KOMMENTAR: Stübis Kunststück

Albian Ajeti bleibt bis 2021 beim FC St.Gallen, anstatt zum FC Augsburg zurückzukehren. St.Gallens Sportchef Christian Stübi sei nach der Verpflichtung Tranquillo Barnettas nun ein zweites Husarenstück gelungen, schreibt unsere Sportchefin Patricia Loher in ihrem Kommentar.

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Nach der Verpflichtung von Tranquillo Barnetta ist FCSG-Sportchef Christian Stübi mit der Übernahme von Albian Ajeti ein zweites Kunststück gelungen. (Bild: Keystone/Archivbild)

Nach der Verpflichtung von Tranquillo Barnetta ist FCSG-Sportchef Christian Stübi mit der Übernahme von Albian Ajeti ein zweites Kunststück gelungen. (Bild: Keystone/Archivbild)

Dem FC St. Gallen ist gelungen, was unmöglich schien. Die Ostschweizer binden Sturmtalent Albian Ajeti definitiv bis 2021 an sich. Der 20-Jährige war bis Saisonende vom FC Augsburg ausgeliehen. Nun kauft St.Gallen dem Bundesligaclub Ajeti ab. Der Verein dürfte für seinen besten Torschützen gut eine Million Franken nach Deutschland überweisen.

Für einen Schweizer Club, der nicht FC Basel heisst, ist es keine Selbstverständlichkeit, einen Spieler mit derart viel Talent, der sich zudem auf dem Sprung in die Bundesliga wähnte, zurückzuholen. Ein St.Galler Vorteil in den Verhandlungen war, dass der Schweizer Nachwuchsinternationale im Angriff unbestritten ist. Ist Ajeti gesund, spielt er auch. Der FC St.Gallen bietet Ajeti dank dieser Ausgangslage die Möglichkeit, sich dem Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic zu empfehlen. Denn ein kaltblütiger Vollblutstürmer wie es Ajeti ist fehlt dem Nationalteam noch immer. Der Verband tut gut daran, sein Interesse Ajeti zu signalisieren. Der St.Galler hat auch immer noch die Möglichkeit, für Albanien oder Kosovo aufzulaufen.

Geht Ajeti seinen Weg unbeirrt weiter, wird ihn der FC St.Gallen dereinst für gutes Geld verkaufen können. Es ist in diesen wirtschaftlich anstrengenden Zeiten des Zuschauerrückgangs und der schwierigen Sponsorensuche ein Punkt, der nicht ausser Acht gelassen werden darf. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte St.Gallen keine Transfereinnahmen zu verzeichnen. So ist dieser Vertrag für Ajeti nach der Verpflichtung von Tranquillo Barnetta das zweite Husarenstück von Sportchef Christian Stübi, der in den turbulenten Tagen des vergangenen Jahres oft auch Kritik ausgesetzt war. Stübi wird hie und da unterschätzt. Doch nun hat der Sportchef ein Ausrufezeichen gesetzt.

Patricia Loher
patricia.loher@tagblatt.ch