Kommentar
Silvan Hefti ist ein Vorbild für den FCSG und die Ostschweiz

Silvan Hefti, das Eigengewächs des FC St.Gallen, spielt fortan für den FC Genua. Man sollte sich seinen Weg zu Herzen nehmen in der Ostschweiz. Zudem: Hefti ist lebender Beweis, dass der St.Galler Weg funktioniert.

Christian Brägger
Christian Brägger
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Pfiffe gab's im Oktober 2021 im Kybunpark gegen den Ex-St.Galler Silvan Hefti.

Pfiffe gab's im Oktober 2021 im Kybunpark gegen den Ex-St.Galler Silvan Hefti.

Bild:Gian Ehrenzeller/KEYSTONE

Selbst wenn der Tabellenachtzehnte wohl nicht Silvan Heftis Traumklub ist, die Serie A ist gewiss eine Liga seiner Träume. Vor allem: Wie diszipliniert und konsequent der 24-Jährige bisher seinen Weg ging, verdient Lob, Respekt und Anerkennung.

Hefti, vom FC Goldach als Junior zum FC St.Gallen gekommen, schaffte es über das Future Champs Ostschweiz ins Kader der ersten Mannschaft. Hier war er als 18-Jähriger Stammkraft. In der Folge spielte sich der Verteidiger zum Leader und Captain des FC St.Gallen hoch. Alsbald wechselte er den Berater, auch weil er unbedingt ins Ausland wollte.

Im Sommer 2020 verliess Hefti den Klub nach fünf Jahren mit 170 (!) Pflichtspielen Richtung Young Boys, weil er den Weg im Osten der Schweiz als beendet sah. Den Schritt konnte die grünweisse Fanfamilie wie die sportliche Führung nicht recht akzeptieren, geschweige denn ertragen; bis zuletzt gab es im Kybunpark «heftige» Pfiffe gegen den Spieler.

Dieser reüssierte in Bern sogleich und bewies, wie widerstandsfähig er ist. Hefti wurde Meister (schwierig war das nicht) und der am drittmeisten eingesetzte YB-Akteur. Er behielt eine prominente Rolle in dieser Saison, spielte in der Königsklasse und sich spätestens mit dem Prachtstreffer gegen Atalanta nachhaltig in die Notizzettel ausländischer Vereine.

Jetzt ist es endlich soweit, und der Auslandtraum des Buben vom Bodensee wird in Genua unter keinem geringeren als Trainer Andrej Schewtschenko wahr, einem früheren Stürmerstern des Weltfussballs. Für um die fünf Millionen Franken wechselt Hefti dahin, wovon St.Gallen nichts sieht, weil damals beim Abgang die 1,5 Millionen Franken und nicht weniger als Soforterlös lieb waren – also verzichtete man auf eine Weiterverkaufsbeteiligung.

Vom FC St.Gallen aus hätte es Hefti wohl nicht direkt ins Ausland geschafft. Eigentlich müssten die Ostschweizer, die Führung und all jene, die mit diesem sicheren Wert im grünweissen Dress zu tun hatten und sich an ihm auf dem Rasen erfreuten, stolz sein. Stolz sein darauf, dass der Weg über den FC St.Gallen funktioniert. Und dass es einer der Ihrigen in die Serie A gebracht hat. Man ist auch ein Vorbild, wenn man seine ambitionierten Ziele erreicht.

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