Lugano war diesmal zu stark

Der FC St. Gallen verliert zum Abschluss der 24. Runde der Challenge League in Lugano mit 1:3. Nach dem Anschlusstreffer von Nico Abegglen kommen kurz Hoffnungen auf, die Tessiner antworten aber postwendend.

Thomas Werner/Lugano
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St. Gallens Oscar Scarione (links) versucht, sich gegen Luganos Antoine Rey durchzusetzen. Viel gelingt aber auch dem Argentinier nicht. (Bild: Nicolas Senn)

St. Gallens Oscar Scarione (links) versucht, sich gegen Luganos Antoine Rey durchzusetzen. Viel gelingt aber auch dem Argentinier nicht. (Bild: Nicolas Senn)

FUSSBALL. St. Gallen zeigte sich über weite Strecken stilsicherer als zuletzt. Dies reichte allerdings gegen ein beeindruckendes Lugano nicht zum Erfolg. So bleibt der 12. Mai 1990 als Tag des letzten St. Galler Siegs im Stadion Cornaredo stehen. Beim 4:1-Erfolg war damals noch Ivan Zamorano unter den Torschützen.

Die St. Galler sahen sich bei ihren Angriffsversuchen einer Tessiner Wand gegenüber. Luganos Trainer Francesco Moriero nahm fünf nominelle Verteidiger in die Startformation. Dieser defensive Riegel hatte sich vornehmlich mit einem St. Galler Stürmer zu beschäftigen – Franck Etoundi. Waren die Gäste in Ballbesitz, bildete Luganos Vierer-Mittelfeld eine zweite Abwehrlinie unmittelbar davor.

Luganos defensive Absicherung

Diese defensive Absicherung gab den Luganesi aber – einmal in Ballbesitz – Freiheiten in der Spielentwicklung nach vorne. Diese nutzten sie von Beginn an geschickt und kamen bereits in den ersten zehn Minuten zu drei guten Abschlussmöglichkeiten. Vor allem der Portugiese Carlos da Silva, meist über rechts kommend, war in der ersten Halbzeit immer wieder für Gefahrenmomente in St. Galler Tornähe verantwortlich. Sekunden vor der Pause verfehlte er den Ball und das 1:0 nur um Zentimeter, nachdem Goalie Daniel Lopar eine Flanke unterlaufen hatte.

Die Mannschaft von Jeff Saibene fand in der ersten halben Stunde keine Mittel, Luganos vielbeinige Defensive gross in Verlegenheit zu bringen. Das Bemühen der St. Galler war da, aber immer wieder wurde der richtige Moment für das Abspiel verpasst, verhedderten sich die Gästespieler in Luganos Abwehr. Erst als Marco Hämmerli in der 37. Minute einen Freistoss aus 20 Metern an die Latte gesetzt hatte, schöpften die St. Galler etwas Mut. Etoundi wurde bei seiner besten Abschlussmöglichkeit vor der Pause im letzten Moment gestört. Ein Freistoss brachte in der 56. Minute auch das erste Tor. Einen ersten Versuch von Simone Grippo konnte Lopar noch abwehren, gegen Guilherme Afonsos Nachschuss war er allerdings machtlos. Der Torschütze war erst zwei Minuten zuvor für Da Silva eingewechselt worden. Lugano nutzte den Schwung des Führungstreffers und kam zu weiteren Chancen. Nach gut einer Stunde für kurze Zeit sogar fast im Minutentakt.

Die Ordnung verloren

Die St. Galler verloren angesichts der schnellen Konter des Heimteams in der Defensive nun vorübergehend die Ordnung und mussten sich immer wieder mit Fouls behelfen. Eines davon führte zu einem Freistoss, den Kiliann Witschi in der 74. Minute verwandelte. Die St. Galler Angriffe waren nun selten, einer war allerdings von Erfolg gekrönt. Das 1:2 des eingewechselten Nico Abegglen brachte gut zehn Minuten vor Schluss nochmals Hoffnungen ins St. Galler Spiel. Allerdings nur kurz. Der nächste Konter brachte Lugano nur eine Minute später das 3:1 und die Siegsicherung.

St. Gallen begann gut, baute aber nach der Pause, als Lugano konsequenter den Sieg suchte, ab. Etoundi war in der Spitze isoliert, weil das Mittelfeld vornehmlich defensiv engagiert war.

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