Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Der FC St.Gallen wie ein Absteiger - dennoch darf er europäisch spielen

Weil Thun gegen Sion verliert, hat der peinliche Auftritt der Ostschweizer gegen Lausanne keine Folgen. Sie bleiben nach dem 0:3 Fünfte und bestreiten im Juli erste Qualifikationspartien für die Europa League.
Christian Brägger
Der St.Galler Runar Sigurjonsson wird von drei Lausannern in die Zange genommen. Bild: Urs Bucher

Der St.Galler Runar Sigurjonsson wird von drei Lausannern in die Zange genommen. Bild: Urs Bucher

Es soll für den FC St. Gallen ein rauschendes Fest werden an diesem letzten Fussballabend der Saison. Die Kulisse passt, alles ist angerichtet für die Party, mit der man sich bei den Anhängern bedanken will und bei der es vielleicht etwas zu feiern gibt. Von wegen. Es wird für die knapp 14400 Zuschauer mit etwas vom Blamabelsten, das sie jemals aufgetischt bekommen. Ein total verunsicherter FC St. Gallen liegt bis zur Pause 0:3 (!) gegen den Absteiger Lausanne zurück, die Tore fallen zwischen der 34. und 42. Minute, verdienterweise gibt es massig Pfiffe von den Rängen. Anhand des Gebotenen schleicht sich der Gedanke ein, der FC St. Gallen ist es, der bald den Gang in die Challenge League antritt. Zumindest im letzten Saisonviertel hätte er dies verdient. In der zweiten Halbzeit zeigen sich die Ostschweizer leicht verbessert, wenn man dies überhaupt so bezeichnen darf. Der eingewechselte Nassim Ben Khalifa trifft in der 70. Minute die Lattenunterkante, der Gegner wird in der Schlussphase belagert, doch es fehlen Fortune und Können, es bleibt beim 0:3; und natürlich folgt nach dem Schlusspfiff wieder ein Pfeifkonzert.
Zum misslungenen Abend passt, dass sich später in den Katakomben die Falschmeldung verbreitet, Tranquillo Barnetta trete zurück. Der Spieler entkräftet daraufhin selbst die Schlagzeile und sagt, er werde auch in der nächsten Saison spielen.

Daniel Lopar: Note 3. Verursacht den Penalty zum 0:1. Sonst ohne Schuld, aber den eigentlich unnötigen Wechsel auf der Goalieposition müsste Kuzmanovic nochmals begründen. (Bild: pd)
Cédric Gasser: Note 1,5. Fraglich, warum er spielt, weil man ihm derzeit keinen Gefallen tut. Ist überfordert, sieht beim 0:2 und 0:3 sehr schlecht aus. (Bild: pd)
Silvan Hefti: Note 3. Sein Formtief hält an. Er hat an Ausstrahlung verloren, darunter leidet die ganze Defensive. (Bild: pd)
Jasper van der Werff: Note 4. Man sieht in Ansätzen, warum ihn Salzburg verpflichtet hat für die neue Saison. Der Jüngste in der Verteidigung ist noch der Beste. (Bild: pd)
Silvan Gönitzer: Note 3. Er ist ein Kämpfer, spielerisch zeigt er aber Mängel, und die physische Präsenz ist ungenügend. (Bild: pd)
Nzuzi Toko: Note 3,5. In seinem letzten Spiel für St. Gallen ist der Captain wenig spürbar. Steigert sich ein bisschen in der zweiten Halbzeit. (Bild: pd)
Danijel Aleksic. Note 2,5. Gewinnt fast keinen Zweikampf. Möglich, dass es sein letzter Auftritt war mit St. Gallen. (Bild: pd)
Tranquillo Barnetta. Note 3. Seine Chance in der Startphase hätte dem Spiel eine andere Richtung geben können. Danach verliert er den Einfluss. (Bild: pd)
Runar Sigurjonsson. Note 3. Für einmal zeigt der Isländer eine blasse Partie. Vielleicht hat ihn die Nichtnomination für die WM aus dem Konzept gebracht. (Bild: pd)
Marco Aratore: Note 2,5. Gewinnt fast keinen Zweikampf und agiert glücklos. Es ist nicht seine Rückrunde, er hat an Durchsetzungsvermögen eingebüsst. (Bild: pd)
Roman Buess: Note 3. Bemüht wie immer, hat eine Kopfballchance nach der Pause. Vor allem in der ersten Halbzeit kann er sich nicht in Szene setzen. (Bild: pd)
Nassim Ben Khalifa: Note 4. Kommt nach der Pause für Barnetta. Trifft in der 70. Minute die Lattenunterkante, warum er nicht beginnen durfte, weiss keiner. (Bild: pd)
Cedric Itten: Note 3,5. Kommt nach der Pause für Aratore. Auffälliger als dieser, vergibt Chancen zum Ehrentreffer. (Bild: pd)
Stjepan Kukuruzovic: Kommt in der 75. Minute für Aleksic. Zu kurz für eine Benotung, der Mist ist geführt. (Bild: pd)
14 Bilder

