3,69 Millionen frisches Geld für die Espen: Kapitalerhöhung bei der FC St.Gallen Event AG

Bestehende Aktionäre der FC St.Gallen Event AG haben ihre Beteiligungen erhöht. Zudem konnte eine neue Aktionärin gewonnen werden. Ergebnis: Eine Kapitalerhöhung, die bereits vollzogen worden ist. Davon profitiert auch der FC St.Gallen, der das vergangene Geschäftsjahr trotz Corona mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen hat.

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Neue Mittel für den FC St.Gallen – in der Coronakrise kann sie der Club gut brauchen.

Neue Mittel für den FC St.Gallen – in der Coronakrise kann sie der Club gut brauchen.

Bild: Urs Bucher

(pd/dwa) Der FC St.Gallen hat eine sportlich erfolgreiche Saison hinter sich. Mit Platz zwei sowie einer frischen und offensiven Spielweise habe die Mannschaft die Fussballfans weit über die Region hinaus begeistert und die Erwartungen übertroffen, wie der Club in einem Communiqué schreibt.

Auch wirtschaftlich könne der FC St.Gallen auf ein positives Geschäftsjahr zurückblicken, habe aber im wirtschaftlichen Ausblick eine Vielzahl offener Fragen und Unsicherheiten.

Trotz Corona: Ein Gewinn für den FC St.Gallen

Der FC St.Gallen meldet, dass die wirtschaftliche Situation nach einem leicht positiven Halbjahresabschluss seit Ende Februar 2020 durch den coronabedingten Saisonunterbruch und wegen der Bundesmassnahme für Grossveranstaltungen stark beeinträchtigt worden sei. Trotzdem weist der Club einen konsolidierten Gewinn von 1,754 Millionen Franken aus. Die Verantwortlichen verweisen zum einen auf eine «unvergleichlich grosse» Solidarität von Fans und Sponsoren; zum anderen sei der Club sportlich erfolgreich, was zu höheren Zuschauereinnahmen und Rangprämien führe. Des Weiteren verzeichnet der FCSG Transfereinnahmen, und das Geschäftsmodell werde laufend optimiert, was Effizienz- und Kosteneinsparungen zur Folge habe und letztlich Arbeitsplätze sichere.

«Die Wirtschaft, aber auch die Swiss Football League und der FC St.Gallen befinden sich in einer anspruchsvollen und herausfordernden Lage», warnen die Verantwortlichen aber. Für die kommenden Jahre bestünden viele unbekannte Faktoren. Für den FCSG seien dies die Vorschriften in Bezug auf die Stadionnutzung, die Durchführung der laufenden Saison sowie die wirtschaftliche Entwicklung der Partner und Sponsoren. «Mit etwas Rückenwind, einem blauen Corona-Auge und grosser Zuversicht sind wir in die neue Saison 2020/21 gestartet.» Wirtschaftlich müssen man jedoch weiter optimieren, die Eigenkapitalstruktur stärken, jederzeit die Zahlungsfähigkeit und Liquidität sichern und gezielt Transfereinnahmen generieren, ohne den sportlichen Erfolg zu unterminieren. (dwa)

«Ein solides Fundament schaffen»

Aufgrund dieser Planungsunsicherheiten haben die Aktionäre der FC St.Gallen Event AG eine ordentliche Kapitalerhöhung beschlossen und bereits vollzogen. «Dank dieser Kapitalerhöhung fliessen dem FC St.Gallen neue Mittel im Umfang von 3,69 Millionen Franken zu.»

Zum einen haben bestehende Aktionäre ihre Beteiligungen gemäss der Mitteilung erhöht, zum anderen konnte mit der Fortimo Business AG eine neue Aktionärin gewonnen werden.

Rolf Schubiger, Aktionär.

Rolf Schubiger, Aktionär.

Bild: Archiv/Ralph Ribi

Rolf Schubiger sagt im Namen der bisherigen Aktionäre:

«Wir wollen mit der Kapitalerhöhung ein Zeichen setzen, dass wir Vertrauen in den FCSG haben und mit grosser Freude hinter dem Klub stehen. Deshalb unterstützen wir ihn auch in schwierigen Zeiten.»

Man sehe optimistisch in die Zukunft und schaffe ein solides Fundament für eine erfolgreiche Zukunft für und mit dem FCSG.

Philipp und Remo Bienz von Fortimo Business AG sehen ihr Engagement gemäss der Mitteilung als Bekenntnis zum FC St.Gallen, von dem die ganze Ostschweiz profitieren soll: «Der Verwaltungsrat und die operative Führung, aber auch die erste Mannschaft und der ganze Staff leisten hervorragende Arbeit. Das wollen wir mit dem finanziellen Engagement von Fortimo unterstützen.» Die Verbundenheit von Fortimo mit dem FCSG basiere auch auf ähnlichen Werten, für welche beide Unternehmen stünden: Bodenständigkeit, Verankerung in der Ostschweiz sowie Fleiss und Leidenschaft.

«Wir wollen mit diesem Bekenntnis zum FCSG der Ostschweiz etwas zurückgeben und ihn als Institution langfristig stärken.»

Präsident Hüppi unterstreicht die Solidarität

Matthias Hüppi, Präsident des FC St.Gallen.

Matthias Hüppi, Präsident des FC St.Gallen.

Bild: Urs Bucher

Für den FC St.Gallen ist diese Kapitalerhöhung ein wichtiges Zeichen des Vertrauens. Entsprechend zufrieden und dankbar äussert sich Verwaltungsratspräsident Matthias Hüppi über die Kapitalerhöhung und den Einstieg der Fortimo Business AG als Aktionärin bei der FC St.Gallen Event AG:

«Hätte es noch einen Beweis gebraucht, dass der FC St.Gallen in einzigartiger Weise auch wirtschaftlich regional verankert ist, dann ist er mit dem grossen Engagement unserer Hauptaktionäre erbracht.»

Die bisherigen Aktionäre und die neue Aktionärin stärken gemäss Hüppi das wirtschaftliche Fundament des Clubs in einer sehr fordernden Zeit. Das aus Ostschweizer Unternehmern zusammengesetzte Aktionärsteam werde auf ideale Weise ergänzt und gestärkt.

Das Aktionariat der FCSG Event AG präsentiert sich nach der Kapitalerhöhung wie folgt:

Die Verteilung des neuen Aktionariats des FC St.Gallen

Aktionäre Beteiligung
Edgar Oehler 19,7
Steffen Tolle 9,57
Rolf Schubiger 9,57
Ernst Eisenhut 5,38
Martin Jäger 4,25
Brauerei Schützengarten AG 4,25
Jérôme und Patric Müller 10,63
Roland Gutjahr 10,63
Thoma Immobilien Treuhand AG (Patrick Thoma) 10,63
Fortimo Business AG (Philipp und Remo Bienz)(neu) 15,38

Kapitalerhöhung wird im November beantragt

Der Verwaltungsrat plant gemäss der Mitteilung, die Ende vergangenen Jahres angekündigte Kapitalerhöhung der FC St.Gallen AG an der Generalversammlung vom kommenden 20. November zu beantragen. «Die Umsetzung der Kapitalerhöhung erfolgt, wenn sich die Lage mit der Covid-19-Pandemie weitestgehend normalisiert hat.» Über allem stehe der gemeinsame Auftrag, den FC St.Gallen sicher durch diese stürmischen Zeiten zu manövrieren und seine Existenz langfristig zu sichern.

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