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HEIMSIEG: Der FC St.Gallen rockt gegen Basel

Die Mannschaft von Trainer Giorgio Contini setzt gegen den FC Basel ein Ausrufezeichen und gewinnt verdient 2:1. Vor allem in der berauschenden ersten Halbzeit offenbart sie ungeahnte Qualitäten.
Christian Brägger
Der St.Galler Marco Aratore erzielte das erste Tor für die Espen. Freude am Treffer haben auch seine Teamkollegen Wittwer und Heft. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))

Der St.Galler Marco Aratore erzielte das erste Tor für die Espen. Freude am Treffer haben auch seine Teamkollegen Wittwer und Heft. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))

Plötzlich war da doch noch Hektik. Sie war unnötig, aber sie war da. Soeben hatte Luca Zuffi in der 89. Minute den Basler Anschlusstreffer erzielt, der FC St.Gallen lag «nur» noch 2:1 in Führung. Dabei war er doch so lange auf einen ungefährdeten Heimsieg zugesteuert. Sollte er sich tatsächlich noch die Butter vom Brot nehmen lassen? Es wurde laut im Kybunpark, Pfiffe von den Rängen, Hektik überall, das Herz begann zu rasen. Schiedsrichter Stephan Klossner entschied, drei Minuten nachzuspielen, wieder Pfiffe, die Anspannung wuchs, der letzte hohe Ball Basels in den Sechzehner – vergebens. Dann der Schlusspfiff, alles gut, St.Gallen besiegt den Serienmeister, was für ein Abend.

Daniel Lopar: Note 5,5. Der Captain überzeugt mit starkem Stellungsspiel. Nach Hagguis Patzer pariert er zudem stark gegen Van Wolfswinkel. (Bild: pd)
Nicolas Lüchinger: Note 4,5. Hinten steht der neue Verteidiger meist sicher, verliert in der Vorwärtsbewegung allerdings einige Bälle. Deshalb auch die gelbe Karte.
Karim Haggui. Note: 4,5. Im Kopfballspiel ist der Innenverteidiger eine Bank. Der Riesenschnitzer, der nur dank Lopar nicht zum Tor führt, darf ihm nie passieren. (Bild: pd)
Silvan Hefti: Note 5,5. Der 19-jährige Abwehrspieler ist zweikampfstark und traut sich auch in der Angriffsauslösung einiges zu. (Bild: pd)
Andreas Wittwer: Note 5,5. Der Aussenverteidiger schaltet sich immer wieder vorne mit ein. Defensiv hat er weder mit Callà noch mit Itten Probleme. (Bild: pd)
Danijel Aleksic: Note 5,5. Staubt zum wichtigen 2:0 ab. Vielmehr gefällt er aber mit seinem unermüdlichen Einsatz, auch in der Defensive. (Bild: pd)
Alain Wiss: Note 5. Stopft viele Löcher im Mittelfeld. Hat grossen Anteil daran, dass St. Gallen hinten so kompakt ist. (Bild: pd)
Stjepan Kukuruzovic: Note 5,5. Wiss hält seinem Partner im zentralen Mittelfeld den Rücken frei, sodass dieser sich vermehrt auf das Bälleverteilen konzentrieren kann. Dies macht er ausgezeichnet. (Bild: pd)
Marco Aratore: Note 5. Trifft herrlich zum 1:0 und ist in der ersten Hälfte stets ein Gefahrenherd. In der zweiten dann weniger. (Bild: pd)
Roman Buess: Note 5,5. Macht die Bälle im Sturm gut fest und leitet viele Angriffe so mit ein. (Bild: pd)
Albian Ajeti: Note 4,5. Der Basler zeigt eine engagierte Leistung. Sein Distanzversuch leitet das 2:0 ein. Je länger es dauert, desto unauffälliger wird er. (Bild: pd)
Phillippe Koch. Kommt 20 Minuten vor Schluss, von ihm ist bei seinem Teileinsatz aber kaum etwas zu sehen. (Bild: pd)
Nassim Ben Khalifa. Der Stürmer kommte erst in der Nachspielzeit. Zu wenig Einsatzzeit für eine Bewertung. (Bild: pd)
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Die Noten der St.Galler Spieler gegen den FC Basel


St.Gallen oder die Stones schauen?

