Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

LUZERN VS FCSG: Der starke Mann bleibt gelassen

So wie Joe Zinnbauer mit St.Gallen ist auch Markus Babbel mit Luzern in der Krise. Heute ab 16 Uhr muss der Bayer gegen die St.Galler nach sechs Partien ohne Vollerfolg zum Siegen zurückkehren.
Daniel Wyrsch/Luzern
Fussball ist für Luzerns Trainer Markus Babbel, mit Deutschland 1996 als Spieler Europameister, ein einfaches Spiel geblieben. (Bild: VALERIANO DI DOMENICO (KEYSTONE))

Fussball ist für Luzerns Trainer Markus Babbel, mit Deutschland 1996 als Spieler Europameister, ein einfaches Spiel geblieben. (Bild: VALERIANO DI DOMENICO (KEYSTONE))

Ratlos und nervös? Nein, in diesem Zustand befinden sich weder Luzern-Trainer Markus Babbel noch seine Spieler. Dabei wäre die Negativserie von sechs sieglosen Spielen mit nur einem Punktgewinn ein Grund, in Aufregung zu sein. Vielleicht ist die Gelassenheit begründet in der ausgeglichenen Liga, exklusiv Leader Basel: Einerseits fehlen dem FC Luzern lediglich vier Punkte auf Platz zwei, andererseits beträgt sein Vorsprung auf Rang zehn nur drei Zähler.

Noch stärker beruhigen dürfte das Team die Erfahrung, dass es unter Babbel schon einmal geschafft wurde, aus einer Negativserie von sechs Pflichtspielniederlagen und dem Absturz auf Platz sieben eine erfolgreiche Rückkehr zu feiern – im Frühling, als Luzern nach dem schlechten Rückrundenstart die Saison als drittbestes Team abschloss. Babbel arbeitet seit zwei Jahren in Luzern. Weder in Stuttgart, bei Hertha Berlin noch in Hoffenheim dauerte sein Engagement so lange. Die Bilanz des Deutschen mit Luzern könnte nach 72 Ligaspielen, 31 Siegen, 16 Unentschieden, 25 Niederlagen und durchschnittlich 1,51 Punkten pro Partie noch um einiges besser sein, wenn die aktuelle Negativserie und jene vom Frühling nicht wären.

«Sind zwei Klassen besser geworden»

Für Babbel hatte die Frühjahrskrise ihren Ursprung in den Querelen im Verein, die in den Freistellungen von Sportchef Rolf Fringer und Co-Trainer Roland Vrabec gipfelten. Der Bayer, der Mitte Oktober 2014 nach einem schwachen Saisonstart als Nachfolger von Carlos Bernegger seine Arbeit aufnahm, sagt: «Die Voraussetzungen sind jetzt anders als zuvor. Wir haben uns verbessert, sind seit meinem Beginn in Luzern zwei Klassen besser geworden.» Sowohl physisch als auch spielerisch habe Luzern Fortschritte erzielt.

Babbel ärgert sich nun umso mehr, dass die miserablen Resultate nach dem hervorragenden Start, als die Zentralschweizer in fünf Partien zwölf Punkte gewannen, sein Team zurückgeworfen haben. Zu denken gibt ihm, dass seine Mannschaft immer extreme Phasen habe. «Entweder läuft es extrem gut oder extrem schlecht. Wir müssen den Mittelweg hinbekommen.» Ausgerechnet gegen die St.Galler, in deren Stadion Ende August die Serie der Sieglosigkeit mit einem 0:3 begann und gegen die Luzern in den vergangenen fünf Liga-Vergleichen vier Niederlagen einsteckte, ist heute ein Sieg Pflicht. «Ein Baustein wird unsere hundertprozentige Solidarität sein.» Nach 24 Gegentoren in elf Partien lautet Babbels erstes Gebot gegen St.Gallen: «Wir müssen mit aller Konsequenz das eigene Tor verteidigen.»

Ungewohnt ruhig ist es nicht zuletzt, weil mit Philipp Studhalter, dem Statthalter von Luzerns Hauptgeldgeber Bernhard Alpstaeg, ein diskreter Präsident im Amt ist. Im Hintergrund arbeitet auch Sportkoordinator Remo Gaugler. Babbel ist der starke Mann. Der frühere Spieler von Bayern München, Liverpool und Stuttgart besitzt die Aura, die ihm die Glaubwürdigkeit bei den Spielern gibt. Seine bayrische Ausdrucksweise erinnert an einen Mix aus Paul Breitner und Franz Beckenbauer.

Beckenbauer kommt einem denn auch in den Sinn, wenn man an die taktische Variabilität Babbels denkt. «Geht's raus und spielt's Fussball», hatte Beckenbauer einst zu seinen Spielern gesagt. Luzerns Trainer gewichtet Spielfreude und Einstellung höher als Taktik. Fussball ist für den Europameister von 1996 ein einfaches Spiel geblieben.

Verfolgen Sie das Spiel in unserem Liveticker auf www.ostschweiz-am-sonntag.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.