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FUSSBALL: St.Gallen am Ende wieder mit leeren Händen

Das 2:4 gegen Basel ist eine weitere Niederlage nach dem Motto: Gut mitgehalten, eine Führung zu einfach verspielt. Noch mehr dieser Art darf es nicht geben – die Europa League rückt sonst in weite Ferne.
Ralf Streule
Nzuzi Toko gegen Geoffroy Serey. (Bild: Urs Bucher)

Nzuzi Toko gegen Geoffroy Serey. (Bild: Urs Bucher)

Am Ende war es ein giftiges Spiel. Der Basler Valentin Stocker provozierte nach dem 2:4 erfolgreich, Danijel Aleksic reklamierte beim Schiedsrichter, viele der knapp 16'000 Zuschauer pfiffen, und niemand wusste so richtig, was passiert war.

Es war Feuer drin in der Partie, von Beginn weg war es ein Offensivspektakel gewesen. Dank zweier ungenügend organisierter Defensiven. Aber auch dank zweier Teams, die den Sieg suchten: die Basler, weil sie sich erhobenen Hauptes aus einer misslungenen Saison verabschieden wollen. Und der FC St. Gallen, weil er sich die Chance auf den dritten Platz erhalten will. Dass es am Ende 2:4 für die Basler stand, hatte vielleicht genau damit zu tun: Dass sie in entscheidenden Momenten befreiter aufspielten, Schwächen des Gegners traumwandlerisch ausnützten. Und halt einfach «eine Klasse für sich sind», wie der St. Galler Interimstrainer Boro Kuzmanovic sagte.

Barnettas überraschende Rolle

Und so ärgerte die St. Galler am Ende wohl am meisten, dass der FC Basel ein Spiel locker nach Hause schaukelte, in dem sie als Aussenseiter so lange mitgehalten hatten. Das Spiel liess sich für die Ostschweizer gut an. Die Idee Kuzmanovics, Tranquillo Barnetta als Rechtsverteidiger aufzustellen, hatte schnell Früchte getragen. Schon nach acht Minuten lancierte der St. Galler nach einem Sololauf Roman Buess: 1:0, Barnetta winkte mit einem Lachen in Richtung Trainerbank.

Dejan Stojanovic: Note 4. Zu Beginn mehrmals mit starker Abwehr. Beim 1:1 und 2:4 lenkt er den Ball aber nach Paraden statt ins Aus nur nach vorne ab. (Bild: pd)
Marco Aratore: Note 4. Vor der Pause ein Aktivposten. Kann das Niveau nicht halten, gegen Ende kaum mehr zu sehen. (Bild: pd)
Andreas Wittwer: Note 3,5. Hält lange dicht, gegen Ende aber vom schnellen Basler Offensivspiel überfordert. (Bild: pd)
Silvan Hefti: Note 4. Beim 2:3 wird er zu locker überlaufen. Sonst meist stabil, nach vorne einige Aktionen. (Bild: pd)
Yrondu Musavu-King: Note 5. Seine beste Saisonleistung. Körperlich extrem präsent, ihm sind die Gegentore nicht anzulasten. (Bild: pd)
Tranquillo Barnetta: Note 4. Starke Offensivaktionen wie beim 1:0. Defensiv aber immer anfälliger, ihm geht die Luft aus. (Bild: pd)
Cedric Itten: Spielt nur während zehn Minuten. Zu kurz für eine Bewertung. (Bild: pd)
Peter Tschernegg: Note 4. Kommt in der Verteidigung für den müden Barnetta. Defensiv solid, kann aber kaum Impulse setzen. (Bild: pd)
Danijel Aleksic: Note 3,5. Er kommt nach 69 Minuten für Wiss. Nur einmal zu sehen, mit einem halbgefährlichen Freistoss. (Bild: pd)
Roman Buess: Note 4,5. Trifft sehr abgeklärt zum 1:0. Danach aber nur mehr wenige gelungene Aktionen. (Bild: pd)
Yannis Tafer: Note 5. Sehr agil und aktiv, sein Selbstvertrauen wächst. Noch fehlt Spielpraxis und damit die Kraft über 90 Minuten. (Bild: pd)
Runar Sigurjonsson: Note 4,5. Ihm gelingt nicht sehr viel. Die Note verdient er sich mit dem grandiosen Weitschuss zum 2:2. (Bild: pd)
Nzuzi Toko: Note 4,5. Körperlich wie so oft sehr präsent, mit einigen Impulsen nach vorne. Entscheidende Ideen aber fehlen. (Bild: pd)
Alain Wiss: Note 3,5. Mit viel Einsatz, hat im defensiven Mittelfeld aber nur wenig Einfluss aufs Spiel. (Bild: pd)
14 Bilder

