Gut organisiert nach Moskau

FUSSBALL. Die Verantwortlichen des FC St. Gallen haben viel unternommen, damit der Aufenthalt in Moskau reibungslos über die Bühne geht. Heute reist das Team nach Russland, wo es morgen im Rückspiel des Europa-League-Playoffs auf Spartak trifft.

Patricia Loher
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Captain Philippe Montandon beim Interview mit TVO vor dem Abflug nach Moskau. (Bild: Urs Bucher)

Captain Philippe Montandon beim Interview mit TVO vor dem Abflug nach Moskau. (Bild: Urs Bucher)

Captain Philippe Montandon beim Interview mit TVO vor dem Abflug nach Moskau. (Bild: Urs Bucher)

Captain Philippe Montandon beim Interview mit TVO vor dem Abflug nach Moskau. (Bild: Urs Bucher)

Mit einer Chartermaschine reist der FC St. Gallen heute ab Zürich nach Moskau, wo das Team nach dreieinhalb Stunden Flugzeit eintreffen wird. In der Arena von Chimki am nordwestlichen Stadtrand treffen die Ostschweizer morgen im Rückspiel des Europa-League-Playoffs auf Spartak Moskau. Nach dem 1:1 in der heimischen AFG Arena sind die Chancen St. Gallens intakt, gegen den Champions-League-Teilnehmer des Vorjahres die Gruppenphase des zweitwichtigsten europäischen Wettbewerbs zu erreichen.

Es wäre eine ähnlich grosse Überraschung wie damals im Herbst 2000, als die Ostschweizer im Uefa-Cup Chelsea bezwangen. Die Leistung vor einer Woche in St. Gallen war jedenfalls ein Ausrufezeichen, das auch Spartak Moskau und seinen Trainer Waleri Karpin beeindruckt hat: Der frühere russische Internationale gab zu, seine Mannschaft habe sich mit dem Pressing der Ostschweizer schwergetan. Eine grosse St. Galler Hypothek aus dem Heimspiel ist in Moskau das Gegentor.

Visumprobleme

Zu kämpfen hatten seit der Auslosung auch St. Gallens Verantwortliche im Hintergrund. Sie hatten bereits vorgeplant, Varianten vom Flughafen Friedrichshafen aus studiert, die Anreise nach Deutschland in groben Zügen organisiert. «Doch mit dem Los Spartak Moskau wurden alle unsere ersten Planungen über den Haufen geworfen», sagt Teammanager Christian Stübi. Zwei Wochen blieben ihm und seinen Kollegen, um die Reise der Mannschaft in die russische Hauptstadt vorzubereiten. Und bezüglich Aufwand war Spartak Moskau wohl der schwierigste Gegner. Der Super-League-Club unternahm alles, damit der Aufenthalt in Moskau reibungslos über die Bühne geht.

Stübi war in der Grossstadt vor Ort, schaute sich nebst einer Partie des russischen Rekordmeisters auch vier Hotels an, testete in der Zwölf-Millionen-Metropole verschiedene Wege ins Stadion und war in der vergangenen Woche auch zuständig dafür, dass die knapp 50köpfige Delegation ihre Einreisebewilligung rechtzeitig erhielt. Die Anträge auf Visa seien das Aufwendigste gewesen, sagt Stübi. «Hinzu kamen schliesslich auch noch die Probleme mit der Einreisebewilligung von Kristian Nushi, die ebenfalls Zeit gekostet haben», so der Teammanager. St. Gallens Bemühungen, den Mittelfeldspieler doch noch mit nach Moskau nehmen zu können, waren nicht erfolgreich. Der Kosovare erhielt kein Visum, weil Russland Kosovo nicht als offiziellen Staat anerkennt. St. Gallens Trainer Jeff Saibene dürfte im linken Mittelfeld nun auf Sébastien Wüthrich setzen. Heute abend wird St. Gallen in Moskau eine Trainingseinheit absolvieren. Das Mannschaftshotel befindet sich nur eine Viertelstunde von Stadion und Flughafen entfernt. Eine Garantie, dass die Wege zeitlich schliesslich wirklich derart kurz seien, gebe es aber nicht, so Stübi.

Luschniki wird renoviert

Spartak Moskau trägt seine Heimspiele normalerweise im Luschniki-Stadion aus, das rund 84 000 Zuschauern Platz bietet. Das traditionsreichste und bekannteste Sportgelände Russlands, wo 2018 der Final der Fussball-WM ausgetragen wird, befindet sich seit dem Ende der Leichtathletik-WM vor zehn Tagen im Umbau. Der russische Rekordmeister Spartak Moskau weicht in die Arena von Chimki aus, die rund 19 000 Zuschauerplätze umfasst und damit gleich gross ist wie die St. Galler AFG Arena.