Gründenmoos
«Das war ein wildes Spiel»: Nach dem 5:5 des FC St.Gallen im Test gegen Winterthur hält sich Peter Zeidlers Begeisterung in Grenzen

Der FC St.Gallen reagiert gegen den FC Winterthur zweimal auf einen Rückstand, geht in Führung - und muss am Ende doch noch den Ausgleich hinnehmen. Beim 5:5 im kalten Gründenmoos kann sich St.Gallens Neuzugang Julian von Moos mit zwei Toren auszeichnen.

Ralf Streule Jetzt kommentieren
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Julian von Moos (links) bejubelt zusammen mit Kwadwo Duah seinen ersten Treffer im Dress der St.Galler, den 2:3-Anschlusstreffer.

Julian von Moos (links) bejubelt zusammen mit Kwadwo Duah seinen ersten Treffer im Dress der St.Galler, den 2:3-Anschlusstreffer.

Bild: Claudio Thoma/Freshfocus

Minusgrade, klamme Finger - und Schneemauern am Rand des Spielfelds: Nach Fussball fühlte es sich am Donnerstagnachmittag für die wenigen Zaungäste im Gründenmoos nicht an. Der FC St.Gallen testete unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegen den ambitionierten Challenge-League-Klub FC Winterthur, der neu von Alex Frei trainiert wird. Am Ende war auch das Resultat kein fussballtypisches: 5:5 hiess es, das Spiel war hin und her gewogen. So, dass Peter Zeidler am Ende konstatierte: «Das war irgendwie ein wildes Spiel.» Testpartien seien oft schwer zu interpretieren, bei dieser hier sei es nun aber besonders schwierig gewesen.

U21-Spieler Fabian Stöber (links) und Alessio Besio. Und Schneemauern.

U21-Spieler Fabian Stöber (links) und Alessio Besio. Und Schneemauern.

Bild: Manuel Nagel

Tatsächlich war da wenig Linie im Spiel, und besonders bei den St.Gallern wenig defensive Stabilität. Zeidler nervte sich über Unkonzentriertheiten seiner Spieler bei den ersten zwei Gegentoren. Immerhin: Einige positive Aspekte gab es dennoch. Zum Beispiel jener, dass Neue wie Julian von Moos oder Verteidiger Matej Maglica gute Auftritte zeigten.

Gute St.Galler Startminuten

Begonnen hatte das Spiel mit einem Aussetzer von Winterthur-Goalie Raphael Spiegel, der den Ball nur knapp vor der Linie nonchalant wegspedieren wollte und Kwadwo Duah übersah, der in den Ball grätschte und so zum 1:0 traf. In der darauffolgenden Minuten hatten die Ostschweizer mehr vom Spiel, die Winterthurer wirkten in der Offensive aber gefährlicher. Dimitri Volkart glich nach Vorarbeit des ehemaligen St.Gallers Roman Buess aus. Buess war es gleich selber, der per Penalty auf 2:1 stellte, nachdem Nuhu seinen Gegenspieler nur mit einem Foul hatte bremsen können.

Der dritte Gegentreffer nach einer halben Stunde war schliesslich der Weckruf für die St.Galler. Besonders Neuzugang von Moos zeigte in dieser Phase, dass er eine wahre Verstärkung für den FC St.Gallen sein kann – und vor dem Tor die vermisste Kaltblütigkeit ins Spiel der Ostschweizer bringen könnte. Nach einem schnell ausgeführten Freistoss von Duah umspielte er Spiegel und traf. Nur kurz darauf erzielte er den Ausgleich mittels Schuss aus der Drehung von der Strafraumgrenze. In dieser Phase kam etwas zu viel Härte ins Spiel. Jérémy Guillemenot und Boubacar Traorè mussten nach Fouls mit Fussprellungen ausgewechselt werden.

Comeback von Lüchinger

Erstmals seit über zwei Monaten wieder im Einsatz: Nicolas Lüchinger.

Erstmals seit über zwei Monaten wieder im Einsatz: Nicolas Lüchinger.

Bild: Claudio Thoma / freshfocus

Nach der Pause wechselten beide Trainer ihre Teams fast komplett durch. Dabei kam es zu einem erfreulichen Comeback. Nicolas Lüchinger kam zum Einsatz, erstmals seit Ende Oktober, als er sich eine Bänderverletzung in der Schulter zugezogen hatte. Ins Spiel kam nach der Pause auch Idriz Voca, der vereinslose 24-jährige Mittelfeldspieler, der einst bei Luzern unter Vertrag war und derzeit in St.Gallen im Probetraining weilt. Noch sei nicht entschieden, ob er für die St.Galler zum Thema wird, sagte Zeidler. Noch wolle man mindestens das Testspiel vom kommenden Samstag in Altach abwarten. Voca war neben Alessio Besio und Tim Staubli einer der auffälligeren Spieler nach der Pause. Wie auch Innenverteidiger Matej Maglica.

Der St.Galler Matej Maglica, bis im Sommer vom VfB Stuttgart ausgeliehen.

Der St.Galler Matej Maglica, bis im Sommer vom VfB Stuttgart ausgeliehen.

Claudio Thoma / freshfocus

Wieder konnte Winterthur in Führung gehen, St.Gallen reagierte dank Toren von Fabian Schubert und Staubli, der einen Freistoss stark versenkte. Den Schlusspunkt zum 5:5 setzten dann aber die Winterthurer. Ebenfalls nach einem Freistoss traf Noah Lovisa zum Endstand. Die letzten zehn Minuten blieben vor allem eines: wild.

St.Gallen – Winterthur 5:5 (3:3)
Gründenmoos, Kunstrasen; Sr. Dudic.
Tore: 3. Duah 1:0. 12. Volkart 1:1. 21. Buess (Foulpenalty) 1:2. 30. Ramizi 1:3. 37. Von Moos 2:3. 44. Von Moos 3:3. 60. Ballet 3:4. 63. Schubert 4:4. 72. Staubli 5:4. 82. Lovisa 5:5.
St.Gallen: 1. Halbzeit: Watkowiak; Cabral, Nuhu, Clément, Traorè (25. Stöber); Görtler, Jacovic, Schmidt; Von Moos, Duah, Guillemenot (41. Babic).
2. Halbzeit: Tié; Lüchinger, Stergiou, Maglica, Stöber; Staubli, Voca, Cavegn; Babic, Schubert, Besio.
Winterthur: Startformation: Spiegel; Schättin, Lekaj, Baak, Gonçalvez; Kriz, Dekaj; Volkart, Dakaj, Ramizi; Buess, Alves.
Bemerkungen: St.Gallen ohne Stillhart, Fazliji, Kempter, Kräuchi, Witzig, Jankewitz, Youan, Sutter (verletzt/krank), Zigi (Africa-Cup). 42. Lattenschuss Duah. – Verwarnung: 38. Dakaj (Winterthur).

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