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"Ich hatte noch nie ein Team, dass so schlecht mit Druck umgehen kann"

Der FC St.Gallen und sein Trainer Joe Zinnbauer stehen mit dem Rücken zur Wand. Die am meisten diskutierte Frage: Was passiert, wenn die Ostschweizer morgen gegen Thun nicht gewinnen?
Christian Brägger
Joe Zinnbauer hofft, dass Knoten gegen Thun endlich platzt. (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))

Joe Zinnbauer hofft, dass Knoten gegen Thun endlich platzt. (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))

Als Anhänger eines Tabellenletzten hat man es nicht leicht, man könnte ständig lamentieren. Im Fall des FC St.Gallen beanstandet man also die vergangene Rückrunde oder die Niederlagenserie dieser Vorrunde. Ganz zu schweigen von der frappanten Formschwäche der Spieler, deren Leidensfähigkeit seit vielen Partien auf dem Prüfstand ist. Diese wird im laufenden Kalenderjahr, in dem es dem Verein sportlich nicht gut geht, ziemlich strapaziert. Und selbst wenn ein wenig Galgenhumor im folgenden Gedanken mitspielt, beginnt man doch zu staunen: Wann endlich ist der Zeitpunkt erreicht, an dem der Leidensdruck für die Spieler zu gross ist und sie Gegensteuer geben? Im Sinne von: Wann endlich entlädt sich der angestaute Frust in einer positiven Reaktion?

Am besten schon morgen, im wegweisenden Heimspiel gegen Thun. Kein leichtes Unterfangen, zumal die Berner Oberländer in der Liga zuletzt aus vier Spielen acht Punkte totalisierten und einen Lauf haben. Doch im Vergleich zu den bescheidenen Ostschweizern hat das ohnehin beinahe jeder Club der Super League, einen Lauf.

Wunden lecken nach dem Cup

Überdies muss der FC St.Gallen zunächst die Wunden lecken, die das Cup-Out gegen Zürich hinterlassen hat. Man war vor zwei Tagen im Letzigrund chancenlos geblieben, auch wenn das Resultat mit 1:2 knapp ausfiel und anderes suggeriert. Karim Haggui sagte: «Es gab keinen Grund, dass wir gegen Zürich erst vier Minuten vor Spielende eine Reaktion zeigten. Das Team steckt in einer sehr kritischen Phase.» Der Innenverteidiger betonte aber auch, dass ein anderes, besseres Auftreten von den Spielern selbst kommen müsse – und nicht von aussen, orchestriert durch einen allfälligen Trainerwechsel. Wieder einmal war die Rede also von Joe Zinnbauer, der auf Freitag schlecht geschlafen hatte. Was Wunder, wenn so vieles gegen einen spricht. Und was macht der 46-Jährige? Er stellt sich der Situation und bis auf wenige Ausnahmen vor die verunsicherte Mannschaft, attestiert ihr Willen, akzeptiert ihre Entschuldigungen und die öffentliche Kritik, relativiert spielerische sowie kämpferische Mängel und sagt: «Es gibt keinen Akteur in meinem Team, der die Tabelle jetzt nicht verstanden hat.»

Er sagt aber auch, dass er noch nie ein Team trainiert habe, das so schlecht mit Druck umgehen könne. Gerade dieser Fakt hinterlässt in ihm Ratlosigkeit, denn er weiss: im Abstiegskampf ist ein hohes Mass an Druckresistenz gefragt. «Aber irgendwann wird der Knoten platzen. Hoffentlich gegen Thun», sagt er.

Dölf Früh:«Es gibt keine Garantien»

Nun also hoffentlich gegen Thun. Aber was passiert, wenn der Knoten morgen nicht platzt? Ist diese Partie Zinnbauers Schicksalsspiel? Das ist die Gretchenfrage.

St.Gallens Präsident Dölf Früh ist gestern Abend auf dem Heimweg von einer Ligatagung und sagt am Telefon: «Wenn wir das Gefühl haben, wir müssen etwas machen, dann werden wir handeln.» Wann könnte dieses Gefühl da sein? «Wir analysieren das im Verwaltungsrat. Verständlicherweise reagiert das Umfeld nervös. Wir sind nicht so. Man muss die Dinge ganzheitlich sehen.» Gibt es eine Jobgarantie? «Garantien gibt es für keinen Trainer auf der Welt.» Kann es also sein, dass morgen sogar ein Sieg zu wenig wäre? «Wir haben zunächst ein Ziel: Wir wollen gewinnen und ein gutes Spiel machen.» Früh klang früher auch schon bestimmter, schützender.

Das letzte wirklich gute Spiel war im August gegen Luzern.

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