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Mit Angst ins Verderben: Der triste Auftritt des FC St.Gallen gegen Lugano

Lugano besiegt den FC St.Gallen im Kybunpark 2:0. Die Tessiner sind in allen Belangen die bessere Mannschaft, während den Ostschweizern über weite Strecken Mut und Leidenschaft fehlen.
Christian Brägger
Die Ratlosigkeit nach dem Schlusspfiff ist greifbar: Trainer Peter Zeidler und seine geknickten Spieler. (Bild: Andy Müller/Freshfocus)

Die Ratlosigkeit nach dem Schlusspfiff ist greifbar: Trainer Peter Zeidler und seine geknickten Spieler. (Bild: Andy Müller/Freshfocus)

Es gibt Dinge, die kann man nicht erklären. Der äusserst schwache, uninspirierte, ideenlose Heimauftritt des FC St.Gallen in der ersten Halbzeit beispielsweise, die getrost als eine der schlechtesten unter Trainer Peter Zeidler abgetan werden kann.

Vielleicht war das Signal an die Mannschaft, bis auf Philippe Koch und Goalie Daniel Lopar mit derselben Formation wie sechs Tage zuvor gegen Luzern zu beginnen, im Nachhinein ja das falsche; in der Innerschweiz hatten die St.Galler bekanntlich kein Land gesehen. Doch weil Zeidler sich grundsätzlich auf eine Stammelf festgelegt hat, erhielt diese die Chance auf Wiedergutmachung, was in keinster Weise gelang. Und zwar von der ersten Minute an nicht.

Dejan Stojanovic: Note 3,5. Ein-, zweimal zur Stelle. Kommt bei Carlinhos’ Grosschance (41.) zu spät heraus. Bei den Gegentoren machtlos.Dejan Stojanovic: Note 3,5. Ein-, zweimal zur Stelle. Kommt bei Carlinhos’ Grosschance (41.) zu spät heraus. Bei den Gegentoren machtlos.
Leonidas Stergiou: Note 3,5. Vergisst Carlinhos im Rücken beim 0:1. Der Liga-Alltag, in dem sich der 17-Jährige in jedem Spiel beweisen muss, hat ihn eingeholt.Leonidas Stergiou: Note 3,5. Vergisst Carlinhos im Rücken beim 0:1. Der Liga-Alltag, in dem sich der 17-Jährige in jedem Spiel beweisen muss, hat ihn eingeholt.
Jérémy Guillemenot: Note 3. Keine Aktion. Auf dieser Leistung kann der Mittelstürmer nicht aufbauen. Muss körperlich zulegen.Jérémy Guillemenot: Note 3. Keine Aktion. Auf dieser Leistung kann der Mittelstürmer nicht aufbauen. Muss körperlich zulegen.
Simone Rapp: Note 3,5. Kommt nach der Pause für Guillemenot – und sorgt für ein wenig mehr Torgefahr.Simone Rapp: Note 3,5. Kommt nach der Pause für Guillemenot – und sorgt für ein wenig mehr Torgefahr.
Vincent Sierro: Note 3,5. Am Einsatz liegt es nicht, sucht oft den Abschluss. Für die Bundesliga muss er sich aber steigern.Vincent Sierro: Note 3,5. Am Einsatz liegt es nicht, sucht oft den Abschluss. Für die Bundesliga muss er sich aber steigern.
Andreas Wittwer: Note 4. Einige gute Vorstösse, ein schöner Abschluss. Defensiv nicht ganz fehlerfrei.Andreas Wittwer: Note 4. Einige gute Vorstösse, ein schöner Abschluss. Defensiv nicht ganz fehlerfrei.
Silvan Hefti: Note 3,5. Hebt beim 0:1 das Abseits auf. Auch sonst nicht immer souverän.Silvan Hefti: Note 3,5. Hebt beim 0:1 das Abseits auf. Auch sonst nicht immer souverän.
Dereck Kutesa: Note 3,5. Keine gute Partie von Kutesa. Er ist bemüht, spielt aber glücklos und zu kompliziert.Dereck Kutesa: Note 3,5. Keine gute Partie von Kutesa. Er ist bemüht, spielt aber glücklos und zu kompliziert.
Nicolas Lüchinger: Note 3,5. Seine Flanken bleiben ein Rätsel. Immerhin hält er körperlich und mit seiner Härte dagegen.Nicolas Lüchinger: Note 3,5. Seine Flanken bleiben ein Rätsel. Immerhin hält er körperlich und mit seiner Härte dagegen.
Axel Bakayoko: Note 3,5. Versucht in der ersten Halbzeit noch am meisten in der Offensive. Baut zusehends und stark ab.Axel Bakayoko: Note 3,5. Versucht in der ersten Halbzeit noch am meisten in der Offensive. Baut zusehends und stark ab.
Majeed Ashimeru: Note 3. Körperlich bleibt er ein Leichtgewicht. Verliert den Ball beim 0:2. Es ist nicht sein Abend, zudem behindert ihn eine Risswunde.Majeed Ashimeru: Note 3. Körperlich bleibt er ein Leichtgewicht. Verliert den Ball beim 0:2. Es ist nicht sein Abend, zudem behindert ihn eine Risswunde.
Jordi Quintillà: Note 3,5. Ungewohnt fahrig. Quintillà kann das Spiel nie an sich reissen.Jordi Quintillà: Note 3,5. Ungewohnt fahrig. Quintillà kann das Spiel nie an sich reissen.
Tranquillo Barnetta: Note 4. Kommt früh in der zweiten Halbzeit für Stergiou. Mit ihm treten die St. Galler gefährlicher und leidenschaftlicher auf.Tranquillo Barnetta: Note 4. Kommt früh in der zweiten Halbzeit für Stergiou. Mit ihm treten die St. Galler gefährlicher und leidenschaftlicher auf.
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Mehr schlecht als recht: Die Noten der FCSG-Spieler zur Heimniederlage gegen Lugano