Die Noten der FCSG-Spieler gegen den FC Basel



«St. Gallen war zu Beginn hungriger», sagte Basel-Trainer Raphael Wicky hinterher. «Die Geschichte des Spiels hätte anders kommen können.» Doch die Geschichte war eine, die an die Partie gegen die Young Boys im April erinnerte, die ebenfalls mit 2:4 verloren gegangen war. Eine starke erste Hälfte endete mit dem Ausgleich des Gegners.

Luca Zuffi traf, und Kuzmanovic sagte, was vor vier Wochen Vorgänger Giorgio Contini gesagt hatte: «Es war der Schlüsselmoment.» Denn nach der Pause liessen die St. Galler die Basler zu oft gewähren, Offensivspieler wie Samuele Campo oder Mohamed Elyounoussi nutzten den Raum. Ausgerechnet Barnetta war es, der seine Seite bei den Gegentoren nicht dichthielt. «Barnetta war ein Pluspunkt im Aufbau des Spiels», sagte Kuzmanovic am Ende dennoch. «Er ist einer, der das Tempo bestimmen kann, aber nicht über 90 Minuten.»

Dass er Barnetta nicht früher auswechselte, erklärte er damit, dass Alain Wiss vorher angeschlagen vom Feld musste. Auf das 1:2 von Elyounoussi reagierte der Isländer Runar Sigurjonsson mit einem platzierten, trockenen Weitschuss zum 2:2. Immer mehr aber geriet St. Gallen in der Folge in defensive Nöte.

Das Publikum weiss Leistung zu schätzen

Sieben Spiele mit nur einem Sieg: Mit einer solchen Bilanz und nach einer 2:4-Niederlage wäre im St. Galler Stadion ein Pfeifkonzert zu erwarten. Zumal auch das Rennen um den dritten Platz und die vielleicht direkte Europa-League-Qualifikation verloren zu gehen droht. Aber es ist in der Ostschweiz derzeit einiges anders. Man weiss eine leidenschaftliche Leistung zu schätzen. Und man weiss, dass vieles im Entstehen ist, dass die Nagelprobe für die neue Clubführung erst in der kommenden Saison ansteht.

Kuzmanovic klammerte sich jedenfalls nicht an Ausreden: «Wir haben zu ungestüm reagiert bei den Gegentoren.» Und: «Die Mannschaft ist in der Lage, sehr gut Fussball zu spielen. Aber wir müssen den Rhythmus noch stärker bestimmen. Als wir überlegen waren, hätten wir das Tempo rausnehmen müssen, um uns nicht zu verausgaben.» Und dann eben, doch noch das Relativierende: «Basel ist schlicht eine Klasse für sich.»

Basels Albian Ajeti, links, trifft zum 4-2 gegen St.Gallens Torhueter Dejan Stojanovic, beim Fussball Super-League Spiel zwischen dem FC St.Gallen und dem FC Basel. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Basels Albian Ajeti, links, trifft zum 4-2 gegen St.Gallens Torhueter Dejan Stojanovic, beim Fussball Super-League Spiel zwischen dem FC St.Gallen und dem FC Basel. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

St. Gallens Torhüter Dejan Stojanovic, rechts, klärt vor Basels Mohamed Elyounoussi, beim Fussball Super-League Spiel zwischen dem FC St.Gallen und dem FC Basel. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

St. Gallens Torhüter Dejan Stojanovic, rechts, klärt vor Basels Mohamed Elyounoussi, beim Fussball Super-League Spiel zwischen dem FC St.Gallen und dem FC Basel. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

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