Torloses Unentschieden im Berner Oberland: Der FCSG punktet das dritte Mal in Folge

Der FC St.Gallen und Thun trennen sich in einer umkämpften Partie 0:0-Unentschieden. Für die Espen bedeutet dieses Resultat gleich zwei Premieren: Sie punkten drei Spiele in Folge und bleiben jedes Mal ohne Gegentor.

Tim Naef
Drucken
Teilen
Einer der besten auf dem Feld: FCSG-Verteidiger Musah Nuhu. (Bild: Keystone)

Einer der besten auf dem Feld: FCSG-Verteidiger Musah Nuhu. (Bild: Keystone)

Die Spiel-Analyse

Ob es die tiefen Temperaturen oder der ungewohnte Kunstrasen sind, die St.Galler bekunden zu Beginn des Spiels Mühe; Thun ist die bessere Mannschaft. Nach rund 15 Minuten wird es aus grünweisser Sicht besser. Sierro und Quintilla fordern immer mehr die Bälle, lenken das Spiel aus der eigenen Hälfte heraus, ohne jedoch zwingende Chancen zu kreieren. Ein, zwei Mal tauchen die St.Galler vor dem Thuner Tor auf, scheitern aber entweder an Guillaume Faivre oder am eigenen Unvermögen. Sie merken, die erste Halbzeit ist schnell erzählt: Den Thunern gehörte die Startviertelstunde, anschliessend war der FCSG die bessere von zwei harmlosen Mannschaften.  

Erfreulich für die Espen: Das neu zusammengesetzte Innenverteidigerduo mit Nuhu und Stergiou (Vilotic und Mosevich beide gesperrt) spielt eine souveräne erste Halbzeit.  Stergiou mimt mit seinen erst 17 Jahren den Abwehrchef und Nuhu gewinnt jeden Zweikampf, sei es am Boden oder in der Luft. Als Zuschauer hat man das Gefühl, beide würden seit Jahren nichts anderes machen.

In der zweiten Hälfte festigt sich das Bild: Die Berner Oberländer sehen das gegnerische Tor nur noch aus der Ferne. Die St.Galler treten hingegen immer dominanter auf. Dies aber weiter ohne zwingende Chancen herauszuspielen. Auch die beiden Einwechslungen (59. Minute Rapp für Tafer, 71. Minute Barnetta für Bakayoko) ändern vorerst nicht viel am Geschehen.

Nach 75 Minuten können sich die St.Galler nochmals steigern und drücken die Thuner weit in die eigene Hälfte zurück. So klappt es auch mit den Chancen: Lüchinger scheitert in der 79. Minute an Thun-Goalie Faivre. Nur zwei Minuten später sieht Peter Zeidler einen Kopfball von Barnetta, ebenfalls von Faivre, auf der Linie geklärt.

Es scheint ein Weckruf für beide Teams gewesen zu sein. In der 85. Minute rettet FCSG-Goalie Stojanovic mirakulös und vorne verpasst Rapp das 1:0 nur knapp. Und beinahe hätten die St.Galler doch noch drei Punkte aus dem Berner Oberland mit in die Ostschweiz genommen. In der Schlussminute hat Aussenverteidiger Silvan Hefti das Siegtor auf dem Fuss, scheitert aber am besten Thuner des heutigen Spiels: an Guillaume Faivre. Den fällige Einwurf lässt Schiedsrichter Stephan Klossner nicht mehr ausführen und pfeift das Spiel ab. Der FC St.Gallen und Thun trennen sich 0:0-Unentschieden.

Die Besten

Die beiden Innenverteidiger Musah Nuhu und Leonidas Stergiou. Nuhu, 22-jährig, gewinnt gefühlt jeden Zweikampf. Stergiou, gar erst 17-jährig, übernimmt die Rolle des Abwehrchefs. Beide bleiben über 90 Minuten ohne Fehl und Tadel.

Tranquillo Barnetta: Note 4,5. Ersetzt in der 71. Minute Bakayoko und bringt einigen Schwung.
13 Bilder
Leonidas Stergiou: Note 5. Nach einer Schaffenspause nach Einsätzen mit dem Nachwuchs-Nationalteam leistet sich der 17-Jährige keine Fehler.
Simone Rapp: Note 4. Der frühere Thuner kommt für Tafer. Vergibt in der Schlussphase zwei gute Chancen.
Yannis Tafer: Note 3,5. Es ist ein schwieriges Spiel für den 28-Jährigen, da er kaum einmal Erfolg versprechend eingesetzt wird.
Vincent Sierro: Note 4. Der Walliser ist wieder auffälliger als zuletzt, aber trotzdem gelingt ihm noch nicht alles wunschgemäss.
Dejan Stojanovic: Note 5. 80 Minuten lang ist er ohne Beschäftigung, ehe er in der 84. Minute einen Abschluss von Chris Kablan bravourös klärt.
Musah Nuhu: Note 5. Der 22-Jährige, erstmals in der Innenverteidigung, liefert eine abgeklärte Leistung ab. Der Ghanaer spielt wie ein Routinier.
Silvan Hefti: Note 4,5. Als rechter Verteidiger blüht der Goldacher wieder auf. Er wagt sich oft nach vorne, sein Tor in der 36. Minute wird aberkannt.
Dereck Kutesa: Note 4. Er steht oft im Zentrum von St. Gallens Angriffsbemühungen. Aber der Zug zum Tor fehlt.
Nicolas Lüchinger: Note 4. Nach einem Konter hatte er in der zweiten Halbzeit die Möglichkeit zum 1:0. Insgesamt solid.
Axel Bakayoko: Note 3,5. Trotz seiner Schnelligkeit gelingt es ihm nur selten, Lücken in Thuns Abwehr zu reissen.
Majeed Ashimeru: Note 4. Man wünscht sich vom wirbligen und spielstarken Ghanaer auch einmal einen gefährlichen Pass in die Tiefe.
Jordi Quintillà: Note 4. Der Spanier liefert eine unauffällige Partie. Versucht, Ideen einzubringen, was ihm schon besser gelang.

Tranquillo Barnetta: Note 4,5. Ersetzt in der 71. Minute Bakayoko und bringt einigen Schwung.

Der Schiedsrichter

Nach dem Spiel wird nicht über Schiedsrichter Stephan Klossner gesprochen. Das ist immer ein gutes Zeichen. Souveräne Leistung des Unparteiischen.

Die Fans

Auf die Anhänger kann sich Grünweiss verlassen: Trotz tiefer April-Temperaturen, hat eine stattliche Anzahl an FCSG-Fans den Weg ins Berner Oberland gefunden.

Auf Seiten der Thuner ist man trotz sieben Spielen ohne Sieg immer noch selbstbewusst. Obwohl der Cup-Halbfinal gegen Luzern noch aussteht, redet die Thuner Anhängerschaft schon vom Final.

(Bild: Manuel Nagel)

(Bild: Manuel Nagel)

Die Reaktionen

FCSG-Coach Peter Zeidler: «Durch die Bank gute Einzelleistungen»

Tranquillo Barnetta nach dem Thun-Spiel: «Die ganz klaren Chancen haben gefehlt»

Das Spiel im Liveticker nachlesen:

Weitere Artikel zum FCSG

Der FC St.Gallen will dem Auf und Ab ein Ende setzen

Der FC St.Gallen ist in dieser Saison das «Team inkonstant»: Noch nie konnten die Ostschweizer dreimal in Folge punkten. Am Sonntag gegen schwächelnde Thuner bietet sich ihnen die nächste Chance.
Ralf Streule