FUSSBALL: "Zum Glück gibt es noch Lugano"

Vier Niederlagen in Serie, ein Torverhältnis von 0:7 in den vergangenen beiden Spielen: Beim FC St.Gallen kriselt es. Vor allem in Fanforen und in den Sozialen Medien gehen die Emotionen bei den Anhängern hoch.

Christof Krapf
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Der St.Galler Gianluca Gaudino stellt sich nach dem 0:3 gegen Vaduz den mitgereisten Fans zu einer Aussprache. (Bild: Keystone)

Der St.Galler Gianluca Gaudino stellt sich nach dem 0:3 gegen Vaduz den mitgereisten Fans zu einer Aussprache. (Bild: Keystone)

FUSSBALL. Zu Fuss nach Hause soll sie, die ganze Mannschaft - das schreibt ein Fan auf der Facebook-Seite des FC St.Gallen. 0:3 ist sein Lieblingsteam soeben in Vaduz untergegangen. Vier Spiele in Folge hat St.Gallen nicht mehr gewonnen; der Vorsprung auf den Abstiegsplatz beträgt nur noch sechs Punkte. Angesichts dieser Ausgangslage gehen die Emotionen in Fanforen und in den Sozialen Medien hoch. Ein Facebook-Nutzer schreibt: "Heute war null Leidenschaft zu sehen. Zum Glück habe ich mein Eintrittsgeld heute Vaduz bezahlt." Ein anderer User findet, dass ein Abstieg eine heilende Wirkung auf die Ostschweizer haben könnte: "Es ist Zeit, dass das Team wieder einmal in der Challenge League Dreck frisst." Angesichts des schmelzenden Vorsprungs auf den Abstiegsplatz flüchtet sich einer in Sarkasmus: "Zum Glück gibt es noch Lugano", kommentiert er. Denn die letztplatzierten Tessiner sind am Wochenende gegen die Young Boys gar 0:7 eingegangen.

Gianluca Gaudino bei den St.Galler Anhängern. (Bild: Keystone)
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Armando Sadiku überlistet Daniel Lopar und kann unbedrängt einschiessen. (Bild: Keystone)
2:0! Armando Sadiku hat die Führung des Heimteams ausbauen können. (Bild: Keystone)
Martin Angha hat im Zweikampf mit Armando Sadiku das Nachsehen. (Bild: Keystone)
Dejan Janjatovic hat die Lufthoheit. (Bild: Keystone)
Er versuchte es nach der FCZ-Pleite mit der harten Tour - erfolglos: Joe Zinnbauer, Trainer des FC St.Gallen. (Bild: Keystone)
Jubel bei den Vaduzern nach dem 3:0 von Ex-Espe Dejan Janjatovic. (Bild: Keystone)
Vaduz-Trainer mit St.Galler Vergangenheit: Giorgio Contini. (Bild: Keystone)
Armando Sadiku fixiert den Ball. (Bild: Keystone)
Ratlosigkeit in den St.Galler Gesichtern nach dem Schlusspfiff. (Bild: Keystone)
Cheftrainer Joe Zinnbauer und seinen Mannen stehen ungemütliche Tage bevor. (Bild: Keystone)
Der untröstliche Roy Gelmi nach dem Spiel. (Bild: Keystone)

Gianluca Gaudino bei den St.Galler Anhängern. (Bild: Keystone)


"Von Ex-St.Gallern vorgeführt"
In den Fanforen sind am Tag nach dem 0:3 nur wenige zurückhaltende Stimmen zu finden. "Man kann nicht immer junge Spieler fordern und sich dann aufregen, wenn diese Lehrgeld bezahlen", findet ein Facebook-Nutzer. Er spielt damit wohl auf die schwachen Auftritte der jungen Verteidiger Roy Gelmi und Silvan Hefti an. Ein anderer mahnt zur Geduld. "Wir dürfen nicht überreagieren." Spiele wie das 2:0 gegen GC hätten schliesslich gezeigt: "Das Team könnte es eigentlich schon."

Sauer macht die Internetnutzer die Tatsache, dass aussortierte St.Gallen-Spieler bei Vaduz plötzlich aufblühen. Mit Diego Ciccone, Philipp Muntwiler, Moreno Costanzo und Dejan Janjativoc standen am Sonntag gleich vier frühere St.Galler in der Vaduzer Startformation - letzteren beiden gelang gegen ihren früheren Club sogar ein Tor. "Kann es denn sein, dass der FCSG immer wieder von Ex-St.Gallern vorgeführt wird?", schreibt eine Facebook-Nutzerin.

Fans wollen Mathys zurück
Die Kritik an Trainer Joe Zinnbauer ist in den Foren und auf Facebook noch verhalten. Zahlreiche Fans fordern jedoch die Rückkehr von Marco Mathys in die Startformation - der Offensivspieler hatte zuletzt in Zinnbauers Plänen keine Rolle mehr gespielt. "Mathys muss zurück in die Mannschaft", schreibt ein User auf Facebook. Mathys weiss immerhin, wie man gegen Vaduz ein Tor erzielt: Am 23. Mai 2012 war ihm gegen die Liechtensteiner ein Tor gelungen. St.Gallen siegte 2:1. Es sollte bis heute der letzte Ostschweizer Sieg gegen Vaduz sein.

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