Medienchef Daniel Last muss den
FC St.Gallen zum Saisonende verlassen - Sparmassnahmen sollen der Grund sein

Der FC St.Gallen ist gerade daran, einen Notplan für sich und die Zeit ohne den Fussball aufzustellen. Für die neue Saison aber will der Verein einen neuen Medienchef, dem alten wurde gekündigt.

Christian Brägger
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An jeder PK seit acht Jahren dabei: Daniel Last

An jeder PK seit acht Jahren dabei: Daniel Last

Bild: Michel Canonica

Zusammenhalten wollen sie besonders in diesen schwierigen Monaten, die Fans, die Spieler, die Belegschaft, der Trainer, der Verwaltungsrat. Einfach alle. Da mag diese Meldung nicht so recht hineinpassen, die Recherchen dieser Zeitung ergaben: Der Verein trennt sich von seinem Medienchef Daniel Last, und dies nach acht Jahren. Last war ein Medienprofi und galt als Bindeglied und eine Konstante im FC St.Gallen, oft schaffte er bei komplizierten oder weniger komplizierten (An-)Fragen mit wenigen Worten viel Orientierung. Und vielleicht auch Besänftigung.

Last, ein deutsch-schweizer Doppelbürger, hat noch die Zeiten unter Präsident Dölf Früh erlebt, der den FC St.Gallen zuerst vor dem Kollaps rettete, um mit dem Verein dann aber wieder die gerade Bahn zu verlassen. Danach arbeitete Last, der vor seiner Zeit beim FCSG im Handball Deutschlands zu Hause war, unter dem überfordert wirkenden Stefan Hernandez. Gerade in diesen Zeiten behielt der zweifache Familienvater die Übersicht, obwohl in jener Phase der Sportchef Christian Stübi verloren ging. Last «überstand» schliesslich auch den Philosophiewechsel zum Verwaltungsratspräsidenten Matthias Hüppi und Sportchef Alain Sutter, anders wie Cheftrainer Giorgio Contini oder Marco Otero, der technische Leiter des Nachwuchs.

Lasts Arbeit wurde allerorts geschätzt - gibt es tiefere Gründe?

Man schätzte Lasts Arbeit im Medienbereich, auch genoss er einen hervorragenden Ruf bei der Swiss Football League und deren Funktionären. Doch nun soll im Frühsommer zum Ende der Saison damit Schluss sein (wenn diese nicht bereits jetzt schon fertig ist). Gerüchten zufolge fällt er Sparmassnahmen und einem neuen, eher kruden Anforderungsprofil des Medienchefs zum Opfer. Grundsätzlich steht die Frage im Raum, ob der Club bereits unter den wirtschaftlichen Folgen der Zwangspause leidet oder ob nicht etwas Tieferes der Grund ist.

Zumal Last, der für eine Stellungnahme bislang nicht zur Verfügung stand, mit seinem manchmal etwas speziell anmutenden Humor aus seiner Heimatstadt Köln und seiner unkomplizierten Art bei den Spielern beliebt war. Auch von den Medienschaffenden wurde der 49-Jährige gemocht. Und als er gar das Fanradio des Clubs mitmoderierte, gab es ebenfalls nur Lob. Vielleicht liegen die Gründe also tiefer.