«Niederlage tut sehr, sehr weh»

Vom hohen Pressing und Gegenpressing, von der Lust und Leidenschaft für die «grünweisse Gruppe», vom mutigen, viel gelobten Spielplan der St.Galler, von alledem war nichts zu sehen. Zudem schlichen sich sofort nach Spielbeginn Angst und Nervosität ein – die Folge war ein 0:2, das anhand der Chancen gut und gerne höher hätte ausfallen können. Allein Carlinhos traf kurz vor der Pause das leere Tor nicht und hatte mit der Aktion die Lacher auf seiner Seite.

Nach dem Schlusspfiff sagte Trainer Peter Zeidler:

«Die Niederlage tut sehr, sehr weh. Wahrscheinlich müssen wir die Gründe für unsere schlechte Leistung in der ersten Halbzeit im psychologischen Bereich suchen.»

Schlecht verhielten sich die St.Galler insbesondere in der 15. Minute beim ersten Gegentor, das die Tessiner mit einem mustergültigen Konter über drei Stationen abschlossen. Dabei ging Carlinhos im Rücken der Abwehr vergessen, seinen Pass mit der Hacke verwertete Alexander Gerndt.

1:0 für den Gast aus dem Tessin – St.Gallen-Goalie Stojanovic ist bezwungen. (Bild: Urs Bucher)

1:0 für den Gast aus dem Tessin – St.Gallen-Goalie Stojanovic ist bezwungen. (Bild: Urs Bucher)

Torgefährlicher Stürmer fehlt

Allein bei diesem Angriff zeigte sich die defensive Anfälligkeit der Ostschweizer und die Durchschlagskraft der Gäste. Eine Durchschlagskraft, die Zeidlers Team derzeit fehlt. Wer jedoch nach dem 0:1 von den 12'644 Zuschauern auf eine Reaktion wartete, wartete vergebens. Weil die St.Galler nichts mit der Lauerstellung der Tessiner anzufangen wussten, ihnen selbst die Präzision fehlte sowie der torgefährliche Stürmer.

Am Spielgeschehen änderte sich in der zweiten Halbzeit anfänglich nichts. Erst nach dem 0:2 durch Jonathan Sabbatini in der 49. Minute, abermals nach einem schnörkellos vorgetragenen Konter, und der Hereinnahme von Tranquillo Barnetta kam so etwas wie eine Reaktion. Zumindest ging ein Ruck durch die Mannschaft, und auf den Rängen wurde es lauter. Doch da war es schon zu spät, der Mist geführt. Denn die St.Galler wurden auch danach nie wirklich zwingend bei den Torchancen des eingewechselten Simone Rapps oder den Distanzschüssen von Vincent Sierro und Andreas Wittwer.

Unter dem Strich war das zu wenig, zu vieles blieb Stückwerk. Weshalb es letztlich am verdienten Sieg der Tessiner nichts, aber auch gar nichts zu monieren gab.

Peter Zeidler sagte:

«Im Nachhinein war es mein Fehler, dass ich Barnetta nicht zu Beginn der zweiten Halbzeit gebracht habe. Mit ihm wurden wir besser.»

Ein unerwartetes Lob gab es vom Trainer der Gegenseite, von Fabio Celestini, der ein dynamisches St.Gallen gesehen haben wollte. Doch das Lob konnte nur der Höflichkeit geschuldet sein – weil sich die Ostschweizer auf und neben dem Platz als guter Gastgeber erwiesen hatten. Trotz der Vorgeschichte um Fabio Daprelà. Der Verteidiger der Tessiner, der im vergangenen Herbst den St.Galler Cedric Itten übel gefoult hatte, spielte. Zwar wurde er manchmal ausgepfiffen, alles in allem lief das Ganze aber fair ab, und der Fussball stand im Vordergrund. Ein Fussball, den die St.Galler wieder lernen müssen.

Emotionen, Geschichten und Stimmen zum 0:2 des FCSG gegen Lugano zum Nachlesen gibt es hier:

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