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Jung, jünger, FC St.Gallen – weshalb die Ostschweizer das jüngste Kader der Super League stellen

Der FC St.Gallen hat am vergangenen Samstag in Basel gewonnen – mit dem zweitjüngsten Kader aller Clubs seit der Einführung der Super League. Die Jugendlichkeit einer Mannschaft eröffnet Chancen, birgt aber auch Gefahren.
Patricia Loher
Perle aus dem Toggenburg: Der 17-jährige Leonidas Stergiou gegen Basels Kevin Bua. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus)

Perle aus dem Toggenburg: Der 17-jährige Leonidas Stergiou gegen Basels Kevin Bua. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus)

Leonidas Stergiou ist 17-jährig, und bereits St. Gallens Abwehrchef. Neben und vor ihm spielen Teamkollegen, die höchstens acht Jahre älter sind als der Verteidiger aus dem Toggenburg. Der FC St. Gallen hat am Samstag nicht bloss mit dem 2:1-Sieg in Basel auf sich aufmerksam gemacht, sondern gleich auch noch mit der Nomination des zweitjüngsten Teams seit Einführung der Super League in der Saison 2003/04.

Die Mannschaft der Ostschweizer wies nach dem Debüt des 20-jährigen Betim Fazliji – der Rheintaler ersetzte den an Zahnschmerzen leidenden Jordi Quintillà – in Basel ein Durchschnittsalter von 21,7 Jahren auf. Jünger waren im Mai 2004 bloss noch die Grasshoppers, als sie auswärts gegen Xamax im Durchschnitt 20,8 Jahre auf den Platz brachten.

Doch dann kamen Hefti und Van der Werff

Es scheint, dass St. Gallens Bemühungen in der Nachwuchsarbeit langsam Früchte tragen. Die Einheimischen Silvan Hefti, Stergiou sowie Fazliji haben Future Champs Ostschweiz durchlaufen, und dahinter drängen Spieler wie Angelo Campos, Tim Staubli, Alessandro Kräuchi, Boris Babic oder Fabio Solimando, die ihre Wurzeln ebenfalls in der Region haben. St.Gallen lässt sich Future Champs Ostschweiz (FCO) jährlich 3,5 Millionen Franken kosten, vor der Sparrunde betrug das Budget gar noch eine Million mehr.

St.Gallens Trainer Peter Zeidler (Bild: Benjamin Manser)

St.Gallens Trainer Peter Zeidler (Bild: Benjamin Manser)

Die Verantwortlichen wurden für die flächendeckenden Bemühungen zwar oft gelobt, mussten sich da und dort aber auch anhören, Aufwand und Ertrag stünden in keinem Verhältnis. Doch dann kamen Roy Gelmi und Hefti in die erste Mannschaft. Auch Jasper van der Werff, den St.Gallen früh nach Salzburg verkaufte, ist ein Kind von FCO. Und nun scheinen die St. Galler mit Peter Zeidler einen Trainer zu haben, der den jungen, eigenen Spielern eine Chance gibt. Quintillà fällt aus, Fazliji kommt. In Basel, beim Stand von 2:1, wechselt er Campos für Victor Ruiz ein.

Zeidlers Fussball erfordert eine starke Physis

Auch bei den Transfers fällt auf: Verpflichtet hat St. Gallen fünf Spieler zwischen 20 und 25 Jahren, nur zwei neue Akteure sind über 30. Der Trainer mag bezüglich der Arbeit mit jungen Spielern nicht von einer Herausforderung sprechen, «viel lieber von einer Chance». Zeidlers Fussball ist körperlich anspruchsvoll. Das Gegenpressing und das schnelle Umschaltspiel erfordern nicht nur Tempofestigkeit, sondern auch eine starke Physis. Der Trainer sagt:

«Die jungen Spieler erholen sich schnell. Und ich spüre jeden Tag ihre Lust, sich zu verbessern. Sie saugen alles auf.»

Nur, das will der Coach ebenfalls betonen, müsse man die Jugendlichkeit ideal kombinieren mit «Spielern mittleren Alters». Akteure wie Moreno Costanzo, Milan Vilotic oder Vincent Rüfli seien für ein Mannschaftsgefüge «ebenso wichtig».

