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Itten bleibt das Thema – doch nun geht’s für den FCSG nach Bern

Nach dem Ausfall des besten Torschützen der Saison, Cedric Itten, gastiert der FC St.Gallen am Mittwoch in Bern. Letztmals gewann der FCSG in Bern im Jahr 2005.
Keystone

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Die Aufgabe könnte schwieriger nicht sein. Um nicht zu sagen unlösbar. Wenn der FC St.Gallen am Mittwoch auswärts ab 20 Uhr im Stade de Suisse auf die Young Boys trifft, gibt es an der Rollenverteilung nichts zu deuteln. Hier der neue Koloss der Super League, der trotz des Flirts mit der Champions League nach sieben Meisterschaftsrunden mit dem Punktemaximum einsam führt, ­ligaweit am meisten Tore (26) erzielt und am wenigsten (5) erhalten hat. Dort der FC St.Gallen, der auf dem dritten Platz liegt, sich aber seine Wunden lecken muss nach den verlorenen Punkten gegen Lugano und dem schwerwiegenden Verlust zweier Spieler; schafft er es, das alles beiseitezuschieben?

An der gestrigen Pressekonferenz musste man feststellen: nicht ganz. Die schwere Verletzung Cedric Ittens war das vorrangige Thema, was ebenfalls die Anwesenheit des Präsidenten Matthias Hüppi unterstrich, der bald einmal sagte: «Wir werden schauen, welche Sanktion gesprochen wird. Alles Weitere werden wir dann prüfen. Das hängt aber auch davon ab, was Itten sich wünscht. Wir wollen aber keinesfalls, dass das Ganze im Sand verläuft.» Apropos Itten: Der 21-jährige Stürmer wird noch in dieser Woche in Basel am Knie operiert, die Rehabilitation wird er dann in St.Gallen absolvieren. An jenem Ort also, an dem er sportlich wirklich Fuss fasste. Auch wahrten der FC St. Gallen und Itten die Frist für das von der Liga eingeleitete Verfahren und reichten gestern Nachmittag die dafür notwendige schriftliche Stellungnahme beim Disziplinarrichter für Spielbetriebskommission der Swiss Football League ein.

Peter Zeidler sprach an der Pressekonferenz davon, das Foul nicht länger ins Zentrum rücken zu wollen, doch da war allein der Wunsch der Vater des Gedankens. Der Coach kam wieder und wieder auf die Causa zurück, sprach erneut von einer brutalen Attacke, die keine zwei Meinungen erlaube und leider an Itten ein Leben lang haften bleibe. Die Leidtragenden seien nun sie, die St. Galler, die Tragweite des Ausfalls könne nicht abgeschätzt werden. Zeidler sagte, der FC St. Gallen habe ja schon gegen Lugano zwei Punkte verspielt: «Weil Itten einfach nicht mehr auf dem Platz stand.»

Wer schiesst Ittens Tore?

Tatsächlich drängt sich mit Blick auf das Geschehen auf dem Rasen die Frage auf, wer Ittens Tore schiessen wird, der in Cup und Meisterschaft in dieser Saison schon elfmal getroffen hat. Und überhaupt: Gelingt es den Ostschweizern, den Hebel wieder umzulegen? Zudem wurde eine Erkenntnis aus den jüngsten St. Galler Auftritten offenbar: dass die Spieler mit Fortdauer der Partie in Sachen Konzentration nachlassen. «Physisch habe ich gar keine Bedenken. Vielmehr bekommen wir jeweils das Gefühl, dass es von selbst klappe, sowieso gut komme. Und dann sind wir plötzlich immer weniger präsent», sagte Zeidler.

Den Young Boys werden gegen St.Gallen Kevin Mbabu und Djibril Sow fehlen. «YB ist auch so das absolut Beste der Schweiz. Stimmige Taktik, tolle Mentalität, es hat die ideale Kombination», sagte Zeidler. Fakt ist, dass die Berner dem FC St.Gallen überhaupt nicht liegen. Letztmals gewann er zu Hause am 11. April 2015 mit 3:1, seither blieb er in 14 Auftritten (samt Cup) sieglos und verlor zehnmal. Der letzte Sieg in Bern stammt gar aus dem Jahr 2005.

Und auch wenn die Statistik so überhaupt nicht dem FC St.Gallen entgegenkommt, könnte es doch drei Aspekte geben, die für ihn sprechen. Da ist vielleicht das nähere Zusammenrücken, dieser «Jetzt erst recht»- oder «Wir gegen alle»-Effekt, den eine so schwere Verletzung nach sich ziehen kann. Da ist der FC St. Gallen, der auch in Bern seine neugewonnene offensive DNA zeigen und über die gesamte Zeit agieren will. «YB muss gegen uns schon richtig gut spielen, um zu gewinnen.» Und da sind die beiden Cup-Runden dieser Saison, die die Berner gegen Biel und Schaffhausen nur in extremis in der Verlängerung und mit viel Glück überstanden. Vielleicht tut der FC St.Gallen also gut daran, sich in einer Art Cup-Partie zu sehen, als David, der dem Goliath ein Bein stellen will. Beim Wettanbieter gäbe es bei einem Franken Einsatz für ein Unentschieden schon mehr als sechs Franken, ein Sieg brächte gar fast das Neunfache. Aber wer wettet schon. Oder soll man’s wagen?

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