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Zehn Tage bis zum Saisonstart: Der FCSG macht sich bereit

Nach abgeschlossener Kaderplanung das Auftaktfest: Der FC St.Gallen steigt mit Vorfreude und ein bisschen Ungewissheit in die Saison.
Ralf Streule
Lukas Görtler, links von Trainer Peter Zeidler, präsentiert beim Kick-off-Event des FC St.Gallen das neue Trikot. (Bild: Hanspeter Schiess)

Lukas Görtler, links von Trainer Peter Zeidler, präsentiert beim Kick-off-Event des FC St.Gallen das neue Trikot. (Bild: Hanspeter Schiess)

Zehn Tage noch bis zum Saisonstart in der Super League. Wie immer zu diesem Zeitpunkt hat der FC St.Gallen Sponsoren und Medien zum Saison-Kick-off eingeladen. In den Räumen der Brauerei Schützengarten stellte sich am Mittwochabend das neue Kader vor. Ein Kader, an dem kaum mehr gerüttelt wird, wie Sportchef Alain Sutter zuvor an der Medienkonferenz erklärt hatte.

Mit der Verpflichtung des deutschen Mittelfeldspielers Lukas Görtler sei die Planung abgeschlossen, zumindest was die Neuzugänge anbelangt. Das Kader steht bei 26 Spielern und drei Torhütern – offen ist nur noch, ob zuvor ausgeliehene Spieler wie Boris Babic oder Adonis Ajeti im Team bleiben oder ob bis zum Ende des Transferfensters noch Angebote für andere Spieler eingehen. «Stand jetzt sieht es nicht danach aus», so Sportchef Sutter.

Somit war eine Transfergesamt­bilanz angesagt, welche die Hauptakteure – Präsident Matthias Hüppi, Trainer Peter Zeidler und Sutter – mit ­Zuversicht, aber auch einer Portion Zurückhaltung präsentierten. Mit Görtler sei das «letzte Puzzleteil» für das Mittelfeld gefunden, sagte Sutter. Er schaue sehr positiv in die Zukunft, «wir haben nicht alles über den Haufen geworfen». Dennoch blieben «Restfragezeichen». Dort nämlich, wo es um die Entwicklung der einzelnen Spieler gehe.

Der Club plant mit demselben Budget wie letztes Jahr

«Wir können am Niveau der vergangenen Saison anknüpfen», sagte Trainer Peter Zeidler. Auch wenn Spieler wie Tranquillo Barnetta oder Vincent Sierro, die in der vergangenen Saison eine tragende Rolle spielten, nun fehlen werden: In den Trainings zeige sich, dass die Mannschaft «etwas in sich trägt». Und dass man in Sachen Automatismen weiter sei als noch vor einem Jahr vor dem Saisonstart. Dies mögen auch die bisher starken Testspiele zeigen. Dennoch sagt Zeidler:

«Wir wissen nicht, wohin die Reise geht.»

Im Auftaktspiel gegen Luzern auf jeden Fall «können wir es nur besser machen». In der vergangenen Saison haben die Ostschweizer alle Partien gegen die Zentralschweizer verloren. Positiv aus St.Galler Sicht: Der Club plant mit demselben Budget für die erste Mannschaft wie im vergangenen Jahr, nämlich mit 7,6 Millionen Franken, hat mit Axel Bakayoko aber nur noch einen Leihspieler unter Vertrag. 2018/19 waren es noch Sierro, Leonel Mosevich, Majeed Ashimeru, Musah Nuhu und Bakayoko gewesen, die nicht dem Club gehörten. Hüppi sagte:

«Aus wirtschaftlicher Sicht ein wichtiges Detail. Es zeugt von der guten Arbeit unseres Sportchefs.»

Auf eine konkrete Zielsetzung verzichtete der Präsident, er wollte sie zumindest nicht an einem zu erreichenden Platz festmachen. Dies habe ihn die Vergangenheit gelehrt – sprich: das enge Rennen im Super-League-Mittelfeld in der vergangenen Saison.

«Wir wollen wieder angreifen.»

Das übergeordnete Ziel sei aber ohnehin, in Ruhe den Weg weiterzugehen, den man vor eineinhalb Jahren begonnen habe.

Bislang gleich viele Abos wie letztes Jahr verkauft

In diesem Zusammenhang wurde auch Sutters Bewerbung um das Amt des ­Nationalmannschaft-Managers zum Thema. Der Sportchef stiess im Auswahlverfahren des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) bis in die Schlussrunde vor, bevor er sich zurückzog. Sutter erklärte:

«Es war am Ende ein klares Bekenntnis für den Club.»

Im Prozess des SFV-Verfahrens habe er gemerkt, «wie viel mir der FC St.Gallen bedeutet». Schöne Worte, die der Präsident mit weiteren Frohbotschaften ergänzte. In Sachen Saisonabonnementverkauf sei man auf dem Stand der vergangenen Saison, als die 8000er-Marke erreicht wurde.

