Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Lieber 
Tranquillo 
Barnetta, hättest du uns nicht ein weiteres Jahr schenken können?» – Der Brief unseres Sportredaktors

Heute beginnt für den FC St.Gallen die neue Saison – eine ohne Tranquillo Barnetta. Dessen Rücktritt schmerzt noch immer. Der Brief unseres Sportredaktors an St.Gallens erfolgreichstes Eigengewächs.
Christian Brägger
Christian Brägger, Sportredaktor (Bild: Urs Bucher)

Christian Brägger, Sportredaktor (Bild: Urs Bucher)

Lieber Tranquillo Barnetta

Zum Ende der vergangenen Saison bist Du zurückgetreten. Einfach so. Für immer.

Man soll es Dir nicht verdenken, die Hälfte Deines 34-jährigen Lebens hast Du als Fussballprofi verbracht. Da darf man schon einmal genug haben von alledem und etwas Anderes, Neues sehen wollen im Leben. Es gab gewiss weitere Gründe für Deinen Rückzug, den wir dennoch verfrüht finden und nicht so recht wissen, wie wir darüber denken sollen. Hättest Du uns nicht ein weiteres Jahr schenken können?

Am 22. Mai 2019 sagte Tranquillo Barnetta Tschüss. (Bild: Urs Bucher)

Am 22. Mai 2019 sagte Tranquillo Barnetta Tschüss. (Bild: Urs Bucher)

Du warst eine rare Besonderheit der Super League und hinterlässt eine grosse Lücke, vor allem in St.Gallen, das sich nun von dir emanzipieren will, ja muss. Dein unaufgeregtes Wesen, das schnörkellose, ehrliche Spiel, die krummen Beine, die Dir den eigentümlichen Gang gaben, das alles wird fortan fehlen.

In England im Londoner Wembley hast Du Dich ja längst verewigt, sogar in Togo kennen sie Dich seit vielen Jahren – dank Deinen Toren für das Schweizer Nationalteam. Und nun schien es im Spätherbst der Karriere fast, als wärest Du dem Jungbrunnen entstiegen. Ein letztes Mal hast Du Dich in unser Hirn eingebrannt, bist nochmals aufgeblüht, warst auf vielen Plätzen wie in früheren Spielzeiten im Ausland oder in den 75 Partien mit der Nationalmannschaft in aller Munde.

Lieber der letzte Auftritt auf der Hauptbühne als der leise Abgang durch die Hintertüre. Vielleicht warst Du im Schlussgang ja einfach jener lausbübische Tranquillo, der schlicht seinen Beruf liebte und dem Vornamen gerecht derart unbeschwert ausübte, wie nur Du es konntest; zu Zeiten in der Bundesliga durfte ja auch einmal der nächtliche Besuch des heimischen Open Air in St.Gallen nicht zu kurz ­kommen.

Wir wünschen Dir und Deiner kleinen Familie alles Gute im nächsten Leben. Vielleicht schaust Du irgendwann einmal vorbei irgendwo in der Fussballschweiz. Einfach so. Es würde uns freuen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.