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GEGENTRIBÜNE: Nur ein kleines Sommermärchen

Immer wieder sonntags kommt die Erinnerung, und es ist dasselbe Lied: Wenn sich eine Mannschaft nach einem Sieg sehnt, offeriert sich der FC St.Gallen als hilfsbereiter Partner. Die Niederlage bei den Grasshoppers ergab sich aus taktischer Schwäche und peinlichen Fehlern.
Fredi Kurth
Silvan Gönitzer verunstaltet im Zweikampf gegen den Grasshopper Jeffren den Rasen. (Bild: Andy Mueller/freshfocus (freshfocus))

Silvan Gönitzer verunstaltet im Zweikampf gegen den Grasshopper Jeffren den Rasen. (Bild: Andy Mueller/freshfocus (freshfocus))

Ein Auswärtserfolg in Lugano und eine Niederlage bei den Grasshoppers sind in Anbetracht der St.Galler Auswärtsschwäche eine akzeptable Bilanz. Dasselbe gilt für den fünften Rang nach fünf Runden mit zwei Siegen, einem Remis und zwei Niederlagen bei drei Auswärtsspielen.

Dennoch wird man den Verdacht nicht los, dass der Weg wieder in die untere Tabellenhälfte führt, denn die Wetterwarnung kündigt stürmische Zeiten an. Die Hoffnung, dass der FC St.Gallen zu neuen Ufern aufbrechen und einen Teil der enttäuschten Fans zurückgewinnen könnte, ist vorerst jedenfalls gedämpft, das Sommermärchen vorüber.

Ab der 55. Minute wird seine Stimmung gebessert haben: GC-Trainer Carlos Bernegger frustriert über die vielen verpassten Torchancen in der ersten Spielhälfte. (Bild: Freshfocus)
So offensiv wie er hier an den Ball rangeht war seine Mannschaft nicht: Karim Haggui zeigt vollen Einsatz im Kopfballduell gegen den Grasshopper Emil Bergström. (Bild: Freshfocus)
Er war mit Abstand der beste St.Galler auf dem Feld: Dank der hervorragenden Leistung von Goalie Daniel Lopar konnten die vielen Torchancen der Grashopper bis zur 55. Minute verhindert werden. Sonst wäre die Tordifferenz wohl deutlich grösser ausgefallen. (Bild: Freshfocus)
Die Zürcher sichern sich das Spiel mit dem 2:0 in der 79. Minute: Nach einem Pass von Bajrami vor dem eigenen Strafraum in die Spitze setzt sich Munsy bei der Mittellinie gegen Musavu-King durch und kann dann alleine auf Lopar losziehen. Der Stürmer versenkt die Kugel anschliessend eiskalt in die linke Torecke. (Bild: Freshfocus)
Silvan Gönitzer verunstaltet im Zweikampf gegen den Grasshopper Jeffren den Rasen. (Bild: Freshfocus)
Vor allem in der ersten Halbzeit fand das Spiel zum grössten Teil im Mittelfeld statt: Albian Ajeti im Zweikampf gegen den Grasshopper Nedim Bajrami. (Bild: Freshfocus)
Ridge Munsys Freudensprung in die Tribüne nach dem Tor zum 2.0. (Bild: Freshfocus)
Genauso haben die Espen die Partie gegen die Zürcher Grasshoppers bestritten: Stjepan Kukuruzovic gegen den Grasshopper Jeffren defensiv in der Offensive. (Bild: Freshfocus)
Den zweiten Treffer haben die Grasshoppers zum Teil auch ihm zu verdanken: Yroundu Musavu-King ist sichtbar enttäuscht. (Bild: Freshfocus)
Der St.Galler Peter Tschernegg versucht sich gegen Jeffren durchzusetzen. (Bild: Freshfocus)
Die Grasshoppers missbrauchen die St.Galler als Aufbaugegner: Nach dem 2:0 gegen die Espen verzeichnen die Zürcher ihren ersten Saisonsieg und sogar ihre ersten Tore im eigenen Stadion: Ridge Munsy jubelt nach dem Tor zum 2:0. (Bild: Freshfocus)
Nach den beiden Toren in der zweiten Spielhälfte wird er mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden sein: Grasshopper Trainer Carlos Bernegger. (Bild: Freshfocus)
Aus dieser Niederlage muss FCSG-Trainer Giorgio Contini einige Lehren ziehen. Die Espen waren den Grasshoppers eindeutig unterlegen (Bild: Freshfocus)
Lopar war nicht der einzige Torhüter der Partie, der eine gute Leistung abgeliefert hat: Grasshopper Gaolie Heinz Lindner rettet den Ball mit einer Parade. (Bild: Freshfocus)
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FCSG verliert das Auswärsspiel gegen GC 0:2