Zudem habe man die Altlasten weiter in den Griff bekommen, vom anfänglichen strukturellen Defizit von 2,4 Millionen Franken habe man rund die Hälfte abgearbeitet und sei auf gutem Kurs, es weiter zu senken. «Die grünweisse Welle» – Hüppi benutzte die Rhetorik aus dem Beginn seiner Amtszeit – wachse weiterhin. Dies habe die Tour durch die Regionen gezeigt in der Vorbereitung. Alles in Butter also? Auch Hüppi bringt den Satz der Ungewissheit: «Wir wissen nicht, wohin die Reise sportlich geht.»

Diese Zuzüge hat der FCSG im Sommer getätigt – und das erwarten unsere Sportredaktoren Christian Brägger und Patricia Loher von ihnen:

  • Jonathan Klinsmann (Tor)
    Er wolle die Nummer eins werden, sagte Jonathan Klinsmann, als er in St.Gallen eintraf. Der 22-Jährige kam in den Testspielen regelmässig zum Einsatz. Er blieb dabei allerdings nicht fehlerfrei. Gegen Bochum zeigte er in der Schlussminute aber, was in ihm steckt.
  • Yannis Letard (Verteidigung)
    Der 20-jährige Franzose soll in der Innenverteidigung Musah Nuhu ersetzen, der mit einem Kreuzbandriss noch lange ausfällt. Letards Auftritte in den Testpartien waren vielversprechend, er wirkt abgeklärt und scheint ein gutes Auge zu haben für die Spieleröffnung.
  • Vincent Rüfli (Verteidigung)
    Der 31-Jährige ist ein rechter Verteidiger und damit Konkurrent von Silvan Hefti und Nicolas Lüchinger. Aber Rüfli ist auch auf der linken Seite einsetzbar. Seine Vorbereitung verlief durchzogen. Gegen Celtic Glasgow wurde er verletzungsbedingt früh ausgewechselt, gegen Bochum spielte er die zweite Halbzeit in der Innenverteidigung. Es könnte sein Nachteil sein, dass er polyvalent einsetzbar ist.
  • Lukas Görtler (Mittelfeld)
    Gegen Bochum absolvierte der 25-Jährige seine ersten 45 Minuten für St.Gallen. Görtler wirkte sehr präsent in der Balleroberung und im Spiel in die Spitzen, einmal bediente er Jérémy Guillemenot mustergültig. Noch gelang dem Mittelfeldspieler nicht alles, doch Trainer Zeidler war schon einmal sehr angetan vom Auftritt des Deutschen. Görtler könnte es durchaus in die Startformation schaffen gegen Luzern.
  • Fabiano Alves (Mittelfeld)
    Der Brasilianer soll einbringen, was St.Gallen in der vergangenen Saison fehlte: Robustheit im Mittelfeld. Die Frage ist einzig, auf welcher Position ihn Peter Zeidler sieht und ob der Coach die Physis der Technik vorzieht. Als Sechser dürfte es für den 24-jährigen Fabiano im 4-3-3 Zeidlers indes schwierig werden, an Jordi Quintillà vorbeizukommen.
  • Moreno Costanzo (Mittelfeld)
    Er hat in den Testspielen angedeutet, dass er das Offensivspiel des FC St.Gallen beleben kann. Vor allem ist da nun wieder einer, dessen Freistösse und Cornerflanken jeden Gegner vor Probleme stellen. Costanzo muss aber beweisen, dass er die Spielphilosophie des Trainers umsetzen kann.
  • Nico Strübi (Tor)
    Der 19-Jährige, der über den FC Gossau und Wil in St.Gallens Nachwuchsabteilung fand, wurde auf diese Saison hin hinter Stojanovic und Klinsmann zur neuen Nummer drei der Ostschweizer.
  • Angelo Campos (Sturm)
    Der Bündner hat körperlich zugelegt. Für den 19-Jährigen dürfte es aktuell aber schwierig werden, sich gegen die Konkurrenz im Angriff durchzusetzen. Und dennoch scheint er eine gute Alternative, falls die Etablierten im Sturm einmal in einem Formtief sind.
  • Betim Fazliji (Mittelfeld)
    Der 20-Jährige aus Rebstein gehört zu den Entdeckungen der Vorbereitung. Im defensiven Mittelfeld fiel er auf durch Passsicherheit, Ruhe am Ball und Übersicht. Aber auch auf seiner Position ist die Konkurrenz gross.
  • Tim Staubli (Mittelfeld)
    Der 19-jährige Werdenberger ist im Zentrum wirblig, aber auch er trifft auf den einen oder anderen Spieler, der ihm noch vor der Sonne steht. Nach 44 Partien mit St.Gallens zweiter Mannschaft in der 1. Liga wäre es an der Zeit, einen nächsten Schritt zu machen. Wird er allenfalls ausgeliehen?
  • Fabio Solimando (Mittelfeld)
    Der 17-jährige Toggenburger gehört mit Leonidas Stergiou zu den Nesthäkchen in St.Gallens erster Mannschaft. Gegen Bochum musste er verletzt ausgewechselt werden, immerhin scheint es nichts Ernsthaftes zu sein.

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