«Ich lasse mir das nicht mehr bieten»

Der St. Galler Trainer Jeff Saibene stellt sich sonst nach schlechten Auftritten meist vor sein Team, aber gestern war das anders. Saibene ging mit seinen Spielern hart ins Gericht, sprach von Lustlosigkeit – und will diese Woche mehr trainieren.

Dominic Wirth/Lausanne
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Jeff Saibene Trainer FC St. Gallen (Bild: Urs Jaudas)

Jeff Saibene Trainer FC St. Gallen (Bild: Urs Jaudas)

Herr Saibene, Sie sind nach dem Spiel lange auf der Bank sitzen geblieben. Was ist Ihnen da durch den Kopf gegangen?

Jeff Saibene: Ich habe mir überlegt, was ich diese Woche machen werde. Ich will nicht hyperventilieren, aber es geht darum, ein Zeichen zu setzen. Ich musste zudem aufpassen, dass ich nichts sage, das ich im nachhinein bereue.

Was passiert jetzt in der kommenden Woche?

Saibene: Der freie Montag ist gestrichen, es wird täglich zweimal trainiert. Ich lasse mir das nicht mehr bieten, das wird jetzt der eine oder andere zu spüren bekommen.

Welche Spieler meinen Sie damit konkret?

Saibene: Ich nennen in der Öffentlichkeit keine Namen, das passiert intern.

Ihr Team spielte heute oft ideenlos, viele Bälle wurden planlos nach vorne geschlagen.

Saibene: Es war schwierig, auf diesem Platz zu spielen. Aber das ist keine Ausrede, die Bedingungen waren für Lausanne gleich. Viele meiner Spieler haben lustlos gewirkt. Sie meinen, wir hätten viel erreicht, doch das ist nicht so. Man muss sich immer alles wieder neu erkämpfen. Einige haben das noch nicht begriffen.

Sie sprechen von Lustlosigkeit. Welches Gegenmittel haben Sie?

Saibene: Das muss ich diese Woche herausfinden.

Sie sagten vorhin, Sie hätten sich nach dem Spiel zuerst beruhigen müssen. Ging es da auch um Selbstschutz?

Saibene: Ja, man wird manchmal ausfällig und bereut das danach.

Waren Sie diese Saison schon einmal so angefressen?

Saibene: Heute ist es schon mühsam.

Philippe Montandon hat gesagt, er sei zum erstenmal in zweieinhalb Jahren ein wenig ratlos. Geht es Ihnen ähnlich?

Saibene: Ratlos bin ich nicht. Das ist für mich auch eine spannende Situation. Ich muss jetzt die richtige Mannschaft für den nächsten Sonntag finden. Ich sehe diese blöde Situation auch als Herausforderung.

Sie wollen kommende Woche mehr trainieren. Was passiert konkret?

Saibene: Die Spieler sollen jeden Tag im Stadion sein, spüren, was es bedeutet, täglich vom Morgen bis zum Abend zu arbeiten. Sie müssen merken, wie schön sie es haben. So lustlos aufzutreten, das passt mir gar nicht.

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