Eine gute Halbzeit in drei Spielen

Denn seit den beiden Startrunden, in denen Continis Team gefälligen Fussball zeigte, hat es in drei Spielen fast nur noch reagieren können und manchmal auch das nicht. In Lugano wenigstens war die erste Halbzeit okay, doch nach der Pause blieb der Siegtreffer durch Albian Ajeti einsamer Höhepunkt; ein Unentschieden hätte eher den Leistungen entsprochen.

Mag sein, dass am Sonntag die Frische ein wenig fehlte. Aber dann fragt man sich, weshalb der FC Lugano bei Meister Basel in unveränderter Startelf sehr munter auftrat. Giorgio Contini hingegen veränderte auf vier Positionen. Das hat dem Zusammenhalt der Mannschaft offensichtlich mehr geschadet, als dass die frischen Kräfte genützt hätten. Es war nicht so, dass St.Gallen derart unterlegen war wie daheim gegen Luzern. Doch erneut tat sie sich schwer beim Versuch, eine vielbeinige gegnerische Abwehr auszuhebeln. Ein Weitschuss von Silvan Gönitzer knapp am Tor vorbei war die beste von drei Torchancen über 93 Minuten.

Daniel Lopar: Note 5. Der Goalie hält seine Mannschaft in der ersten Halbzeit im Spiel. Pariert gegen Jeffren und Sigurjonsson stark. (Bild: pd)
Silvan Hefti: Note 4. Er gehört zu den besseren St. Gallern. Für jeden Gegner ein unangenehmer Verteidiger. (Bild: pd)
Karim Haggui: Note 3,5. Er strahlt viel Präsenz aus, wenn der Gegner aber schnell spielt, kann er Abstimmungsprobleme mit Musavu-King nicht verbergen. (Bild: pd)
Yroundu Musavu-King: Note 3. Dem Gabuner unterläuft bei seinem Einstand gleich ein Fehler, der zu einem Gegentor führt. Athletisch aber eine Bereicherung. (Bild: pd)
Marco Aratore: Note 4. Er setzt am Flügel Akzente und stösst auch in den Strafraum vor. Aber vieles bleibt berechenbar. (Bild: pd)
Stjepan Kukuruzovic: Note 3,5. Ihm unterlaufen zu viele Ballverluste, als dass er das Spiel in bessere Bahnen lenken kann. (Bild: pd)
Peter Tschernegg: Note 3,5. Fällt mit dem einen oder anderen klugen Pass auf. Aber auch er wirkt zu wenig agil und präsent. (Bild: Ralph Ribi)
Silvan Gönitzer: Note 4. Für den 20-Jährigen ist es der erste Einsatz von Beginn weg in der Super League. Ist in der zweiten Halbzeit für St.Gallens einzige Chance verantwortlich. (Bild: pd)
Danijel Aleksic: Note 3. Ihm gelingt wenig. Aleksic ruft sein Potenzial nur unregelmässig ab. Er schafft es nie, die Lücke zwischen Mittelfeld und Angriff zu schliessen. (Bild: pd)
Nassim Ben Khalifa: Note 3,5. Bekommt kaum brauchbare Bälle, und der Gegner lässt ihm keine Freiräume. Der Neuzugang hat einen schweren Stand. (Bild: pd)
Albian Ajeti: Note 4. Holt sich mangels Alternativen im Mittelfeld die Bälle. Gutes Zweikampfverhalten. (Bild: pd)
Tranquillo Barnetta: Note 3,5. Er versucht viel nach seiner Einwechslung, findet aber nicht richtig ins Spiel. (Bild: pd)
Roman Buess: Note 3,5. Er bekommt gleich wenig brauchbare Zuspiele wie Ben Khalifa, für den er eingewechselt wird. (Bild: pd)
Yannis Tafer: Note 3,5. Er versucht, das Offensivspiel anzukurbeln. Doch wie alle anderen Teamkollegen zu fehlerhaft. (Bild: pd)
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Die FCSG-Noten nach dem Spiel bei GC

