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GEDULDSSPIEL: Der FC St. Gallen behält einen kühlen Kopf

Der FC St. Gallen bezwingt den FC Sion dank zwei späten Toren von Marco Aratore und Albian Ajeti verdient mit 2:0. Den Ostschweizern gelingt gegen defensive Walliser ein überzeugender Auftritt.
Patricia Loher
Die Erlösung: Marco Aratore (rechts) trifft in der 76. Minute per Kopf zum 1:0. (Bild: Freshfocus)

Die Erlösung: Marco Aratore (rechts) trifft in der 76. Minute per Kopf zum 1:0. (Bild: Freshfocus)

Plötzlich tat sie sich doch noch auf, diese eine Lücke im Bollwerk FC Sion. 76 Minuten lang hatten sich die St. Galler darum bemüht, Geduld und Kopf nicht zu verlieren. Sie waren die bessere und vor allem die engagiertere Mannschaft gewesen, sie hatten so einiges versucht – lange ohne Erfolg. Erst als Marco Aratore per Kopf nach einer Flanke von Andreas Wittwer doch noch das 1:0 erzielte, war das Spiel in andere Bahnen gelenkt. Der 26-jährige Aratore bereitete zehn Minuten später nach einem wunderbaren Zuspiel Tranquillo Barnettas zudem das 2:0 vor. Aratore legte für den eingewechselten Albian Ajeti auf, der nur noch einzuschieben brauchte. Nach dem 3:3 in Lausanne und der abgebrochenen Partie in Lugano war es für die St. Galler im zweiten Spiel der erste Saisonsieg. Trainer Giorgio Contini bezeichnete den Auftritt seiner Mannschaft als «einen ersten Schritt». Und: «Wir haben aufgezeigt, was wir können.» Matchwinner Aratore sagte: «Ein Unentschieden wäre nach dieser Leistung zu wenig gewesen.»

Grund für gute Laune: Giorgio Contini tauscht einen genussvollen High-Five mit dem Maskottchen Gallus nach dem verdienten 2:0-Sieg gegen den FC Sion aus. (Bild: Benjamin Manser/Keystone)
Im Gegensatz zu Contini ist Sittener Cheftrainer Paolo Tramezzani weniger gut gelaunt. (Bild: Benjamin Manser/Keystone)
Zu Beginn war Contini noch nachdenklich: Nach der Leisung im ersten Heimspiel der Saison wird der 43-Jährige mit seiner Mannschaft eindeutig zufrieden sein. (Bild: Benjamin Manser/Keystone)
Die St.Galler Fans, Trainer Giorgio Contini und seine Mannschaft werden ihm für seine Leistung gegen Sion dankbar sein. Nach einem Hinterkopftreffer in der 76. Minute hat der Mittelfeldspieler seine Mannschaft 1:0 in Führung gebracht: Marco Aratore feiert den Sieg mit einem seiner Söhne. (Bild: Benjamin Manser/Keystone)
Nach dem Spiel fragte man den St.Galler Torschützen, ob er den "Hinterkopfball", das zum 1:0 führte eintrainiert hat. Einen solchen Treffer sieht man auch nicht jeden Tag. (Bild: Benjamin Manser/Keystone)
Der St.Galler Nassim Ben Khalifa dribbelt gegen den Sittener Kevin Constant. (Bild: Benjamin Manser/Keystone)
Der Sittener versucht seinen Gegner Nassim Ben Khalifa mit allen Mitteln aufzuhalten. (Bild: Benjamin Manser/Keystone)
Sein Gesichtsausdruck dürfte die Gefühlswelt der Sittener nach der klaren Niederlage gegen die Espen wiederspiegeln: Christian Constantin, der Präsident des FC Sion, verzieht das Gesicht. (Bild: Benjamin Manser/Keystone)
Da wird sein Smartphone dem Präsidenten auch keine Aufmunterung bieten können: Wegen der noch den ganzen August dauernden Rasenarbeiten musste Sion zum dritten Mal auswärts antreten. Die bisherigen Gegner der Walliser, Thun und Lausanne, hatten üble Erfahrungen gemacht. Nun haben auch die Espen mit ihrem 2:0-Sieg noch eins draufgesetzt. (Bild: Benjamin Manser/Keystone)
Die St.Galler haben von Anfang an alles gut gemacht. Nur mit dem Abschluss klappte es bis zur 76. Minute nicht: Tranquillo Barnetta regt sich nach einer vergebenen Torchance auf. (Bild: Benjamin Manser/Keystone)
Die Espen haben hart gekämpft und sich den Führungstreffer in der 76. Minute redlich verdient: Der St. Galler Stjepan Kukuruzovic gibt den Ball gegen Moussa Konate nicht her. (Bild: Benjamin Manser/Keystone)
Zwei gegen eins: Der St. Galler Tranquillo Barnetta kämpft gegen die Sittener Elsad Zverotic (links) und Kevin Constant um den Ball. (Bild: Benjamin Manser/Keystone)
Später und verdienter Sieg für die Espen: Karim Haggui jubelt über die Belohnung nach der tollen Leistung seiner Mannschaft. (Bild: Benjamin Manser/Keystone)
Der St. Galler Tranquillo Barnetta im Zweikampf gegen den Sittener Birama Ndoye. (Bild: Benjamin Manser/Keystone)
Nach seinem Treffer war das Spiel so gut wie entschieden: Albian Ajeti traf in der 86. Minute zum 2:0 für die Espen und sicherte die Führung gegen den FC Sion. (Bild: Benjamin Manser/Keystone)
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Verdienter Sieg der Espen gegen den FC Sion

