Kaffeekränzchen in der AFG Arena

FUSSBALL. Diesen Sonntag gibt es in der AFG Arena eine Premiere. Anstoss zum Spiel gegen Servette ist bereits um 13.45 Uhr. Fussball bei Kaffee und Kuchen wird nun einige Male serviert.

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Hier spielt der Tabellenführer: die St.Galler AFG Arena. (Bild: Keystone)

Hier spielt der Tabellenführer: die St.Galler AFG Arena. (Bild: Keystone)

Der frühe Spielbeginn löst grundsätzliche Fragen aus. Zum Beispiel: Welche Kost wird besser schmecken - jene auf dem Rasen oder jene, die wir schmatzend geniessen? Was uns bei späteren Anspielzeiten erwartet, das kennen wir. Würste, Pommes Frites, Hamburger. Aber bietet das Catering nun auch einen schmackhaften Bohnenkaffee mit Schümli und eine Auswahl an leckeren Schwarzwälder- und Kirschtorten? Letztere könnten uns zudem auf den Olma-Gastkanton Zug einstimmen. Kaffee und Kuchen passen irgendwie auch zur gemütlichen Tabellenlage des FC St.Gallen. Das können wir uns auch noch am 28. Oktober und 25. November in den Heimspielen gegen Thun und Luzern genehmigen - ein gutes Omen also?

FC Basel auch TV-Spitzenreiter
Ein seltener Gast bleibt der momentane Leader der Super League hingegen im "Spiel der Runde" des Schweizer Fernsehens am Sonntagnachmittag um 16 Uhr. Wie schon im ersten Viertel der Meisterschaft kommen die Free-TV-Kunden der Schweiz auch im zweiten Saisonabschnitt nur einmal in den Genuss des "neuen" FC St.Gallen: am 4. November im Heimspiel gegen Sion. Da nun alle Anspielzeiten bis zur Winterpause feststehen, sieht man, wie oft die einzelnen Teams auf SF2 berücksichtigt worden sind. Selten in die Live-Übertragungen einbezogen wurden bis Ende Jahr auch Lausanne (1), Servette (2) und Luzern (2). Alle andern kommen mehr zum Handkuss als St.Gallen: Thun (3), Sion (4), Grasshoppers (4), Young Boys (5), Zürich (5). Unangefochten an der Spitze der TV-Hitparade liegt der FC Basel mit 8 Spielen. An fast jedem zweiten TV-Spiel ist der Schweizer Meister beteiligt.

Noch gewöhnungsbedürftig
Es ist ja ohnehin interessant zu beobachten, welche mediale Wertschätzung der FC St.Gallen erhält. Der allgemeine Eindruck: Man nimmt den Aufschwung der Ostschweizer wohlwollend bis erfreut zur Kenntnis, muss sich aber erst noch daran gewöhnen. Auffallend war auch die Schlagzeile im Teletext nach den Cupspielen vom vergangenen Samstag: "Basel und YB ohne Probleme weiter", hiess es. Vom FC St.Gallen, der sich zusammen mit dem FC Wil (ebenfalls 7:0) am deutlichsten von allen Teilnehmern durchgesetzt hatte, war nicht die Rede. Das lässt zwei Schlüsse zu: Entweder ist die Leaderposition des FC St.Gallen schon wieder in Vergessenheit geraten, oder man hat von Basel und YB tatsächlich Probleme erwartet, nicht jedoch von den St.Gallern.

Titelstory mit Janjatovic
Hingegen hat das Fussballmagazin "Eurosoccer" den FC St.Gallen nun wahrgenommen und eine Geschichte über Dejan Janjatovic in der aktuellen Nummer platziert. Janjatovic stieg sogar zur Titelstory auf, nachdem der Schweizer Verband ein Interview mit Diego Benaglio abgeblockt hatte.

Wie auch immer die Reaktionen ausfallen: Wenigbeachtung ist der Entwicklung der St.Galler Mannschaft eher förderlich als übertriebene Aufmerksamkeit. Und den Zuschauern dürfte Fussball bei Kaffee und Kuchen statt erst Mitte Nachmittag egal sein, so lange neben den Torten die Tore nicht fehlen.

Fredi Kurth