen Amkar Perm die erste Saisonniederlage kassiert. Der ehemalige russische Internationale Karpin war unzufrieden: «Ein Team wollte gewinnen, das andere lief ein bisschen auf dem Feld herum.» Ein Ausscheiden gegen einen Schweizer Club kann sich Spartak Moskau kaum leisten. Der letzte dunkle Moment liegt allerdings noch nicht weit zurück. Vor zwei Jahren scheiterte Spartak Moskau im Europa-League-Playoff an Legia Warschau. In Polen hatten sich die beiden Teams 2:2 getrennt, im Rückspiel gingen die Russen 2:0 in Führung, ehe Legia noch mit 3:2 gewann.

Die Schwäche beheben
«Wir wollen offensiv dagegenhalten», sagt St.Gallens Mittelfeldspieler Dejan Janjatovic. Steigern muss sich seine Mannschaft vor allem in bezug auf die Effizienz. Seit sechs Spielen in Super League, Schweizer Cup und Europa League sind die St.Galler unbesiegt. Sie liefern immer wieder starke Leistungen ab, belohnen sich dafür aber zu selten mit einem Sieg. Lopar hofft, sein Team möge diese Schwäche heute beheben. «Angst brauchen wir vor Spartak nicht zu haben.»