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Der FC St.Gallen im «Märliland» – die Espen nach dem Sieg gegen den Super-League-Koloss Basel

Episoden zeigen, wie die junge Mannschaft des FC St.Gallen nach dem 2:1 in Basel positiv zu reden gibt. Besonders Cedric Itten und Betim Fazliji traten positiv in Erscheinung.
Christian Brägger, Basel
Cedric Itten trifft und wird von seinen Teamkollegen bejubelt. (Bild: Marc Schumacher/ Freshfocus)

Cedric Itten trifft und wird von seinen Teamkollegen bejubelt. (Bild: Marc Schumacher/ Freshfocus)

In ihrem Matchprogramm führten die Basler Albian Ajeti als mutigen, brüllenden Gladiator. Der Stürmer blieb aber stumm und spielte wie so manch geschonte Ausnahmekraft nicht gegen den FC St.Gallen. Wenn man an diesem Samstagabend in der Arena des St.-Jakob-Park jemandem die Rolle des furchtlosen, überzeugenden Kämpfers zuschreiben konnte, dann nur ihm: dem Gast aus der Ostschweiz.

Noch am Morgen hatte Peter Zeidler nichts Besonderes gespürt, als der Tross nach dem gemeinsamen Müsli vom Kybunpark aufbrach. Es gibt ja Trainer, die eine Vorahnung für gewisse Ereignisse zu haben meinten, der St.Galler Coach indes dachte sich nur: «Mein Team hat viel Herz. Ich habe ein gutes Gefühl für und Vertrauen in meine Spieler.»

Zwölf Stunden später lagen sie sich alle in den Armen, Präsident Matthias Hüppi war wieder einmal heiser, so sehr hatte er mitgelitten, und Zeidler befand sich lange im Flow nach dem etwas glücklichen, aber nicht unverdienten 2:1, mit dem die St.Galler ihr Punktekonto äufneten. Womit ihre Woche mit dem morgigen Dortmund-Test und dem Xamax-Spiel vom nächsten Sonntag weit angenehmer wird.

Itten: Es dem früheren Arbeitgeber zeigen

Es fühlte sich nach dem dritten Auswärtssieg beim Super-League-Koloss Basel aus vier Begegnungen gerade an, als befänden sich die Ostschweizer im «Märliland», alles war: einfach gut. Zu einem gelungenen Märchenstück gehören ja auch die Protagonisten wie Cedric Itten, diesen Stürmer von Format, den die St.Galler nach der langen Verletzungspause wieder haben und über den Zeidler sagt:

«Er hat Eigenschaften, die jeder Trainer sucht.»

In der 25. Minute zeigte Itten davon eine Kostprobe, als er den Ball regelrecht ins Basler Tor hineinkämpfte. Es gab Stimmen auf der St.Galler Bank, die später meinten, der Spieler habe noch nicht die Luft für 90 Minuten und müsse im Verlauf der zweiten Halbzeit ausgewechselt werden. Zeidler widersetzte sich, «weil Itten immer gut für ein Tor ist, immer zulegen kann», und bekam recht.

In der 80. Minute, als der Videoschiedsrichter nach dem Foul an Jérémy Guillemenot nicht eingriff, weil der Penaltypfiff, falls überhaupt, kein klarer Fehlentscheid war, setzte Itten sich und dem Spiel mit dem 2:1 die Krone auf. «Ich war als Schütze vorgesehen und wusste, dass ich ihn versenke», sagte er.