Dabei hatte es gestern eigentlich nur im Vorfeld der Partie einen Zwiespalt gegeben: Sollte man nach Zürich pilgern und die Rolling Stones, diese Evergreens der Musik, im Letzigrund rocken sehen? Oder doch den grünweissen FC St.Gallen im Kybunpark gegen den FC Basel unterstützen? 12 214 Zuschauer entschieden sich für Letzteres – sie bereuten es nicht. Zumal die Ostschweizer im achten Spiel der Saison den Serienmeister nach zwei frühen Toren von Marco Aratore und Danijel Aleksic bereits nach 25 Minuten in die Schranken wiesen. Aratore hatte den Ball in der 15. Minute wunderbar in die hohe Torecke geschlenzt, Aleksic zehn Minuten später von der ungenügenden Abwehr Tomas Vacliks profitiert.

Die Basis für den Sieg war gelegt, mit welchem der FC St.Gallen die Mannschaft von Trainer Raphael Wicky überholte. Auf den Walliser dürften unangenehme Zeiten zukommen, zumal er nach der dritten Saisonniederlage in der Meisterschaft überhaupt nicht im Soll ist. Demgegenüber setzten die Akteure von Trainer Giorgio Contini einen Richtwert in ihrer Spielanlage, einen Orientierungspunkt für die Zukunft, was Pressing, Leidenschaft und Spielfreude anbelangt. Selbst die Anhänger waren verzückt, stehende Ovationen nach 30 Minuten hat man in St.Gallen Jahre nicht erlebt. Doch es war verdient, weil Contini das Team optimal auf den Gegner eingestellt hatte; es bot für seine Verhältnisse vor allem in der ersten Halbzeit einen Auftritt nahe der Perfektion. Einziger Vorwurf: Statt 2:0 hätte der FC St.Gallen zur Pause höher führen müssen gegen diese in dieser Saison angezählten Basler, die nicht das erste blaue Auge kassierten, seit die neue Führung am Werk ist. Taulant Xhaka lief früh einmal im roten Bereich, als wäre er das massgebende Pendel, das anzeigt, dass es nicht läuft.

So sieht Freude aus: Marco Aratore nach seinem Treffer. (Bild: Urs Bucher)
Marco Aratore erzielte das erste Tor für die Espen. Freude am Treffer haben auch seine Teamkollegen Wittwer und Heft. (Bild: Keystone)
Jubel und Erleichterung bei Espen-Trainer und dem Team. (Bild: Urs Bucher)
Haben gut lachen nach dem ersten Treffer: Marco Aratore Trainer Giorgio Contini. (Bild: Keystone)
Espen-Trainer Giorgio Contini feuert sein Team immer wieder von der Seite an. (Bild: Keystone)
Kein Durchkommen für Basels Dimitri Oberlin gegen St.Gallens Karim Haggui und Danijel Aleksic. (Bild: Urs Bucher)
St.Gallens Albian Ajeti will vor dem ehemaligen Espen Michael Lang an den Ball kommen. (Bild: Keystone)
Auch Danijel Aleksic zeigt sich sichtlich stolz über seinen Treffer. (Bild: Urs Bucher)
Daumen hoch: Danijel Aleksic erzielt das 2:0 für St.Gallen. (Bild: Keystone)
Basels Taulant Xhaka ist am Boden - die Krise bei den Bebbi dauert weiter an. (Bild: Keystone)
Für Basels Trainer Raphael Wicky ist der Abend in St.Gallen einer zum vergessen. (Bild: Keystone)
Ein Dank an die Fans für deren Unterstützung: Aleksic und Aratore nach dem Spiel. (Bild: Urs Bucher)
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St.Gallen bezwingt Basel

Basel legt in der zweiten Halbzeit zu

Eigentlich war dem FC St.Gallen in der ersten Halbzeit alles gelungen, jeder Spieler gefiel und ging mit viel Selbstvertrauen ans Werk, auch der Neuzugang Nicolas Lüchinger, der zu seinem Début kam. Demgegenüber agierte Basel erstaunlich passiv, was nicht nur an den zahlreichen Absenzen gelegen haben konnte. Sondern am starken Auftritt der St. Galler. Erst in der zweiten Halbzeit zeigten sich die Gäste engagierter, Ricky Van Wolfswinkel tauchte schnell einmal alleine vor dem Tor Daniel Lopars auf, Davide Callàs Abschluss streifte später die Latte. Aber Angst, dass da noch etwas Unheilvolles passieren könnte, musste man bis auf die Schlussminuten nicht haben. Contini hatte am Vortag der Partie ja gesagt, man werde sehen, ob es der richtige Moment ist, gegen Basel zu spielen. Seine Mannschaft hatte ihm die Antwort auf dem Rasen gegeben.

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