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Kolumne

Gegentribüne: Erinnerungen an bessere Zeiten – welche Spieler des FC St.Gallen zum Best-of-Team gehören

Kann der FC St.Gallen seinen hohen Ansprüchen wie am Samstag gegen Thun nicht genügen, schauen Anhänger gerne auf vergangene Zeiten und ehemalige Spieler zurück. Ich habe mir erlaubt, ein Best-of-Team seit Eröffnung des neuen Stadions zusammenzustellen.
Fredi Kurth
Zwei der besten Spieler, die im neuen Stadion im Trikot der Espen aufliefen: Philippe Montandon (links) und Pa Modou Jagne bei der Aufstiegsfeier im Jahr 2011.

Zwei der besten Spieler, die im neuen Stadion im Trikot der Espen aufliefen: Philippe Montandon (links) und Pa Modou Jagne bei der Aufstiegsfeier im Jahr 2011.

Der FC St.Gallen spielt die elfte Saison draussen in Winkeln. Und die Zahl elf hat auch sonst im Fussball besondere Bedeutung: Eine Mannschaft besteht aus elf Spielern, der Penalty wird aus elf Metern geschossen, und eines der berühmtesten Bücher zum Fussball heisst «Elf Freunde müsst ihr sein».

Bei meiner Zusammenstellung des Best-of-Teams muss ein Spieler des FC St.Gallen zumindest eine der nachfolgenden Kriterien erfüllt haben:

  • 1. Eine längere erfolgreiche Phase mit dem FC St.Gallen, egal ob während oder vor der Arena-Ära.
  • 2. Eine längere Phase bei einem prominenten Schweizer Verein (FC Basel) oder im Ausland.
  • 3. Eine erfreuliche Entwicklung als Spieler aus dem eigenen Nachwuchs.

Das ergab dann nachfolgende Elf, wobei sich die Zahl der Spiele ausschliesslich auf Ligaspiele (Super League oder Challenge League) beschränkt.

Daniel Lopar. (Bild: Steffen Schmidt/Freshfocus)

Daniel Lopar. (Bild: Steffen Schmidt/Freshfocus)

Daniel Lopar (279 Spiele). War von kurzen Ausnahmen abgesehen zehn Jahre lang die unbestrittene Nummer 1. Als reaktionsstarker Torhüter war er oft Matchwinner. Hätte die Fifa Anfang 1992 nicht die Rückpassregel eingeführt, wäre er sogar ein Kandidat für das Nationalteam gewesen.

Marc Zellweger. (Bild: Urs Jaudas)

Marc Zellweger. (Bild: Urs Jaudas)

Marc Zellweger (455 Spiele/25 Tore). Der Fussballgott gab ebenfalls zu keinen Diskussionen in der Kurth’schen Abwägung Anlass. Weil Marc Zellweger die St.Galler Kathedrale näher stand als der Kölner Dom, blieb sein Auslandaufenthalt von kurzer Dauer. Er bestritt 13 Länderspiele für die Schweiz.

Philippe Montandon. (Bild: Urs Jaudas)

Philippe Montandon. (Bild: Urs Jaudas)

Philippe Montandon (175/9). Die Bezeichnung Abwehrchef spricht für ihn, ebenso zwei lange Phasen beim FCSG. Ein Nachfolger mit seiner Beständigkeit ist bis dato nicht gefunden.


Silvan Hefti. (Bild: Pascal Müller/Freshfocus)

Silvan Hefti. (Bild: Pascal Müller/Freshfocus)

Silvan Hefti (106/1). Eines der grössten Talente aus der Akademie. Lange Zeit mit seiner Zweikampfstärke auf direktem Kurs zu einem höheren Engagement. Die jetzige Phase scheinbarer Stagnation ist auch auf St.Gallens Offensivdrang zurückzuführen, bei dem Verteidiger automatisch schlechter aussehen.

Pa Modou Jagne. (Bild: Urs Jaudas)

Pa Modou Jagne. (Bild: Urs Jaudas)

Pa Modou Jagne (104/6). Hier fiel die Wahl etwas schwerer. Als Alternative standen Ermir Lenjani und Andreas Wittwer zur Diskussion. Der Gambier hat sich auch in Sion und beim FC Zürich als solider Aussenverteidiger mit gesundem Drang nach vorne weiterentwickelt.