Dejan Stojanovic: Note 5. Beim Gegentreffer von Ademi ist er machtlos. Ansonsten strahlt der St.Galler Goalie viel Sicherheit aus und pariert alles, was auf sein Tor kommt.Dejan Stojanovic: Note 5. Beim Gegentreffer von Ademi ist er machtlos. Ansonsten strahlt der St.Galler Goalie viel Sicherheit aus und pariert alles, was auf sein Tor kommt.
Silvan Hefti: Note 4,5. Der St.Galler Captain agiert auf der rechten Aussenbahn souverän, sowohl offensiv als auch defensiv. Beim unglücklichen Gegentreffer steht er etwas weit weg vom Mann.Silvan Hefti: Note 4,5. Der St.Galler Captain agiert auf der rechten Aussenbahn souverän, sowohl offensiv als auch defensiv. Beim unglücklichen Gegentreffer steht er etwas weit weg vom Mann.
Leonidas Stergiou: Note 5. Das 17-jährige Eigengewächs zeigt, wie schon vor Wochenfrist gegen Luzern, eine äusserst souveräne Leistung. Immer wieder behauptet er sich gegen Kemal Ademi und gewinnt zahlreiche Zweikämpfe.Leonidas Stergiou: Note 5. Das 17-jährige Eigengewächs zeigt, wie schon vor Wochenfrist gegen Luzern, eine äusserst souveräne Leistung. Immer wieder behauptet er sich gegen Kemal Ademi und gewinnt zahlreiche Zweikämpfe.
Yannis Letard: Note 5. Der zweite starke Auftritt im zweiten Spiel. Der junge Franzose bildet mit Leonidas Stergiou eine formidable Innenverteidigung, die im St.Jakob-Park nur wenig zulässt.Yannis Letard: Note 5. Der zweite starke Auftritt im zweiten Spiel. Der junge Franzose bildet mit Leonidas Stergiou eine formidable Innenverteidigung, die im St.Jakob-Park nur wenig zulässt.
Miro Muheim: Note 5. Der Linksverteidiger sorgt mit seinen Flügelläufen immer wieder für Gefahr. Harmoniert nach vorne gut mit Victor Ruiz, und hält auch in der Defensive mehr als ordentlich dagegen.Miro Muheim: Note 5. Der Linksverteidiger sorgt mit seinen Flügelläufen immer wieder für Gefahr. Harmoniert nach vorne gut mit Victor Ruiz, und hält auch in der Defensive mehr als ordentlich dagegen.
Betim Fazliji, Note: 5. Der junge Rebsteiner Debütant schlägt sich im zentralen Mittelfeld sehr wacker. Zu Beginn sind da zwar noch Zeichen der Nervosität, danach spielt Fazliji aber mit der Sicherheit eines Routiniers.Betim Fazliji, Note: 5. Der junge Rebsteiner Debütant schlägt sich im zentralen Mittelfeld sehr wacker. Zu Beginn sind da zwar noch Zeichen der Nervosität, danach spielt Fazliji aber mit der Sicherheit eines Routiniers.
Lukas Görtler, Note 4,5. Der deutsche Mittelfeld-Akteur hängt sich in alle Zweikämpfe und spielt sehr solidarisch. Sein Zweikampfverhalten wird aber durch eine frühe Verwarnung beeinträchtigt. Scheitert in der zweiten Halbzeit an einem grandios reagierenden FCB-Goalie Jonas Omlin.Lukas Görtler, Note 4,5. Der deutsche Mittelfeld-Akteur hängt sich in alle Zweikämpfe und spielt sehr solidarisch. Sein Zweikampfverhalten wird aber durch eine frühe Verwarnung beeinträchtigt. Scheitert in der zweiten Halbzeit an einem grandios reagierenden FCB-Goalie Jonas Omlin.
Victor Ruiz, Note: 5. Zeigt eine sehr starke Partie. Der Spanier wirbelt im St.Galler Mittelfeld. Er stellt seine Qualität am Ball immer wieder unter Beweis, tritt alle Standards für Grün-Weiss. Und er opfert sich auch in der Defensive immer wieder auf.Victor Ruiz, Note: 5. Zeigt eine sehr starke Partie. Der Spanier wirbelt im St.Galler Mittelfeld. Er stellt seine Qualität am Ball immer wieder unter Beweis, tritt alle Standards für Grün-Weiss. Und er opfert sich auch in der Defensive immer wieder auf.
Axel Bakayoko, Note 3,5: Es ist nicht sein Abend: Bakayoko kommt nicht so recht ins Spiel. Er rutscht auf der nassen Unterlage mehrmals weg, wirkt etwas fahrig. Auch deshalb nimmt ihn Peter Zeidler in der Halbzeit aus dem Spiel.Axel Bakayoko, Note 3,5: Es ist nicht sein Abend: Bakayoko kommt nicht so recht ins Spiel. Er rutscht auf der nassen Unterlage mehrmals weg, wirkt etwas fahrig. Auch deshalb nimmt ihn Peter Zeidler in der Halbzeit aus dem Spiel.
Cedric Itten, Note 6: Es ist sein Abend im St.Jakob-Park. 10 Monate nach seiner schweren Knieverletzung trifft der Basler Stürmer wieder, und das gleich doppelt. Erst schiebt er nach einem Prellball ein, dann behält er am Penalty-Punkt in der Schlussphase die Nerven.Cedric Itten, Note 6: Es ist sein Abend im St.Jakob-Park. 10 Monate nach seiner schweren Knieverletzung trifft der Basler Stürmer wieder, und das gleich doppelt. Erst schiebt er nach einem Prellball ein, dann behält er am Penalty-Punkt in der Schlussphase die Nerven.
Dereck Kutesa, Note 4,5: Dem Genfer gelingen zwar auch in Basel immer mal wieder die Flügelläufe, für die er bekannt ist. Im Passspiel fehlt danach aber oft die Präzision.Dereck Kutesa, Note 4,5: Dem Genfer gelingen zwar auch in Basel immer mal wieder die Flügelläufe, für die er bekannt ist. Im Passspiel fehlt danach aber oft die Präzision.
Jérémy Guillemenot, Note: 5. Kommt zu Beginn der zweiten Halbzeit für Axel Bakayoko. Sorgt regelmässig für Gefahr vor dem Basler Tor, und holt zehn Minuten vor Schluss den Penalty zum 2:1 heraus.Jérémy Guillemenot, Note: 5. Kommt zu Beginn der zweiten Halbzeit für Axel Bakayoko. Sorgt regelmässig für Gefahr vor dem Basler Tor, und holt zehn Minuten vor Schluss den Penalty zum 2:1 heraus.
Fabiano Donato Alves, Note: (-) Der Brasilianer kommt in der 83. Minute für Dereck Kutesa. Sieben Minuten reichen, um die Basler zu ärgern. Und Gelb holt sich Fabiano dann auch noch.Fabiano Donato Alves, Note: (-) Der Brasilianer kommt in der 83. Minute für Dereck Kutesa. Sieben Minuten reichen, um die Basler zu ärgern. Und Gelb holt sich Fabiano dann auch noch.
Angelo Campos, Note: (-) Wird in der 85. Minute für Victor Ruiz eingewechselt. Angelo Campos, Note: (-) Wird in der 85. Minute für Victor Ruiz eingewechselt.
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Itten ist der Matchwinner, Bakayoko enttäuscht: Die Noten der FCSG-Spieler gegen den FC Basel

