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Mit dem Rücken zur Wand – doch dann nutzt der FC St.Gallen gegen Lugano die Gunst der Stunde

Der FC St.Gallen gerät gegen Lugano in Rückstand, nutzt dann aber nach der Pause die Überzahl und siegt 3:2.
Patricia Loher

Ein Blick auf die Tabelle reicht um festzustellen, dass es eben doch Siege gibt, die wichtiger sind als andere. Hätten die St.Galler gegen Lugano verloren, wären sie möglicherweise am nächsten Wochenende auf den letzten Platz abgerutscht und damit in einem frühen Stadium der Saison schon in eine unangenehme Lage geraten. Nun aber, dank des Arbeitssieges in Überzahl gegen Lugano, hat sich die Situation vor dem vierwöchigen Meisterschaftsunterbruch wieder etwas entspannt. Nach dem Spiel sagt St.Gallens Trainer Peter Zeidler:

«Es ist wichtig, mit einem guten Gefühl in die lange Pause zu gehen».

Für die Ostschweizer war es der erste Sieg gegen Lugano seit fünf Partien und der erste Heimerfolg in dieser Saison nach den Niederlagen gegen Luzern und die Young Boys. Das nächste Spiel in der Meisterschaft bestreitet St.Gallen am 21. September zu Hause gegen Aufsteiger Servette. Die Pause endet mit der Cuppartie am 14. oder 15. September in Winterthur.

Der Offensive fehlte es lange an Zug

Gestern hatte es für die Ostschweizer eine Halbzeit lang gar nicht gut ausgesehen. Nachdem Cedric Itten in der sechsten Minute einen Penalty vergeben hatte, verloren sie je länger je mehr den Faden. Schon nach zehn Minuten geriet St.Gallen nach einem Einwurf für Lugano nach Fehlern von Yannis Letard und Silvan Hefti durch den freistehenden Filip Holender in Rückstand.

Sinnbildlich für den Spielverlauf: In der ersten Halbzeit vergibt Cedric Itten vom Elfmeterpunkt die Führung, später trifft er zum 3:1. (Bild: KEYSTONE)

Sinnbildlich für den Spielverlauf: In der ersten Halbzeit vergibt Cedric Itten vom Elfmeterpunkt die Führung, später trifft er zum 3:1. (Bild: KEYSTONE)

Davon erholten sich die Ostschweizer bis kurz vor der Pause nicht. St.Gallen behielt zwar im Mittelfeld weiter die Oberhand, agierte aber auf dem Weg in Richtung Lugano-Torhüter Noam Baumann erschreckend harmlos. Es brachte kaum etwas zu Stande, das die Tessiner ernsthaft gefordert hätte. Aus dem offensiven Mittelfeld kamen in jener Phase schlicht zu wenig Impulse. Zudem fehlte St.Gallens Angriffsspiel das Tempo.

Das erste St.Galler Tor der Saison aus dem Spiel heraus

Obwohl sich die Ostschweizer am Ende verdient durchsetzten: Dass sich die Mannschaft schwer tut, Torchancen zu kreieren, war gestern nicht die Ausnahme. Der wunderbare Treffer von Aussenverteidiger Hefti nach der Pause zum 1:1 war in dieser Saison St.Gallens erster Treffer, der aus dem Spiel heraus fiel.

Schon nach 32 Minuten sah sich Zeidler gezwungen, zu reagieren. Er wechselte den jungen Betim Fazliji aus und brachte Boris Babic. Es war für den 20-jährigen Rebsteiner Fazliji wohl eine schwierige Situation, der Trainer versuchte ihm gleich noch an der Seitenlinie die Beweggründe zu erklären. Hinterher sagte Zeidler:

«Fazliji hat seine Sache nicht schlecht gemacht. Aber ich wollte ein Signal senden, in dem ich einen Stürmer brachte.»

Zeidlers Massnahme ging auf. Nachdem sich Babic kurz vor der Pause zwei gute Chancen erarbeitet hatte, bescherte der 21-Jährige St.Gallen in der 64. Minute das 2:1.

St.Gallen spielte auf dem Weg zum zweiten Saisonsieg natürlich in die Karten, dass Lugano gleich nach der Pause geschwächt wurde. Der Schiedsrichter verwarnte Olivier Custodio wegen Ballwegschlagens, es war die zweite gelbe Karte für den Tessiner an diesem Nachmittag. Lugano schaffte es danach nicht, sich neu zu sortieren und St.Gallen nutzte die Gunst der Stunde. Die Mannschaft, zuvor in drei Meisterschaftspartien in Folge ohne Sieg, kam innerhalb weniger Minuten öfter in den Sechzehnmeterraum als zuvor in einer ganzen Halbzeit. Die Ostschweizer schienen sich nun die Chancen erzwingen zu wollen.

Itten: «Der Platzverweis hat uns geholfen»

Innerhalb von zehn Minuten wendete sich das Blatt. Schon das 1:1 durch Hefti war verdient, zwei Minuten später verpasste Itten eine Hereingabe von Jérémy Guillemenot knapp, ehe Babic nach einer schönen Vorlage von Victor Ruiz das 2:1 gelang. In der 74. Minute traf dann Itten doch noch, er stand nach einem Pfostenschuss von Guillemenot genau am richtigen Ort. Es muss für den Basler im ersten Aufeinandertreffen mit Fabio Daprelà seit dem brutalen Foul und dem Kreuzbandriss im vergangenen September sowie nach dem vergebenen Penalty eine besondere Genugtuung gewesen sein. Itten sagte:

«Ich hatte das Gefühl, dass der Elfmeter präzis getreten war. Aber es war wohl zu wenig Kraft dahinter. Und der Goalie hat gut pariert.»