St.Gallen verlor auf taktischer Ebene. Während die Zürcher mit einem halben Dutzend im eigenen Strafraum stets bereit waren, die Bemühungen des Gegners zu unterbinden, standen St.Gallens Verteidiger ziemlich locker irgendwo zwischen Anstosskreis und Strafraumnähe. Auffallend auch, wie leicht die Zürcher durch das St.Galler Abwehrzentrum spazieren konnten. Bei drei Grosschancen standen Tschernegg, King (der sonst nicht schlecht gefiel) und Haggui Pate. Die ersten beiden führten zu den Gegentoren.

Wie auch immer: Trainer Giorgio Contini scheint im Zwiespalt zu sein. Zweimal vertraute er in dieser Saison auf die gleiche Startformation wie im Spiel davor. Doch sowohl im abgebrochenen Match in Lugano als auch gegen Luzern blieb die erhoffte Wirkung von "Never change…“ aus. Aber auch das andere Extrem mit vier neuen Leuten zeitigte nun keinen Erfolg. Nach dem Rückstand fiel die Organisation ganz auseinander.

Grosser Kader als Nachteil

Im Hinblick auf die Teamfindung scheint sich der grosse Spielerkader auf fatale Art negativ auszuwirken. Was im Einzelnen positiv zu werten ist – frisches Blut mit neuen Leuten, verletzte Akteure kehren zurück, Junge wie Gönitzer drängen sanft nach – entwickelt sich in der Summe zu einem mächtigen Koloss. Denn die Bisherigen wollen ihren Stammplatz ja auch nicht auf der Tribüne einnehmen. Der Trainer fühlt sich anscheinend verpflichtet, allen mal eine Chance zu geben. Im Vergleich zur Startformation in Lausanne hatte St.Gallen auf dem Letzigrund fünf andere Feldspieler im Einsatz. Die Mannschaft scheint so aber eher auseinanderzudriften als zusammenzuwachsen, und so ist vom anfänglichen Optimismus, dass sich der FC St.Gallen neben kämpferischen auch mit spielerischen Mitteln zu helfen weiss, nicht mehr viel übrig geblieben. Gegen GC kann man verlieren, aber nicht auf so jämmerliche Weise: St.Gallen hat ein besseres Kader als vor einem Jahr und ist nicht schlechter bestückt als der Gegner vom Sonntag.
Nicht zu vergessen: Die Grasshoppers hatten mit Zürich, Young Boys, Luzern und Basel ein happiges Startprogramm zu bewältigen. Eine ähnliche Abfolge steht nun dem FC St.Gallen bevor. Vielleicht ist das eine Chance, etwas unbeschwerter aufzutreten und dem Sommermärchen und dem aktuellen Tief wenigstens einen unbeschwerten Alltag folgen zu lassen.

