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KOMMENTAR: Unfassbare Machenschaften beim FC St.Gallen

Die Katze ist aus dem Sack: Die früheren Verantwortlichen des FC St.Gallen haben mit Geld um sich geworfen, jegliche Kontrolle hat gefehlt. "Im Selbstbedienungsladen FC St.Gallen setzte niemand Grenzen", schreibt Patrica Loher, Ressortleiterin Sport, in ihrem Kommentar.
Bewegte Zeiten beim FC St.Gallen - die neue Crew muss Vergangenheitsbewältigung betreiben. (Bild: Ralph Ribi)

Bewegte Zeiten beim FC St.Gallen - die neue Crew muss Vergangenheitsbewältigung betreiben. (Bild: Ralph Ribi)

Die Folgen der Grabenkämpfe und Vetternwirtschaft beim FC St.Gallen sind verheerend. Nachdem der Club bereits die Saison 2016/17 mit einem Minus von 2,6 Millionen Franken abgeschlossen hat, weist er nach der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2017/18 schon wieder ein Defizit von 358'000 Franken aus. Hätte Ende des vergangenen Jahres das neu zusammengesetzte Aktionariat nicht gehandelt, wäre der FC St.Gallen auf einen Konkurs zugesteuert.

In den vergangenen 30 Jahren ist der FC St.Gallen bereits dreimal nur knapp dem Niedergang entkommen. Der letzte Engpass liegt noch nicht einmal acht Jahre zurück, als das neue, teure Stadion den Club zu erdrücken drohte. Der Club überlebte, vor allem dank Dölf Früh, weiteren Geldgebern und den Banken. Früh hatte die finanzielle Lage lange ausgezeichnet im Griff. Doch weshalb griff er in den letzten Monaten seiner Amtszeit nicht ein, als sich abzeichnete, dass die Kosten explodieren?

Nach Frühs Rücktritt im vergangenen Mai reichten sieben Monate, um den FC St.Gallen ganz in Schieflage zu bringen. In den leitenden Positionen standen sich die meisten nah, man scheute sich auch nicht, den Präsidenten zu umgehen. Im Verwaltungsrat waren bald einmal sämtliche Kontrollfunktionen ausgehebelt, und so setzte im Selbstbedienungsladen niemand Grenzen. Selbst nach dem schlechten vergangenen Geschäftsjahr wurde weiter munter Geld ausgegeben und beispielsweise der Vertrag von Trainer Giorgio Contini schon im Herbst zu wohl besseren Konditionen, aber ohne Not verlängert. Zuletzt wurde die Zukunft des FC St.Gallen aufs Spiel gesetzt. Obwohl jeder um die finanzielle Fragilität dieses Clubs weiss.

Es ist unfassbar, dass sich solche Geschichten rund um den Traditionsverein überhaupt noch wiederholen konnten.

Patricia Loher
patricia.loher@tagblatt.ch


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