Nach einer schwierigen ersten Hälfte – «wir standen zu weit auseinander» – sei es ihnen gelungen, sich zu steigern und Lugano «einzuschnüren». Aber natürlich müsse man auch ehrlich sein: «Der Platzverweis hat uns geholfen», sagte Itten.

Nur, ganz bis zum Ende durchziehen konnte St.Gallen die Leistung dann doch nicht. In der Nachspielzeit – der Schiedsrichter liess wegen eines Unterbruchs nach einer Verletzung des vierten Offiziellen sieben Minuten länger spielen – kassierten die Ostschweizer in der 94. Minute nach einem einfachen, langen Ball noch das 2:3. Drei Minuten mussten sie zittern. «Am Schluss wurde es nochmals eng. Das hätte nicht sein müssen», sagte Hefti.

Die Spielernoten der Espen in der Galerie:

Dejan Stojanovic: Note 5. Bei den Gegentoren machtlos. Eine Unsicherheit vor der Pause, danach aber stark.Dejan Stojanovic: Note 5. Bei den Gegentoren machtlos. Eine Unsicherheit vor der Pause, danach aber stark.
Silvan Hefti: Note 5. Sein zu kurzer Klärungsversuch hat das 0:1 zur Folge. Der Captain macht seinen Fehler mit einem schönen Tor aber wett.Silvan Hefti: Note 5. Sein zu kurzer Klärungsversuch hat das 0:1 zur Folge. Der Captain macht seinen Fehler mit einem schönen Tor aber wett.
Yannis Letard: Note 4. Nach einer nicht sehr guten ersten Halbzeit steigert sich der Franzose. Doch dann unterläuft er einen Ball, was Lugano mit dem 2:3 bestraft.Yannis Letard: Note 4. Nach einer nicht sehr guten ersten Halbzeit steigert sich der Franzose. Doch dann unterläuft er einen Ball, was Lugano mit dem 2:3 bestraft.
Leonidas Stergiou: Note 4.5. Der 17-Jährige ruft eine solide, eher unauffällige Leistung ab.Leonidas Stergiou: Note 4.5. Der 17-Jährige ruft eine solide, eher unauffällige Leistung ab.
Victor Ruiz: Note 5. Stark nach der Pause. Bereitet das 2:1 und das 3:1 vor.Victor Ruiz: Note 5. Stark nach der Pause. Bereitet das 2:1 und das 3:1 vor.
Lukas Görtler: Note 4.5. Kämpferisch gibt es ihm nichts vorzuwerfen. Lange kommt offensiv von ihm aber zu wenig, ehe er das 1:1 einleitet.Lukas Görtler: Note 4.5. Kämpferisch gibt es ihm nichts vorzuwerfen. Lange kommt offensiv von ihm aber zu wenig, ehe er das 1:1 einleitet.
Jordi Quintillà: Note 4.5. Wie immer sehr ballsicher, offensiv aber mit wenig Einfluss. Geht nach einer Stunde mit einem rüden Foul das Risiko ein, die rote Karte zu kassieren.Jordi Quintillà: Note 4.5. Wie immer sehr ballsicher, offensiv aber mit wenig Einfluss. Geht nach einer Stunde mit einem rüden Foul das Risiko ein, die rote Karte zu kassieren.
Boris Babic: Note 5. Wird nach einer halben Stunde eingewechselt. Erzielt sein erstes Super-League-Tor.Boris Babic: Note 5. Wird nach einer halben Stunde eingewechselt. Erzielt sein erstes Super-League-Tor.
Cedric Itten: Note 5. Nach seinem verschossenen Penalty gerät St. Gallen aus dem Takt. Doch der Stürmer kehrt stark zurück und trifft zum 3:1.Cedric Itten: Note 5. Nach seinem verschossenen Penalty gerät St. Gallen aus dem Takt. Doch der Stürmer kehrt stark zurück und trifft zum 3:1.
Vincent Rüfli: Note 4. Der Routinier ersetzt den gesperrten Miro Muheim. Er macht das mehrheitlich solide.Vincent Rüfli: Note 4. Der Routinier ersetzt den gesperrten Miro Muheim. Er macht das mehrheitlich solide.
Betim Fazliji. Note: 4. An ihm liegt es nicht, dass St. Gallen zwischenzeitlich aus dem Tritt gerät. Wird aus taktischen Gründen schliesslich früh ausgewechselt.Betim Fazliji. Note: 4. An ihm liegt es nicht, dass St. Gallen zwischenzeitlich aus dem Tritt gerät. Wird aus taktischen Gründen schliesslich früh ausgewechselt.
Jérémy Guillemenot. Note: 4. In der ersten Halbzeit kaum zu sehen, kommt dann aber besser ins Spiel.Jérémy Guillemenot. Note: 4. In der ersten Halbzeit kaum zu sehen, kommt dann aber besser ins Spiel.
Fabiano Alves: Keine Bewertung. Kommt in der 81. Minute. Das reicht nicht für eine Note.Fabiano Alves: Keine Bewertung. Kommt in der 81. Minute. Das reicht nicht für eine Note.
Angelo Campos: Keine Bewertung. Wird erst in der 79. Minute für Guillemenot eingewechselt.Angelo Campos: Keine Bewertung. Wird erst in der 79. Minute für Guillemenot eingewechselt.
14 Bilder

Ruiz der Assistgeber, Babic mit Trefferpremiere: Die Noten der FCSG-Spieler zum Heimsieg gegen den FC Lugano

Daprelà-Pfiffe, ein taktischer Wechsel und der erleichterte Peter Zeidler – die Hintergründe zum Heimsieg:

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