Aufgefallen

FC Kantonalbank St.Gallen? Österreich ist nach meinem Wissen das einzige Land, in dem der Hauptsponsor eines Fussballvereins in den Klubnamen integriert werden darf. Das wurde mir wieder bewusst, als ich hörte, dass der FC Firealarm Admira gegen Pellets WAC anzutreten habe. Firealarm, so dachte ich mir, ist ja noch ein passender Firmenname. Wenn es lichterloh brennt vor dem eigenen Tor, kann einfach die Feuerwehr alarmiert werden. Doch da haben meine Ohren den Dienst versagt. Die Firma heisst Flyeralarm, die eine grossräumig wirkende Online-Druckerei betreibt. Dass Österreicher ihren Klubnamen verunstalten, ist kein Auswuchs des Neokapitalismus, sondern hat lange Tradition. Es begann ungefähr 1973, als ich für die "Sportinformation“ der Europacup-Auslosung in einem Zürcher Hotel beiwohnte. Als das Schild "Grazer AK Teppichland“ aus dem Topf gezogen wurde, löste das im Saal allgemeine Erheiterung aus. Nicht auszudenken, dass sich der FC St.Gallen 1879 in FC Kantonalbank oder in FC Kybun umtaufen würde. Da und dort lehnen Anhänger schon den Verkauf des Stadionnamens ab. Was in Bezug auf die Arena kaum Probleme bereitete, wäre im Espenmoos unmöglich gewesen. SRF übrigens weigert sich im Gegensatz zum Teleclub bis heute die mit einem Sponsor verbundenen Stadionnamen zu nennen. "Arena“ und "Stadion“ ist hingegen erlaubt, und unlängst liess Matthias Hüppi bei einem Heimspiel des FC St.Gallen in den "Park“ umschalten.

Bundesliga ohne Konferenz. Was haben Jessy Wellmer, Kurt Brumme und Ernst Huberty gemeinsam? Sie haben alle schon einmal die Sportschau moderiert. Kurt Brumme war circa vor 50 Jahren im Einsatz, Jessy Wellmer lernte ich an diesem Samstag kennen. Lange habe ich den Klassiker unter den Sportfernsehprogrammen nicht mehr gesehen, mich häufig am Samstagnachmittag bei einem Livespiel der Bundesliga oder der Konferenz unterhalten. Nun folgte das Comeback, weil der Teleclub das nicht mehr im Angebot hat. Am Samstagnachmittag warten auf die Bundesliga. Was für nostalgische Gefühle! Nur kein Resultat erfahren. Das war diesmal einfach, denn ich stimmte mich auf dem Sitzplatz mit der La Gazzetta dello Sport auf den Serie-A-Match Hellas Verona gegen Napoli von Samstagnacht ein. Früher traf ich mich mit Kollegen im "Set“ an der Poststrasse oder im "Pic“ an der Bahnhofstrasse zum Stamm, ehe wir uns dann zur Sportschau auf den Heimweg machten. Wir freuten uns auf die drei (!) Spiele, die in einer Zusammenfassung ab 17.45 Uhr gezeigt wurden, anfangs noch in schwarz-weiss. Allerdings: Wenn der FC St.Gallen sein Heimspiel wie immer am Samstag um 17.30 Uhr austrug, fiel für uns die Sportschau aus. Und jetzt? Ab 18 Uhr ging es piano los mit der 3. Bundesliga, um 18.40 Uhr circa folgte die Konserve von Bayern gegen Bayer vom Freitagabend. Erst um 19 Uhr war aktuelle Bundesliga angesagt. Zu jenem Zeitpunkt hatten sich Brumme und Huberty jeweils schon längst verabschiedet. Frau Wellmer übrigens moderierte mit Schmiss und dennoch sachlich, fachlich, und der Beginn um 19 Uhr hat auch einen Vorteil. Man könnte um 16.30 Uhr noch auf dem Krontal vorbeischauen, wenn der SC Brühl im Paul-Grüninger-Stadion Richtung Challenge League stürmt... (th)

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