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Kolumne

Gegentribüne: Die Schiedsrichter benachteiligen den FC St.Gallen

Keine rote Karte gegen Luganos Fabio Daprelà. Kein Penalty für St.Gallen in der Schlussphase im Cup gegen Sion. Und nun gegen die Young Boys auch noch ein Gegentor nach einer Offsideposition und einem Foul. Es ist wieder einmal Zeit, dass die St.Galler über Schiedsrichterleistungen meckern.
Fredi Kurth
«Gegentribünen»-Autor Fredi Kurth. (Bild: Urs Jaudas)

«Gegentribünen»-Autor Fredi Kurth. (Bild: Urs Jaudas)

Der lange Zeit faszinierende Fight zwischen St.Gallen und den Young Boys vor prächtiger Zuschauer- und Herbstkulisse ergab in Grundzügen keine neuen Erkenntnisse. St.Gallen machte Tempo, wurde diesmal mit einem frühen Tor belohnt und hatte wie schon oft eine schwache Viertelstunde, in welcher der Gegner aus drei Chancen drei Tore erzielte.

Beim dritten Treffer hatte das Schiedsrichter-Trio kein Glück. Womit wir beim Thema wären. Es geht hier nicht um Personen, nicht gegen Ref Bieri, nicht gegen Schiedsrichter Jaccottet und nicht gegen den Unparteiischen Tschudi. Es geht um die schwierige Aufgabe der Schiedsrichter heutzutage, die zu oft bei entscheidenden Szenen falsch liegen. Dabei ist der FC St.Gallen zuletzt häufiger benachteiligt als bevorteilt worden. Profitiert hat er nach meiner Beobachtung einzig im Spiel beim FC Zürich, als kurz vor Schluss Michael Frey aus vermeintlicher Offsideposition allein auf das St.Galler Gehäuse hätte losziehen können und zurückgepfiffen wurde.

Längst nicht alles gleicht sich aus

Dass sich über eine Saison alles wieder ausgleicht, ist zu einer unzutreffenden Phrase geworden. Vor wenigen Jahren hat das Magazin «Zwölf» sämtliche zweifelhaften «Big decisions» nochmals unter die Lupe genommen. Und zwischen den einzelnen Vereinen gravierende Unterschiede festgestellt – so sehr, dass sie sogar Einfluss auf die Schlussrangliste der Super League hatten.

Natürlich, so ist man versucht zu bemerken, gehörte der FC St.Gallen nicht zu den begünstigten Mannschaften. Das Magazin konstatierte aber erstaunt, dass die St.Galler nur selten reklamierten – wohl in der Enttäuschung über die damals miserablen sportlichen Darbietungen.

Oben der Arm, unten der Eisenfuss

Die Videoassistenten werden ab nächster Saison nicht alle spielentscheidenden Fehler ausradieren, aber markant vermindern. Schweizer Schiedsrichter sind nicht Weltklasse, doch ob ihnen tatsächlich mehr Fehler unterlaufen als den Spielleitern in anderen Ligen, erscheint mir fragwürdig zu sein. Die Testversuche mit ausländischen Trios im Kybunpark liessen unlängst Zweifel aufkommen.

Ich denke, die Schiedsrichter hierzulande tun sich oft schwer, eine Linie einzuhalten. Aber generell ist es beim heutigen Spieltempo und den viel häufigeren Körper- und Ballkontakten heikler, zwischen Täter und Opfer zu unterscheiden. Häufig tauschen in der gleichen Aktion zwei Spieler die Rollen, und häufig geschieht im Zweikampf mehr als nur ein Foul, hält ein Spieler den Gegner oben an der Schulter und schlägt unten auch noch mit dem Eisenfuss zu.

Spiele auf hohem Niveau sind einfacher zu leiten

Vor vielen Jahren bestätigte mir der ehemalige Schweizer Fifa-Ref Bruno Galler, dass Spiele auf internationalem Niveau einfacher zu leiten seien als Partien in der Nationalliga A. Dies, weil dort die Akteure höhere Klasse aufwiesen und somit besser zwischen echtem Foulspiel und Missgeschick zu differenzieren sei.

