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Hexer Zigi patzt: Der FC St.Gallen unterliegt bei seinem ersten Auftritt nach dem Cupfinal GC mit 2:3

Der FC St.Gallen fährt die vierte Niederlage in Serie ein. Nach den Meisterschaftspleiten gegen den FCZ und YB sowie dem verlorenen Cupfinal unterliegen die Espen auch GC. Ein Flop von Goalie Lawrence Ati Zigi leitet die Niederlage der Ostschweizer ein. Ihr Aufbäumen im letzten Viertel der Partie kommt zu spät.

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Der Gegentreffer kurz vor der Pause: Giotto Morandi bezwingt Lawrence Ati Zigi sicher zum 2:0. In dieser Szene ist der St.Gallen-Keeper chancenlos.

Der Gegentreffer kurz vor der Pause: Giotto Morandi bezwingt Lawrence Ati Zigi sicher zum 2:0. In dieser Szene ist der St.Gallen-Keeper chancenlos.

Bild: Freshfocus (Zürich, 19. Mai 2022)

Auf nicht weniger als zehn Positionen verändert St.Gallens Cheftrainer Peter Zeidler sein Team im Vergleich zum Cupfinal vom vergangenen Sonntag. Einzig den Spanier Jordi Quintillà belässt er im Vergleich zur 1:4-Niederlage gegen Lugano in der Startformation. Zeidler gönnt seiner Stammformation somit eine Verschnaufpause und setzt gleichzeitig einen neuen Reiz, indem er ausgeruhte Spieler aufstellt, die sonst weniger zum Zug kommen.

Zwei Mal Schubert – sonst praktisch keine Chancen

Nach einer ereignisarmen Startphase ist es St.Gallens für gewöhnlich so exzellenter Torhüter Lawrence Ati Zigi, der sein Team früh auf die Verliererstrasse bringt. Ein Freistoss prallt vor dem Ghanaer auf. Zigi behändigt den Ball, lässt ihn aber wieder fallen, worauf Noah Loosli zum 1:0 für die Zürcher abstaubt. Kurz vor der Pause erhöhen die gegen die Barrage kämpfenden Hoppers nach einem feinen Angriff auf 2:0. Die Espen haben zuvor zwei Kopfballduelle im Mittelfeld verloren, und sie konnten den weiten Ball auf Giotto Morandi auch nicht verhindern. Dieser hat alleine vor Zigi keine Probleme, auf 2:0 zu stellen, Basil Stillhart kommt zu spät.

Die Espen haben in Halbzeit eins nur wenige Torchancen, die diesen Namen tatsächlich auch verdienen. Zwei Mal ist es Schubert, der abschliesst, allerdings zu wenig scharf beziehungsweise zu wenig platziert. Die Ostschweizer versuchen zwar einiges, sind in der Offensive aber zu wenig durchschlagskräftig.

Die Noten der FCSG-Spieler:

Lawrence Ati Zigi: Note 3,5. Mit den gewohnten Flugeinlagen. Und dem Patzer nach einem Freistoss, der zum 0:1 (18.) führt.
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Basil Stillhart: Note 4. Behilft sich einmal mit einem Foul – nun gelbgesperrt. Kommt beim zweiten Gegentor nicht mehr ran – nicht seine Schuld.
Fabian Schubert: Note 3,5. Schöne Direktabnahme. Riesenchance vor der Pause – die müsste er halt verwerten.
Jordi Quintillà: Note 3,5. Wieder mit wenig Einfluss, muss das 1:3 im Zweikampf gegen Momoh zulassen. Versenkt immerhin den Penalty (60.) eiskalt.
Jérémy Guillemenot: Note 3,5. Für Schubert (62.). Kommt wenig.
Victor Ruiz: Note 4. Für Lungoyi (62.). Bemüht, das Spiel anzukurbeln.
Kwadwo Duah: Note 4,5. Für Kempter (62.). Macht das 2:3 und somit sein 13. Saisontor!
Euclides Cabral: Note 3,5. Defensiv okay, nach vorne kaum Momente. Ob sein auslaufender Vertrag erneuert wird?
Julian von Moos: Note 4,5. Ab der 46. Minute für Besio und schiesst gleich ein Tor – Abseits. Holt den Penalty zum 1:2 heraus. Bringt viel frischen Wind.
Betim Fazliji: Note 4. Macht den Captain. Dann und wann mit kleinen Fehlern.
Michael Kempter: Note 4. Erstmals seit sieben Monaten und der Verletzung wieder im Einsatz. Da ist man nachsichtiger – grundsätzlich solid.
Christopher Lungoyi: Note 4. Versucht es mit schnellen Dribblings. Das gelingt bedingt. Nach der Pause Lattenschuss.
Alessio Besio, Note: 3,5. Eine schöne Hereingabe. Letztlich ohne Durchsetzungsvermögen, der Einsatz stimmt.
Isaac Schmidt: Note 4. Für Jankewitz (62.). Kann einmal in letzter Sekunde retten.
Alexandre Jankewitz: Note 3. Hat und gibt sich Mühe. Aber keine Aktionen, nicht gut.
Bastien Toma: Note 3,5. Dann und wann macht er das Spiel schnell, wie mit dem Traumpass auf Schubert. Aber oftmals nicht gesehen.

Lawrence Ati Zigi: Note 3,5. Mit den gewohnten Flugeinlagen. Und dem Patzer nach einem Freistoss, der zum 0:1 (18.) führt.

Quintillà schrammt haarscharf am Ausgleich vorbei

In der zweiten Halbzeit verbessert sich die offensive Performance des FC St.Gallen dann – allerdings zu spät, als dass der Cupfinalist noch zu einem Punkt kommen würde. Zunächst verkürzt Jordi Quintillà mittels Penalty zwar auf 1:2. In der 81. Minute ziehen die Zürcher nach einem herrlichen Treffer von Francis Momoh aber vorentscheidend auf 3:1 davon.

Die anstürmenden Ostschweizer schaffen durch Kwadwo Duah kurz vor Schluss zwar nochmals den Anschluss und schrammen bei einem Weitschuss Quintillàs haarscharf am Ausgleich vorbei. Der Sieg der Zürcher geht letztlich allerdings in Ordnung. Beim FCSG passte sowohl defensiv als auch offensiv über weite Strecken des Spiels zu wenig zusammen, um hier zu einem Remis oder gar einem Sieg zu kommen.

Dem FC St.Gallen ist die Wiedergutmachung für die klare Cupfinal-Niederlage somit nicht gelungen. Die Grasshoppers ihrerseits können sich dank drei Punkten Vorsprung auf Luzern sowie einer massiv besseren Tordifferenz faktisch bereits über den Ligaerhalt freuen. Die Karten der Innerschweizer, der Barrage doch noch zu entgehen, sind seit Donnerstagabend hingegen noch schlechter als zuvor.

Der Liveticker der Partie zum Nachlesen:

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