Kommentar
Der FC St.Gallen ist in besten Händen – doch strapaziert er die Solidarität seiner Fans?

Die GV des FC St.Gallen verläuft in Harmonie, der Klub bringt neue Publikumsaktien auf den Mark. Das kann gutgehen, doch der öffentliche Goodwill ist volatil.

Christian Brägger
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Ebenfalls an der GV anwesend ist die erste Mannschaft (Bildmitte: Captain Lukas Görtler) des FC St.Gallen. Kann sie künftig über ein höheres Budget verfügen?

Ebenfalls an der GV anwesend ist die erste Mannschaft (Bildmitte: Captain Lukas Görtler) des FC St.Gallen. Kann sie künftig über ein höheres Budget verfügen?

Bild: Michel Canonica

Herbst 2017, Präsident Stefan Hernandez führt die Publikumsaktionäre des FCSG durch die GV. Bestehen bleibt das Gefühl, der Verein sei nicht gut geführt und finanziell in Not. Angst und Unzufriedenheit sind gross. Die Krise im und um den Klub ist überall.

Herbst 2021, Präsident Matthias Hüppi führt die Publikumsaktionäre des FCSG durch die GV. Bestehen bleibt das Gefühl, der Verein sei in besten Händen und finanziell gut aufgestellt. Zuversicht und Zufriedenheit sind gross. Die Krise ist die Pandemie.

Es lässt sich derzeit prima leben im und mit den FCSG, und vermutlich ist die Idee, das Eigenkapital mit Publikumsaktien aufzustocken, eine gute. Umgesetzt bedeutete dies mehr Planungssicherheit, womöglich mehr sportliche Potenz. Nur: Der öffentliche Goodwill ist volatil, und nachdem 95 Prozent der Abonnenten zuletzt auf die volle Rückerstattung der Tickets und damit auf Geld verzichtet haben, läuft es in relativ kurzem Abstand erneut darauf hinaus: Dem Klub Geld zu geben.

Diese Zitrone, bei aller Solidarität, die die Region so innig lebt und ihr Unverwechselbarkeit schenkt, könnte irgendwann ausgepresst sein.

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