Bei den St.Galler Anhängern immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik: Schiedsrichter Alain Bieri. (Bild: Urs Bucher)

Bei den St.Galler Anhängern immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik: Schiedsrichter Alain Bieri. (Bild: Urs Bucher)

Wahrscheinlich ist das auch heute noch so. St.Gallen gegen YB schien mir von ziemlich rauer Gangart zu sein. Weil die Stockfehler hierzulande zahlreicher sind, als wenn sich Manchester City und Chelsea gegenüberstehen, kommt es auch zu mehr Zweikämpfen mit physischem Aufprall.

FC St. Gallen – Pioneer mit Ausdauer

Themawechsel. Eigentlich müsste die Kolumne dieses Mal nicht «Gegentribüne», sondern «Haupttribüne» heissen. So wie mich Heinz Aeschbacher jeden letzten Donnerstag im Monat zu den Ehemaligen des FC St.Gallen einlädt, lud mich dieses Mal Janosh Raaber von den Pioneers netterweise zu einem Besuch im Haupttrakt ein.

Bekanntlich gehört der älteste Fussballverein der Schweiz und des europäischen Festlandes seit einigen Jahren dem erlesenen Kreis der traditionellsten Fussballklubs in aller Welt an. Im Gegensatz zu vielen andern – wie dem FC Sheffield oder dem SSV Ulm – hat er in der Eliteklasse seines Landes überlebt. Allerdings möchten die St.Galler Pioneers nicht in nostalgischen Erinnerungen ertrinken, sondern die Gegenwart geniessen und helfen, die Zukunft zu erhellen, wie mir Vorstandsmitglied Corinne Sieber zu verstehen gab. Der Jahresbeitrag von 1879 Franken pro Person kommt den Future Champs zugute.

Der Espenblock weit weg

Selten ist mir so bewusst geworden wie am Sonntag, wie viele Menschenschläge der FC St.Gallen unter einem Dach vereint. In der Haupttribüne mit den Räumen für den Dienstag-Club, die Pioneers und last, but not least den Logensponsoren, mit Blick eher auf die Autobahn als auf das Spielfeld, scheint mir der Espenblock meilenweit entfernt zu sein. Eigenartigerweise treffe ich hier allerdings viel mehr bekannte Leute aus früheren Zeit als auf der Gegentribüne. Dort ist das Angebot auf jenes der ehemaligen Espenmoos-Tribüne beschränkt: auf den Fussballmatch und in der Pause auf BBB – Bier, Bratwurst und Bürli.

Beim Dienstag-Club und den Pioneers erklärt Präsident Matthias Hüppi vor dem Match die Aufstellung wie einst am Fernsehen, nur mit etwas mehr Lokalkolorit – während sich die Gönner an den Buffets an Getränken, Speisen und Sandwiches gütlich tun. Ein Spieler, der nicht zum Einsatz kommt, kann sich jeweils zu seiner Situation äussern. Diesmal war Milan Vilotic an der Reihe.

Einige Glanzlichter, aber Vilotic fehlte

Im nachfolgenden Spiel hätte der Verteidiger in der Defensive wahrscheinlich gute Dienste leisten können – so wie vor einigen Wochen beim 0:0 gegen den FCZ, als seine Lufthoheit gelobt wurde. Diesmal konnten die Young Boys sogar auf ihr Kopfballungeheuer Guillaume Hoarau verzichten und trotzdem zweimal ungehindert einnicken.

Sonst war ich recht angetan vom FC St.Gallen, der anfänglich verwirrend kombinierte und insgesamt ein deutliches Chancenplus verzeichnete (8:4) – auch, weil die Berner nicht mehr zeigen mussten, um zu gewinnen. Tranquillo Barnetta liess erneut seinen Wert erkennen. Neben Dereck Kutesa trägt nun offensichtlich auch Kekuta Manneh zum Tempospiel der St.Galler bei. Vincent Sierro gelang der tödliche Pass in die Tiefe auf Torschütze Kutesa, und er verwandelte den Penalty souverän. Und immerhin hiess der Gegner YB.

Aber vielleicht stimmte mich nur der neue Blickwinkel milde im Vergleich zum Sitz auf der Gegentribüne. Tapetenwechsel tut manchmal gut...

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