Michael Lang. (Bild: Reto Martin)

Michael Lang. (Bild: Reto Martin)

Michael Lang (66/4). Einer der jüngsten, die in der Super League Tritt fanden. Wie so oft bei Eigengewächsen wurde sein Talent später eher unter- als überschätzt. Die Stationen GC, Basel und jetzt Mönchengladbach zeigen den kontinuierlichen Weg auf. Qualität: Vermag die ganze Aussenbahn abzudecken.

Dejan Janjatovic. (Bild: Urs Bucher)

Dejan Janjatovic. (Bild: Urs Bucher)

Dejan Janjatovic (93/4). Hatte seine grosse Phase nach dem Aufstieg des FCSG 2012. Plötzlich hatte die Mannschaft mit ihm und Stéphane Nater eine starke Schaltzentrale. Janjatovic steht auch stellvertretend für die Helden von Moskau. Unvergesslich sein Tor kurz vor Schluss zum 4:2-Sieg gegen Spartak.

Moreno Costanzo. (Bild: Urs Bucher)

Moreno Costanzo. (Bild: Urs Bucher)

Moreno Costanzo (69/28). Entfaltete sich als Talent des eigenen Nachwuchses erst nach einem kurzen Abstecher zum FC Wil in der ersten Aufstiegssaison und dann in den folgenden Jahren. Der Freistoss-Spezialist schlug aber auch den letzten Sargnagel zum zweiten Abstieg des FCSG ein, als er für die Young Boys traf.

Marco Aratore. (Bild: Urs Bucher)

Marco Aratore. (Bild: Urs Bucher)

Marco Aratore (130/18). Einer mit den meisten Einsätzen in der Arena, er war sowohl auf der linken als auch auf der rechten Aussenbahn ein sicherer Wert. Für die linke offensive Seite fiel die Entscheidung eher knapp aus. Danijel Aleksic wäre bei mehr Beständigkeit ein seriöser Kandidat gewesen.

Oscar Scarione. (Bild: Urs Jaudas)

Oscar Scarione. (Bild: Urs Jaudas)

Oscar Scarione (81/38). Der erste Transferzukauf in der Ära von Präsident Dölf Früh war zugleich der beste. Der Argentinier hatte als Torschützenkönig in der Saison 2012/13 (21 Tore) wesentlichen Anteil am dritten Platz. Das begeisternde Europa-League-Halbjahr schaffte die Mannschaft aber ohne ihn.

Tranquillo Barnetta. (Bild: Benjamin Manser)

Tranquillo Barnetta. (Bild: Benjamin Manser)

Tranquillo Barnetta (107/18). Der Beste zuletzt. 75 Länderspiele, WM-Endrunden-Torschütze, Bundesligastar, die grösste Fussballbegabung der Gallusstadt seit 1879. Barnetta war nicht primär Torjäger, ist im jetzigen Team nach Cedric Ittens Ausfall aber auch als solcher gefragt.

Wäre diese Mannschaft in dieser Form auf dem Rasen gestanden, hätte sie den FC Basel wahrscheinlich in Schwierigkeiten bringen können. Aber vielleicht will sie einmal ein Freundschaftsspiel austragen gegen irgendeine andere Best-of-Mannschaft... Dafür bräuchte sie eine Reservebank mit Dejan Stojanovic (22 Spiele), Roy Gelmi (59 Spiele/2 Tore), Philipp Muntwiler (142/15), Marco Mathys (132/16), Stéphane Nater (63/1), Mario Mutsch (136/1), Goran Karanovic (62/18), Yannis Tafer (60/14) und Mario Frick (101/16). Jeff Saibene hätte jetzt Zeit, sie zu coachen.

Von Amoah bis Zamorano

Selbstverständlich kann man über eine solche Aufstellung auch anderer Meinung sein. Schon gar nicht würde ich es wagen, eine Top-Elf aus den Espenmooszeiten zusammenzustellen. Da reicht selbst bei einer Nomination für die Zeit des zweiten Jahrhunderts die Skala der Kandidaten von A wie Amoah bis Z wie Zamorano, Zellweger oder Zwyssig.