Für Itten war es der fünfte Treffer im Dress des FC St. Gallen gegen Basel. Es scheint, als spiele der 22-Jährige gegen seinen Jugendverein, der für ihn keine Verwendung mehr hatte, mit einer Wut im Bauch, vielleicht auch um zu sagen: «Ich will euch zeigen, was ihr an mir gehabt hättet.» Das würde Itten natürlich nie so formulieren, umso wichtiger ist schlicht die Tatsache, dass er wieder da ist; nach fast elf Monaten ohne Tor hätte er eindrücklicher nicht zurückkehren können beim ersten Einsatz von Beginn an.

Muheim und Fazliji haben sich intern hochgekämpft

Miro Muheim gilt als Projekt von Sportchef Alain Sutter, ihre Beziehung ist speziell und geht in die Tiefe, die innige Umarmung in den Katakomben nach dem Sieg sprach da Bände. Muheim hat in St. Gallen eine schwierige Zeit hinter sich, seit Anfang 2018 ist er da, bald einmal erlitt er einen Kreuzbandriss und konnte sich danach nicht in der ersten Mannschaft festsetzen. Ein paar Mal kam der 22-Jährige im Nachwuchs zum Einsatz, dort hatte er wohl auch mit sich zu kämpfen und überzeugte nicht, intern erhielten andere mehr Kredit.

Doch in der Vorbereitung auf die neue Saison kämpfte er sich hoch, liess Slimen Kchouk auf der Position des linken Verteidigers hinter sich, und nun spielte er gegen Basel zum zweiten Mal von Beginn weg und so, als ob das alles nie passiert wäre. Muheim, der insbesondere in der Schlussphase mit Flügelläufen und Durchhaltevermögen auffiel, sagte: «Ich bin so erleichtert. Der Sieg tut einfach nur gut.»

Der Rebsteiner Betim Fazliji debütierte am Samstag für den FCSG. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus)

Der Rebsteiner Betim Fazliji debütierte am Samstag für den FCSG. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus)

Und dann war ja noch dieser junge, gross gewachsene Rebsteiner, der plötzlich erstmals in der Startelf auftauchte und seine Arbeit in aller Selbstverständlichkeit verrichtete: Betim Fazliji. Anfänglich glaubte man, er debütiere gegen Basel, weil Jordi Quintillà krank gemeldet war. Aber Fazliji sagte, er habe die ganze Woche mit der Stammformation trainiert, für ihn sei klar gewesen, dass er beginne. In der Nacht vor dem Spiel habe er Mühe gehabt, den Schlaf zu finden, und auch zu Beginn der Partie sei er etwas nervös gewesen.

«Aber nach 15 Minuten war ich im Spiel. Ich würde mir eine Fünf geben.»

Für Fazliji, der vom Nachwuchs kommt und erst im Sommer den Profivertrag erhalten hat, wurde damit das Märchen wahr. Und: Der stets lächelnde Fazliji drückte mit seinen 20 Jahren gleich auch noch den Altersdurchschnitt der Startformation auf 21,7 Jahre, was seit Einführung der Super League schweizweit dem zweitjüngsten Team entspricht, das jemals begann. Umso besser, wenn es dann auch siegen kann. In Basel.

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