Fussball
Bittere Pleite in Basel: Der FC St.Gallen verliert nach einem Platzverweis und einem späten Gegentor mit 2:3

Der FC St.Gallen bringt es fertig, in Basel in Unterzahl einen Rückstand aufzuholen – und fährt trotzdem ohne Punkte nach Hause. Das Protokoll eines verrückten Fussballabends.

Daniel Walt/Basel 1 Kommentar
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Fünf Treffer, davon ein kurioses Eigentor; ein Platzverweis; ein Penalty; vor allem aber ein Spielverlauf, der spannender nicht sein könnte: Die 22'630 Fans im St.Jakob-Park zu Basel bekommen beim Gastspiel des FC St.Gallen einiges zu sehen. Die Ostschweizer, die mit einem Sieg zumindest für eine Nacht Leader werden könnten, starten ideal in die Partie: Nach einem traumhaften Angriff über die linke Seite schiebt Jérémy Guillemenot bereits nach sechs Minuten zur Führung für die Gäste ein.

Zigis unglückliches Eigentor und Stillharts Platzverweis

Zwischen der 15. und der 17. Minute überschlagen sich die Ereignisse dann ein erstes Mal. Zunächst staubt Zeki Amdouni nach einer starken Parade von Lawrence Ati Zigi zum 1:1 ab. Zwei Zeigerumdrehungen später ist es dann der St.Galler Keeper, der den Ball nach einem Abschluss Amdounis unglücklich ins eigene Tor lenkt. Der Ball war zuvor an den Pfosten und von dort an den Rücken des Ghanaers geprallt. Doch des Ungemachs noch nicht genug: Nach rund 35 Minuten und einer Intervention von Basil Stillhart, die von Schiedsrichter Sandro Schärer als Notbremse taxiert wird, sind die Espen nur noch zu zehnt.

In der zweiten Halbzeit deutet zunächst nur wenig darauf hin, dass die St.Galler in diese Partie zurückkehren werden. Der Ausgleich durch Lukas Görtler, der einen Elfmeter im Nachschuss versenkt, fällt aus heiterem Himmel und nach einer VAR-Intervention. Den St.Gallern gelingt es in der Folge aber nicht, das Remis über die Zeit zu retten: Nach 83 Minuten findet eine weitere präzise Flanke des starken Michael Lang in der Mitte Bradley Fink, der Zigi mühelos zum 3:2 bezwingt.

Unsere Spielernoten zum Durchklicken:

Lawrence Ati Zigi: Note 4. Mit einer starken Parade hält er St.Gallen beim Stand von 1:2 im Spiel. Vor dem 1:1 lässt er den Ball jedoch nach vorne abprallen, was Basel ausnutzt.
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Leonidas Stergiou: Note 3,5. Wird nach dem Platzverweis eingewechselt. Hilft, die Abwehr zwischenzeitlich zu stabilisieren. In der 83. Minute verliert er aber Torschütze Fink aus den Augen.
Matej Maglica: Note 3. Die Gegenspieler enteilen ihm oft. Vor dem 2:3 kommt Maglica gegen Michael Lang zu spät. Im nächsten Spiel ist der St.Galler gesperrt.
Basil Stillhart: Note 3. Nach 35 Minuten wird er wegen einer Notbremse des Feldes verwiesen. Es ist ein Entscheid, der heiss diskutiert wird. Aber: Er ist korrekt.
Jordi Quintillà: Note 3. Der Spanier ist noch auf der Suche nach seiner Form. Er spielt den einen oder anderen klugen Pass, hat aber wenig Einfluss. Vor dem 1:2 lässt er sich etwas gar einfach ausspielen.
Jérémy Guillemenot: Note 4,5. Es ist ein schön herausgespieltes Führungstor, der Genfer beweist Instinkt und steht genau richtig.
Lukas Görtler: Note 4. Mit einem starken Pass, den Akolo beinahe zum 2:2 verwertet. Wenig später ist er nach einem Elfmeter im Nachschuss erfolgreich. Sehr präsent.
Daouda Guindo: Note 3,5. Nach einer guten Startphase taucht der junge Malier phasenweise ab. Lang wird über seine Seite immer wieder gefährlich.
Emmanuel Latte Lath: Note 3,5. Dem Stürmer, der die ganze Woche erkältet war, gelingt nach seiner Hereinnahme nicht viel.
Grégory Karlen: Note 3,5. Der Walliser darf erstmals von Beginn weg spielen, hat aber kaum Zeit, um sich zu präsentierten. Nach dem Platzverweis von Stillhart muss er vom Feld.
Randy Schneider: Note 3. Der frühere Aarauer bewirkt nach seiner Einwechslung wenig.
Ricardo Alves: Note 3,5. Er kommt für Akolo und hat zwei gute Aktionen.
Alessandro Kräuchi: Note 4,5. Holt den Penalty heraus, der zum 2:2 führt. Auch sonst nach seiner Einwechslung mit zwei, drei starken Vorstössen.
Patrick Sutter: Note 3,5. Er lässt nichts unversucht, um für Schwung zu sorgen. Vor dem 1:1 zu weit weg vom Torschützen.
Isaac Schmidt: Note 4,5. Steht mit Guindo am Ursprung des Führungstores und lässt sich dann gleich auch noch den Assist gutschreiben.
Chadrac Akolo: Note 4. Er ist im Pech, dass sein Abschluss beim Stand von 1:2 an den Innenpfosten geht. Insgesamt aber ein guter Auftritt.

Lawrence Ati Zigi: Note 4. Mit einer starken Parade hält er St.Gallen beim Stand von 1:2 im Spiel. Vor dem 1:1 lässt er den Ball jedoch nach vorne abprallen, was Basel ausnutzt.

Bild: Claudio Thoma/Freshfocus

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