Angenehmer Nebeneffekt dieser jungen Mannschaft ist, dass die Lohnkosten gesunken sind. Einen Grossverdiener gibt es nicht mehr. «Aber wir haben nicht wegen der Finanzen diese Strategie gewählt», sagt Zeidler. Richtig radikal jedoch war die Verjüngungskur nicht, es ist im zweiten Jahr unter dem Deutschen bloss ein Trend, der sich fortsetzt. Denn schon in der vergangenen Saison erhielt St. Gallen 95'000 Franken, weil es am meisten Schweizer Nachwuchsspieler wie Hefti oder Dereck Kutesa in der Startformation eingesetzt hat.

Für Stergiou wurde es in der Rückrunde zu viel

Nur birgt die Strategie mit den jungen Spielern auch Risiken: Stabilität und Ruhe können doch ab und zu fehlen. Aber ein Fehler, wie er Stergiou im Jubiläumsspiel gegen Luzern unterlief, darf mental keine Spuren hinterlassen. Betreuung und Begleitung im Club sind also ebenso wichtig wie die fussballerische Ausbildung. «Wir haben in jener Phase gemerkt, dass es zu viel war für ihn. Schule, Nachwuchs-Nationalteam und Meisterschaft mit dem FC St. Gallen. Deshalb reduzierten wir die Einsätze», sagt Zeidler. Stergiou hat die Schule unterdessen abgeschlossen und absolviert ein Praktikum bei der Event AG. Zeidler sagt: «Die jungen Spieler brauchen sich nicht zu sorgen. Sie dürfen Fehler machen.»

Zeidlers Respekt vor Nuzzolo

In der dritten Runde trifft St. Gallen am Sonntag ab 16 Uhr auswärts auf Xamax. Die Neuenburger waren in der vergangenen Saison der Lieblingsgegner der Ostschweizer. Aus vier Partien resultierten vier Siege.

Das Testspiel gegen Dortmund war für St.Gallens Trainer Peter Zeidler nicht bloss eine Begegnung ohne Aussagekraft. Im Gegenteil. «Ich habe einige Erkenntnisse gewonnen.» Die erste Halbzeit hat dem Coach nicht gepasst, sein Team lag zur Pause 1:3 in Rückstand. «Wir traten nicht so mutig auf, wie wir es gewollt hatten.» Sein Team sei dem Gegner nur «hinterher gelaufen». In der zweiten Hälfte habe man dann einiges besser gemacht. «Und es gelang uns, auch gegen Dortmund Chancen herauszuspielen.»

Rückschlag für Vilotic, Wiss auf gutem Weg

Einen Rückschlag erlitt in der Partie gegen den Champions-League-Teilnehmer Milan Vilotic, dessen Entzündung am Fuss wieder aufgebrochen ist. Er fehlt gegen Xamax ebenso wie Musah Nuhu, Nicolas Lüchinger und Alain Wiss. Positiv verläuft der Heilungsprozess bei Wiss. Der Zentralschweizer, der sich im Januar einen Kreuzbandriss zugezogen hat, ist wieder zu 100 Prozent im Mannschaftstraining dabei. Noch ist es aber zu früh für einen Einsatz. Am Sonntag gilt es für die Ostschweizer, den 2:1-Erfolg vom Samstag in Basel zu bestätigen. Xamax, das in den Prognosen vielerorts als Absteiger getippt wurde, hat in Thun 2:2 gespielt und zuletzt zu Hause gegen die Young Boys nur 0:1 verloren. Zeidler will nichts wissen von einem Substanzverlust der Neuenburger: «Xamax hat noch immer Raphaël Nuzzolo.» Der unterdessen 36-Jährige muss seine drei restlichen Spielsperren nicht mehr absitzen. Das Rekursgericht der Swiss Football League (SFL) hat den Rekurs von Xamax gegen die Sperren seines Topskorers, der im Barrage-Hinspiel vom 30. Mai gegen Aarau wegen Spuckens in Richtung des Schiedsrichters des Feldes verwiesen worden war, vollumfänglich gutgeheissen. (pl)

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