Die Noten der FCSG-Spieler gegen Lausanne

Niederlage kommt wie ein Totalschaden daher

St. Gallens siebte Niederlage in Serie kommt wie ein Totalschaden daher. Da passt es ins Bild, dass die junge Verteidigung – Silvan Hefti, Jasper van der Werff, Silvan Gönitzer und Cédric Gasser sind im Durchschnitt 20 Jahre jung – nicht sattelfest ist gegen diese Lausanner, die nichts zu verlieren haben. Beim ersten Gegentor holt überdies Daniel Lopar den heranstürmenden Cabral von den Beinen, den Penalty verwertet Benajmin Kololli problemlos. Minuten später fallen die Gegentreffer zwei und drei, einmal trifft Cabral und einmal Kolloli, und beide Male macht Cédric Gasser keine gute Figur. Es ist die Phase, in der sich die St. Galler Verunsicherung am deutlichsten zeigt; zudem wirken die Ostschweizer über die gesamte Spielzeit ideen- und lustlos, zeigen fast Auflösungserscheinungen. Später sagt Sportchef Alain Sutter: «Die Mannschaft hat ein Mentalitätsproblem.» Präsident Matthias Hüppi spricht von einem «speziell tristen Abend» – doch ganz so trist ist dieser dann doch nicht: Weil Thun zu Hause gegen Sion strauchelt, gibt es ein Trostpflaster, St. Gallen bleibt Fünfter und darf in der zweiten Qualifikationsrunde der Europa League mitmachen. Hüppi sagt: «Anhand des Gesehenen ist das schon fast unverdient.»

Ben Khalifa: «Haben die Meisterschaft versaut»

Der FC St. Gallen hat also bis zuletzt fast alles unternommen, um an diesen Europacuppartien nicht teilzunehmen. Doch das Punktepolster ist zu gross gewesen, was noch mehr nahelegt, dass in der Mannschaft etwas kaputt gegangen ist. Ben Khalifa, der nicht weiss, warum er nicht mehr von Anfang an spielt, sagt: «Nun haben wir uns definitiv die Meisterschaft versaut.» Vielleicht ist dem so, mit Sicherheit aber gehen wegen diesem 0:3 die Verabschiedungen von Karim Haggui, Captain Toko und Van der Werff völlig unter. Was auch daran liegt, dass Boro Kuzmanovic in den fünf Partien, in denen er interimistisch coacht, keinen Punkt holt. Im letzten Saisonviertel sind die St. Galler gar die schlechteste Mannschaft ligaweit. So muss man bilanzieren, dass Kuzmanovics temporäre Installation auf dem Chefposten eine Fehlbesetzung gewesen ist.

Resultate und Rangliste:

Resultate: Grasshoppers - Young Boys 1:2 (0:0). Lugano - Zürich 1:1 (0:0). Basel - Luzern 2:2 (1:1). St. Gallen - Lausanne-Sport 0:3 (0:3). Thun - Sion 1:4 (1:2).

Schlussrangliste: 1. Young Boys 84. 2. Basel 69. 3. Luzern 54. 4. Zürich 49. 5. St. Gallen 45. 6. Sion 42. 7. Thun 42. 8. Lugano 42. 9. Grasshoppers 39. 10. Lausanne-Sport 35. (sda)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.