Es war in der Tat ein in allen Belangen verdienter Sieg für den FC St. Gallen gegen eine Mannschaft, die erst nach dem Gegentor gewillt war, mitzuspielen. Sion hatte sich zuvor ganz auf die Defensivarbeit verlegt, die Walliser verteidigten ihren Sechzehnmeterraum zeitweise mit sieben Mann. Mit solch einer Taktik waren sie in Thun und Lausanne zu je einem 1:0-Erfolg gekommen. Weil sie aber in der Qualifikation zur Europa League gegen ein litauisches Team eine herbe Enttäuschung hatten hinnehmen müssen, glaubte man, sie würden in St. Gallen initiativer auftreten. Die Ostschweizer allerdings schienen ob der Spielweise des Gegners nicht überrascht. Die Mannschaft hatte die Partie fest im Griff, ohne allerdings leichtfertig das Risiko einzugehen, in einen Konter zu laufen. St. Gallen gelang es, die Balance zu halten. «Wir verfolgten einen Matchplan, der lautete: Geduldig bleiben», sagte Contini. Man habe sich vom Gegner «nicht rauslocken lassen wollen, sonst wäre es gefährlich geworden». St. Gallens Absicherung funktionierte vor allem auch deshalb, weil die Neuzuzüge Peter Tschernegg und Stjepan Kukuruzovic im defensiven Mittelfeld tadellose Leistungen ablieferten.

Daniel Lopar: Note 5. Der Thurgauer hatte lange nicht viel zu tun, ehe er beim Stand von 0:0 einen Konter entschärfte. (Bild: PD)
Philippe Koch: Note 5. Defensiv blieb die Neuverpflichtung tadellos. Offensiv gelang ihm nicht alles wie gewünscht. (Bild: PD)
Alain Wiss: Note 5. Er strahlte in der Innenverteidigung viel Ruhe aus. Half auch im Spielaufbau mit. (Bild: PD)
Karim Haggui: Note 5. Kopfballstark und aufmerksam. Einmal unterlief ihm ein Fehler, der aber ohne Folgen blieb. (Bild: PD)
Andreas Wittwer: Note 5. Die Flanke des Berners in der 76. Minute stand am Ursprung des 1:0. Ein solider Wert. (Bild: PD)
Stjepan Kukuruzovic: Note 5,5. Eine überragende Partie des Neuzugangs. Überzeugte mit einem guten Auge und guten Pässen. (Bild: PD)
Peter Tschernegg: Note 5,5. Der Österreicher stand Kukuruzovic in nichts nach. Auffällig war seine Antizipationsfähigkeit. (Bild: Freshfocus)
Danijel Aleksic: Note 4,5. Trat auf der rechten Seite offensiv weniger in Erscheinung als auch schon. Trotzdem sehr engagiert. (Bild: PD)
Tranquillo Barnetta: Note 5. Der St. Galler steigerte sich nach der Pause. Brillant war sein Steilpass auf Aratore, der das 2:0 einleitete. (Bild: PD)
Marco Aratore: Note 6. Der beste Mann auf dem Platz. Aratore belohnte sich mit einem Tor und einem Assist. (Bild: PD)
Nassim Ben Khalifa: Note 4,5. Hatte in der 18. Minute Pech, als Sions Torhüter seinen Abschluss parierte. Rackerte viel, blieb aber eher unauffällig. (Bild: PD)
Albian Ajeti: Note 5. Der 20-Jährige kam für Ben Khalifa. Obwohl Ajeti einen Teil der Vorbereitung verpasst hat, war er sogleich wieder Torschütze. (Bild: PD)
Gjelbrim Taipi: - Er wurde in der 81. Minute für Tschernegg eingewechselt. (Bild: PD)
Yannis Tafer: - Auch Tafer kam erst kurz vor Schluss ins Spiel. (Bild: PD)
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Die Noten der FCSG-Spieler im ersten Saisonheimspiel gegen Sion

St. Gallen hätte nach 45 Minuten führen müssen

St. Gallen attackierte den Gegner von Beginn an früh. Im Zentrum waren die Walliser praktisch chancenlos, sich einen Weg in Richtung des gegnerischen Strafraums bahnen zu können. Dem Gastgeber gelang schon vor der Pause wesentlich mehr als dem Gegner, er musste sich allerdings bei Halbzeit vorwerfen lassen, im und am Strafraum zu wenig präzis und zielstrebig vorgegangen zu sein. «Wir waren auf den letzten dreissig Metern nicht so klar», sagte auch Aratore. Trotzdem unterliefen den Sittenern dann und wann Fehler. So scheiterte in der 18. Minute Nassim Ben Khalifa in letzter Sekunde am Torhüter, in der 37. Minute liess sich Aratore nach einem langen Zuspiel von Kukuruzovic noch abdrängen. Aufgrund der Spielanteile und der besseren Tormöglichkeiten hätten die Ostschweizer zur Pause führen müssen. «Wir mussten eine Schippe drauflegen», sagte Aratore. Barnetta prüfte gleich nach Wiederbeginn Sions Torhüter Anton Mitrjuschkin, später taten das auch Danijel Aleksic und Tschernegg. Nur, St. Gallen blieb auf der Suche nach der Lücke lange glücklos, oft fehlte nur wenig. Das Spiel schien schliesslich gar zu kippen, doch Goalie Daniel Lopar verhinderte nach einem Konter gegen Marco Schneuwly das Gegentor, das Sion wohl den Sieg eingebracht hätte.

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