Drei Legenden in Grünweiss: (v.l.) Charles Amoah, Ivan Zamorano und Hugo Rubio nach dem Spiel zum 125-Jahr-Jubiläum des FC St.Gallen im Espenmoos im September 2004. (Bild: Rainer Bolliger)

Drei Legenden in Grünweiss: (v.l.) Charles Amoah, Ivan Zamorano und Hugo Rubio nach dem Spiel zum 125-Jahr-Jubiläum des FC St.Gallen im Espenmoos im September 2004. (Bild: Rainer Bolliger)

Aufgefallen

Gegen den FC Thun fiel die Roulette-Kugel auf die gegnerische rote Farbe. Es war aus St.Galler Sicht eines dieser Spiele, bei dem einen von Anfang an ein ungutes Gefühl beschleicht: Heute nicht – und wie immer, wenn die Espen nach den Sternen greifen könnten. Thuns Trainer Marc Schneider sagte aber auch den wichtigen Satz: «Dass wir früher oder später Räume vorfinden würden, wussten wir.» Es geht um die Worte «wussten» und «Räume». Die Gegner wissen heute, wie sie gegen St.Gallen spielen müssen, und die Gegner finden die Räume. Aber nicht alle nützen sie so gut wie Thun. Wir blicken neidvoll zum kleinen Super-League-Verein, der in dieser Saison den Fussball spielt, auf den die St.Galler Anhänger seit Herbst 2013 warten. Die Zahlen sind eindeutig: Thun 35 Punkte, 43:30 Tore. St.Gallen 27 Punkte, 32:39 Tore. St.Gallens Hightech-Fussball ist immer noch sehr störanfällig und stürzt ab, wenn es nicht rund läuft. Was sich die St.Galler auch merken müssen: In der Super League wird jeder noch so heftige Körpereinsatz mittlerweile toleriert, auch wenn einem Spieler wie Dereck Kutesa in der ersten Halbzeit und vor den Augen des Linienrichters eine klare Torchance genommen wird. Es war ein Bodycheck wie im Eishockey. Die Lehre aus St.Galler Sicht: Die Spieler, mehrheitlich von feingliedriger Statur, sollten häufiger den Oberkörper einsetzen.

Die halbe Liga hat inzwischen wieder den Trainer gewechselt. Darunter sind ausgewiesene Fachleute. Im Prinzip fällt die hohe Quote auf jene zurück, welche die Coaches anstellen. Dort fehlt es vor allem an Sachkenntnis. René Weiler ist beim FC Luzern mit drei Niederlagen in die Rückrunde gestartet. Viel Pech war dabei. Doch angeblich waren sich die Parteien nicht einig über die Qualität des Kaders. Das will heissen: René Weiler befand sie nicht gut genug, derweil das Unternehmen sparen muss. Von Rang sechs an abwärts hat einzig GC noch nicht gehandelt. Man schaut gespannt nach Zürich.

84 Prozent beträgt der Zuschauerschwund, den die Champions League beim deutschen Fernsehpublikum verzeichnet. Weil diese Liga seit dieser Saison ausschliesslich im Bezahlfernsehen ausgestrahlt wird, sind offensichtlich auch enthusiastische Fussballfreunde nicht mehr bereit, noch mehr Geld auszugeben. Bayerns Präsident Karl-Heinz Rummenigge fordert bereits eine Rückkehr ins Free-TV zum nächstmöglichen Termin in rund zwei Jahren. Der Grund: Auch die Sponsoren sind nicht erfreut ob mangelnder Aufmerksamkeit. Just die Spiele der vergangenen Woche, Tottenham gegen Dortmund (das einzige Livespiel auf SRF) und vor allem Manchester United gegen Paris St-Germai haben gezeigt, dass man sich nicht nur das Geld, sondern auch die Zeit vor dem Fernseher sparen könnte. Die Super League mit einem europäischen Spitzenwert von 3,43 Toren pro Spiel ist ebenso unterhaltsam. (th)

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