HEIMNIEDERLAGE: Keine erste Adventskerze für den FC St.Gallen

Weil die Ostschweizer den Start völlig verschlafen, verlieren sie gegen Zürich 1:3. Immerhin zeigen sie auf die schlechte erste Halbzeit eine Reaktion – doch der Auftakt in die Vorweihnachtszeit ist missglückt.
Christian Brägger
Tranquillo Barnetta spielte gegen Zürich erstmals auf der Seite im Mittelfeld – der Rückkehrer hatte keinen leichten Stand. (Bild: Urs Bucher)

Tranquillo Barnetta spielte gegen Zürich erstmals auf der Seite im Mittelfeld – der Rückkehrer hatte keinen leichten Stand. (Bild: Urs Bucher)

Er hielt es auf der Medientribüne nicht mehr aus. Zehn Minuten vor Spielende war die 2:1-Führung seines FC Zürich in Gefahr. Der Gegner, die Heimmannschaft aus St.Gallen, drückte. Also stopfte Ancillo Canepa, der Präsident des Gastclubs, seine Backpfeife. Es sollte ihn beruhigen, in jedem Fall war das Tabakbröseln willkommene Ablenkung für die Hände; ob seinen Faustschlägen hatte der Schreibpult in dieser zweiten Halbzeit mehrmals vibriert. Daneben wirkte sein Sportchef Thomas Bickel geradezu tiefenentspannt.

Der St.Galler Roman Buess jubelt nach seinem Anschlusstreffer vor der Pause zum 1:2 gegen Zürich. (Bild: Urs Bucher)
St. Galler Torhüter Daniel Lopar drückt am Boden sitzend seine Enttäuschung aus, nachdem die Zürcher bereits in der 7. Minute den Führungstreffer erzielen. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))
Ein schlechter Tag für FCSG-Trainer Giorgio Contini. (Bild: Urs Bucher)
Trainer Contini muss das Schicksal seines Teams geduldig hinnehmen: Das war wohl doch nichts mit dem 3. Platz. (Bild: Urs Bucher)
Trainer Uli Forte darf sich freuen: Der FC Zürich festigt in der Tabelle den 3. Rang hinter dem Spitzenduo YB und Basel. (Bild: Freshfocus)
St.Galler Roman Buess im Zweikampf gegen gegen den Zürcher Umaru Bangura. (Bild: Urs Bucher)
Danijel Aleksic bezwingt den Zürcher Michael Frey im Kopfballduell. (Bild: Urs Bucher)
Roman Buess jubelt nach seinem Anschlusstreffer zum 1:2. (Bild: Urs Bucher)
Voller Einsatz von Tranquillo Barnetta im Zweikampf gegen den Zürcher Torschützen Victor Palsson. (Bild: Urs Bucher)
Roman Buess ist enttäuscht über eine verpasste Chance. (Bild: Urs Bucher)
Zürcher Torhüter Andris Vanins triumphiert gegen Danijel Aleksic und Roman Buess. (Bild: Urs Bucher)
St.Galler Stjepan Kukuruzovic dribbelt gegen Kevin Rüegg. (Bild: Freshfocus)
Goalie Daniel Lopar beim Tor zum 0:2. (Bild: Freshfocus)
Zürcher Torschütze Victor Palsson jubelt mit seinem Team nach dem verdienten Sieg. (Bild: Freshfocus)
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Der FCSG verliert das Verfolgerduell gegen den FCZ

Kurz darauf verfehlte Silvan Gönitzer auf der Seite den Ball, Raphael Dwamena rannte los, überlief Karim Haggui – und liess Goalie Daniel Lopar keine Chance. Das 3:1 für den FC Zürich war die Entscheidung – und Canepa rauchte nun genüsslich seine Pfeife. Daran änderte auch der Lattentreffer von Roman Buess wenige Minuten später nichts. Letztlich gewann der FC Zürich nicht unverdient und verschaffte sich punktemässig Abstand zu den Ostschweizern. Derweil, wie zum Trost, bleibt das Team von Trainer Giorgio Contini mit weiterhin 24 Punkten guter Vierter der Super League. Zumal auch die Grasshoppers verloren. Doch hinter dem FC St.Gallen wird das Gedränge in der Tabelle immer grösser – lauert hier etwa Gefahr?

