Lawrence Ati Zigi – der beste Mann des FCSG war vor zehn Monaten noch ein Schnäppchen

Fast ein Jahr nach dem Transfer von Torhüter Lawrence Ati Zigi zum FC St.Gallen ist klar: Die Verantwortlichen haben nicht zu viel versprochen.

Patricia Loher
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Lawrence Ati Zigi verfügt in St.Gallen über einen Vertrag bis Sommer 2023.

Lawrence Ati Zigi verfügt in St.Gallen über einen Vertrag bis Sommer 2023.

Martin Meienberger/Freshfocus

Lawrence Ati Zigi ist am Montag via Amsterdam nach Ghana gereist. St.Gallens Torhüter trifft mit dem Nationalteam in der Qualifikation für den Afrika-Cup in den kommenden Tagen zweimal auf Sudan. Einmal zu Hause, einmal auswärts. Nach zwei Partien und zwei Siegen ist Ghana Leader der Gruppe C, zu der auch Südafrika gehört.

Obwohl Zigi nicht Ghanas Nummer eins ist, rückt der 23-Jährige selbstbewusst ins Camp der Afrikaner ein. Am Sonntag, beim 0:0 der St.Galler bei den Young Boys, war er der Mann des Spiels.

Trotz des Angriffswirbels der Berner behielt er kühlen Kopf. Hätte Zigi vor der Pause nicht dreimal blitzschnell reagiert, wäre die Hoffnung auf einen Punktgewinn früh geplatzt.

St.Gallens spektakulärster Goalie seit Stiel

Es war nicht Zigis erster starker Auftritt in dieser Saison: Schon beim 2:2 in Luzern intervenierte er in der Schlussphase dreimal bravourös. Der Ghanaer ist wohl St.Gallens spektakulärster Torhüter seit Meistergoalie Jörg Stiel.

Die Verantwortlichen haben nach Zigis Verpflichtung im Januar also nicht zu viel versprochen. Damals sagte Trainer Peter Zeidler:

«Der gefällt jedem.»

Und Sportchef Alain Sutter: «Er ist ein spektakulärer Goalie.» Zeidler hatte Sutter auf Zigi aufmerksam gemacht, der Deutsche gilt als Förderer des Torhüters.

Zeidler war in Liefering und Salzburg sowie schliesslich auch in Sochaux sein Trainer. Unbestrittener Stammgoalie ist Zigi aber erst in St.Gallen.

St.Gallen hatte einen Plan B

Am Sonntag erwähnte der Coach auch Torhütertrainer Stefano Razzetti. Bei Fragen nach Zigi komme ihm immer auch Razzetti in den Sinn, der nach dem Videostudium verschiedener Torhüter gesagt habe:

Stefano Razzetti, Torhütertrainer FC St.Gallen

Stefano Razzetti, Torhütertrainer
FC St.Gallen

PD
«Der und sonst keiner.»

Unter Razzetti hat sich Zigi nun offenbar nochmals entwickelt. Dabei hatte sich im Januar im Trainingslager in Spanien noch Nervosität breit gemacht, als bekannt wurde, dass Dejan Stojanovic auf dem Absprung ist.

Ein Wechsel auf der Goalieposition im Winter kann eine heikle Angelegenheit sein, da die Zeit knapp und ein Team eingespielt ist. Doch St.Gallen hatte einen Plan B und Zigi brauchte keine Anlaufzeit: Bereits nach dem ersten Spiel war er der Publikumsliebling.

St.Gallen bezahlt nicht einmal 100'000 Franken

Dabei war Zigi ein Schnäppchen. Der FC St.Gallen überwies schätzungsweise nicht einmal 100'000 Franken nach Sochaux, um den Torhüter Nummer zwei beim Ligue-2-Verein herauszulösen.

Für Vorgänger Stojanovic, der nach Middlesbrough in die zweithöchste englische Spielklasse wechselte, dürften die Ostschweizer rund 1,2 Millionen Franken erhalten haben. Zigis Marktwert ist laut transfermarkt.ch unterdessen von 300'000 auf 1 Million Franken gestiegen. Sein Vertrag beim FC St.Gallen läuft bis Sommer 2023. Zeidler sagte am Sonntag: «Ich hoffe, er bleibt noch länger bei uns.»