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Ehemaliger FCSG-Spieler Mario Mutsch: "Mein Herz schlägt immer noch grün-weiss"

Mario Mutsch hat beim FC St.Gallen Höhen, aber auch Tiefen erlebt – sportliche wie persönliche. Dennoch denkt der Luxemburger mit Wehmut an seine Zeit beim FCSG zurück.
David Gadze
Mario Mutsch ist der einzige Luxemburger, der für den FCSG gespielt hat. (Bild: Hanspeter Schiess (9. August 2015))

Mario Mutsch ist der einzige Luxemburger, der für den FCSG gespielt hat. (Bild: Hanspeter Schiess (9. August 2015))

Es ist eine Szene, die buchstäblich ans Herz geht: Mario Mutsch steht am 28. Mai 2017, nach dem letzten Heimspiel der Saison, mit seinem Sohn vor dem «Espenblock», klopft mit der Hand auf das FCSG-Emblem auf seiner Brust, küsst es. Die Anhänger lassen den Luxemburger minutenlang hochleben. Mutsch klatscht, Mutsch verneigt sich, und irgendwann weint Mutsch. Es sind Tränen der Rührung, der Freude.

«Nie zuvor haben mich die Fans so gefeiert»

Es sind aber auch Tränen der Enttäuschung, der Trauer. Denn eigentlich wäre Mutsch gerne beim FC St. Gallen geblieben. Und eigentlich hätte ihn der FCSG gerne behalten – allerdings zu spät. So bricht die Liaison zwischen Spieler und Club nach fünf Jahren und über 150 Spielen auseinander.

Den verlängerten Arm amputiert

Schuld am bitteren Abgang des beliebten Spielers ist der kurz zuvor entlassene Trainer Joe Zinnbauer. Unter ihm spielt Mutsch in jener Rückrunde keine Rolle mehr. Dabei hatte ihn Zinnbauer kurz nach seiner Amtsübernahme im Herbst 2015 zu seinem wichtigsten Spieler auf dem Platz erklärt, zu seinem verlängerten Arm. «Mir war das fast unangenehm», sagt Mutsch im Telefongespräch. Denn ein Jahr später stellen sich diese Aussagen als Worthülsen heraus. Als es der Mannschaft nicht wunschgemäss läuft, schneidet Zinnbauer seinen verlängerten Arm wieder ab und verbannt Mutsch aus dem Kader. Selbst als die Mannschaft im Frühling mit teils desaströsen Vorstellungen fünf Niederlagen aneinanderreiht, bleibt Mutsch aussen vor. Warum, weiss er bis heute nicht. Das Gespräch mit dem Trainer suchte er damals jedenfalls nicht:

«Ich wollte mir keine Alibierklärungen anhören.»

Bis Zinnbauers Entlassung Anfang Mai 2017 steht Mutsch keine Sekunde mehr auf dem Platz, ja nicht einmal im Aufgebot. Im ersten Spiel unter Giorgio Contini bekommt er eine neue Chance – und packt sie gleich. Nachdem er in Lausanne für den verletzten Silvan Hefti eingewechselt wird, gehört er in den folgenden Spielen meist wieder zur Startelf – und spielt und kämpft, als sei er nie weg gewesen. Der Trainerwechsel kommt dennoch zu spät: Drei Wochen zuvor unterzeichnet Mutsch beim luxemburgischen Erstligisten Progres Niederkorn einen neuen Vertrag. «Ich wäre sehr gerne beim FCSG geblieben, aber unter Zinnbauer sah ich keine Perspektive mehr.» Dabei war Mutsch in all den Jahren ein Spieler, der sich auf dem Platz immer für seine Farben zerriss. Er war auch eine der Stützen jener Mannschaft, die sich nach dem Aufstieg sogleich für die Europa League qualifizierte – und am Schluss ihr einziger verbliebener Feldspieler.

In der Heimat ein Ausländer

Mutsch ist ein Spätzünder. Seinen ersten Profivertrag unterschreibt er mit fast 23 Jahren beim FC Aarau. Beim FC St. Gallen landet er schliesslich wegen des damaligen Trainers Jeff Saibene. Dieser kannte ihn bereits seit seiner Zeit im Trainerstab der luxemburgischen Nationalmannschaft und hatte 2007 seinen Transfer von der zweiten Mannschaft von Alemannia Aachen zum FC Aarau eingefädelt, wo er damals Co-Trainer war. Als Mutsch via den französischen Zweitligisten FC Metz zum FC Sion kommt, dort aber aufgrund der Turbulenzen um die Transfersperre, die Punktabzüge und den Beinahe-Abstieg 2012 keine Zukunft mehr hat, holt ihn Saibene zum FCSG.

Seit vergangenem Sommer spielt Mario Mutsch, der in Belgien geboren wurde und aufgewachsen ist, nun erstmals überhaupt in seiner Heimat. Und obwohl er Nationalspieler ist, belastet er das Ausländerkontingent von Progres Niederkorn, weil er nie zuvor in Luxemburg gespielt hat. Bei seinem neuen Club sind praktisch alle Spieler Halbprofis. «Der Verein will mit mir etwas aufbauen. Das hat mich mehr interessiert, als des Geldes wegen irgendwo anders zu spielen.» Der Wechsel hatte aber auch familiäre Gründe: «Meine Mutter hat meinen Sohn während der Zeit in der Schweiz nur selten gesehen. So hat sie mehr Kontakt zu ihrem Enkel», sagt Mutsch, der mit seiner Familie in Esch-sur-Alzette wohnt.

Zurück in die Ostschweiz?

Die sportlichen Ambitionen hat Mutsch dennoch nicht begraben. Ihm fehlt noch ein Länderspiel, um zu Rekordnationalspieler Jeff Strasser aufzuschliessen, und drei, um die 100 perfekt zu machen. Wie lange er noch Fussballprofi sein wird, weiss der 33-Jährige nicht. Sein Vertrag läuft noch ein Jahr, parallel dazu absolviert er die Trainerausbildung. Und er hofft, dass der Abschied aus der Ostschweiz nicht für immer war. «Wenn sich eine Möglichkeit ergibt, zurückzukommen, werden wir das tun.» Und dann sagt Mario Mutsch diesen Satz, den man bei ihm immer auf dem Spielfeld gespürt hat: «Mein Herz schlägt immer noch grün-weiss.»

Einst Spieler – und heute?

Die Stadtredaktion ruft auch in dieser Saison einige ausgewählte Akteure des FC St. Gallen in Erinnerung, die zwischen den 1960er-Jahren und der jüngeren Vergangenheit auf dem Espenmoos oder im neuen Fussballstadion gespielt haben. (red)

Matchtipp Mario Mutsch : 2:0

Hinweis:

FC St. Gallen – FC Sion

Morgen So, 16.00, Kybunpark

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