Daniel Lopar: Note 4. Hält gegen Odey (28.) sensationell und die St. Galler im Spiel. Beim 0:1 glücklos. Beim 0:2 machtlos? (Bild: PD)
Nicolas Lüchinger: Note 4,5. Um keinen Zweikampf verlegen, manchmal zu ungestüm. Entwickelt sich zu einem Antreiber. (Bild: PD)
Silvan Hefti: Note 4. Mit Schwindel und Sehproblemen raus (40.) – eine Migräneattacke? Hoffentlich nichts Schlimmes. (Bild: PD)
Karim Haggui: Note 3. Sieht beim 1:3 von Dwamena alt aus. Beim 0:1 verliert er mit Wittwer das Kopfballduell gegen Frey. (Bild: PD)
Andreas Wittwer: Note 3. Verteidigt wie «Hans Guck in die Luft» beim 0:2. Auch beim 0:1 nicht auf der Höhe. (Bild: PD)
Tranquillo Barnetta: Note 4. Agiert auf der Seite. Im 100. Spiel für den FCSG bereitet er das 1:2 vor, einigermassen ballsicher. (Bild: PD)
Stjepan Kukuruzovic: Note 3,5. Leicht verbessert im Vergleich zum Cup. Aber kein Vergleich zum starken Saisonstart, als er das Zentrum dirigierte. (Bild: PD)
Gjelbrim Taipi: Note 4. Technisch gute Ansätze, bemüht. Schöner Pass auf Buess kurz vor Schluss. Letztlich wenig Wirkung. (Bild: PD)
Danijel Aleksic: Note 4. Viele Angriffe über ihn. Kämpferischer als auch schon. Egoistisch, als er nicht auf Buess auflegt. (Bild: PD)
Boris Babic: Note 4. Hat zu Beginn seine liebe Mühe, schläft beim 0:1. Steigert sich im Verlauf und wird ein Aktivposten. (Bild: PD)
Roman Buess: Note 4,5. Bringt mit seinem Tor zum 1:2 St. Gallen zurück ins Spiel, trifft kurz vor Schluss die Latte. (Bild: PD)
Silvan Gönitzer: Note 4. Kommt vor Ende der ersten Halbzeit für Hefti. Macht seine Sache gut, beim 1:3 verfehlt er den Ball. (Bild: PD)
Marco Aratore: Note 3,5. Erhielt eine Denkpause. Kommt für Barnetta (70.). In den 20 Minuten mit wenig Einfluss. (Bild: PD)
Nzuzi Toko: Note –. Kommt für Taipi (89.). Zu kurz für eine Bewertung. Vielleicht wäre seine Präsenz wichtig gewesen. (Bild: PD)
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Die Noten der FCSG-Spieler im Heimspiel gegen Zürich

Im Grunde ist die Geschichte der Niederlage an diesem ersten Adventstag vor knapp 12 500 Zuschauern rasch erzählt. Zu Beginn waren die St.Galler überhaupt nicht parat, auch wenn sie auf all die Dinge vorbereitet waren, die gegen Zürich lauern könnten. Auf den weiten Einwurf Alain Nefs zum Beispiel, der letztlich zum frühen 1:0 für die Gäste führte. Oder darauf, die Zürcher nicht spielen zu lassen – die neuerliche Unachtsamkeit im Defensivverhalten hatte das 0:2 nach nur zwölf Minuten zur Folge. Und ja, eigentlich war die Partie da bereits entschieden, auch weil der Challenge-League-Aufsteiger im Abschluss sündigte.

Die Hypothek der Startphase wiegt zu schwer

Doch mit der Zeit kam der FC St.Gallen besser ins Spiel, davon zeugte Buess’ Anschlusstreffer in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Er war zwar keineswegs zwingend, dafür aber die Initialzündung für einen beschwingteren Auftritt in den zweiten 45 Minuten. Mit reellen Chancen zum Ausgleich. Mit teilweise gefälligem Spiel, mehr Leidenschaft und Kampf. Aber eben, es war auch zu spät, die Hypothek der Startphase zu gross. Und es offenbarte sich einmal mehr, dass der Killer vor dem gegnerischen Tor auf Seite der St.Galler fehlt – in solchen Spielen war Albian Ajeti Gold wert. «Wir hätten uns durchaus mit einem Punkt belohnen können», sagte Contini später. Für den FC St.Gallen hat die Adventszeit denkbar schlecht angefangen. Nun folgen Basel und Sion. Wie hell der Adventskranz danach wohl leuchten wird?

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