FCSG-Trainer Peter Zeidler zur angespannten Goaliesituation: «Es gibt die Hoffnung, dass Stojanovic gegen Zürich spielen kann»

Noch entschärft sich St.Gallens Torhütersituation nicht. Aber es gibt eine Teilentwarnung.

Patricia Loher
Hören
Drucken
Teilen
Dejan Stojanovic klärt auf dem Thuner Kunstrasen gegen Simone Rapp.

Dejan Stojanovic klärt auf dem Thuner Kunstrasen gegen Simone Rapp.

Peter Schneider, Keystone

Die Mannschaft des FC St.Gallen dürfte am Montagabend eine gemütliche Weihnachtsfeier verbracht haben. Denn 24 Stunden zuvor hatten sich die Ostschweizer in Thun weitere drei Punkte gesichert. Nicht auf furiose Art zwar, aber doch ungefährdet. Nur, die Stunden vor dem Weihnachtsessen verliefen doch nicht ganz sorgenfrei, nachdem sich Goalie Dejan Stojanovic gegen Thun an der Schulter verletzt hatte.

Der Vorarlberger biss sich im Berner Oberland zwar durch, berichtete aber hinterher, Schmerzen zu verspüren. Am Montag am frühen Abend folgte nach einer Untersuchung wenigstens teilweise die Entwarnung. Kaputt gegangen ist in der Schulter laut Trainer Peter Zeidler nichts, der 26-jährige Torhüter zog sich bei dem Zusammenstoss allerdings eine Zerrung zu. «Es gibt die Hoffnung, dass er am Samstag gegen Zürich spielen kann», sagt Zeidler.

Der 17-jährige Torhüter Armin Abaz nahm in Thun erstmals auf der Ersatzbank des FC St.Gallen Platz.

Der 17-jährige Torhüter Armin Abaz nahm in Thun erstmals auf der Ersatzbank des FC St.Gallen Platz.

Claudio De Capitani, freshfocus

Allerdings muss Stojanovic schonungshalber einige Trainingseinheiten auslassen.

«Und geht es bei Stojanovic am Samstag trotzdem nicht, setzen wir auf den jungen Goalie.»

Der junge Torhüter, der plötzlich ins Rampenlicht rücken könnte, ist gerade einmal 17-jährig und heisst Armin Abaz. Schon am Sonntag nahm er auf der Ersatzbank des FC St.Gallen Platz. Abaz lief sich zwischenzeitlich während einiger Minuten auch ein, als es schien, dass es für Stojanovic nicht weitergehen würde.

Zuerst fällt Strübi aus, dann auch Klinsmann

St.Gallen ist in dieser Saison mit Ausnahme von Musah Nuhu und Nicolas Lüchinger lange vor gravierenden Verletzungen verschont geblieben, ehe es im November den Torhüter Nummer drei Nico Strübi traf. Der 19-Jährige zog sich im Training mit der U21 eine schwere Verletzung im Ellbogen zu, die eine Operation nötig machte. Weil Strübi noch länger ausfällt, bezogen Zeidler und Goalietrainer Stefano Razzetti den zweiten U21-Torhüter Abaz ins Training der ersten Mannschaft mit ein. Abaz, dessen Stammverein der SC Brühl ist, gehört seit dem Sommer dem Schweizer U18-Nationalteam an, für das er bisher einen Einsatz bestritten hat.

Zu Beginn der vergangenen Woche verschärfte sich St.Gallens Situation, weil sich auch die Nummer zwei Jonathan Klinsmann verletzte und bis zur Winterpause ausfällt. Die Frage lautet nun, was auf der Ersatzbank passiert, wenn Stojanovic am Samstag nicht spielen kann. Dann fehlt dem FC St.Gallen auch eine Nummer zwei.

«Verwaltungsmodus, der nicht zu uns passt»

Der Erfolg in Thun war für St.Gallen im 17. Meisterschaftsspiel bereits der 11. Sieg. Allerdings schafften es die Ostschweizer nicht, das Schlusslicht zu dominieren. Das frühe Führungstor habe seinem Team nicht geholfen, so Zeidler. «Es schlich sich ein Verwaltungsmodus ein, der nicht zu uns passt.» Nur, und das dürfe nicht vergessen werden: «Der Gegner kam zu keinen guten Torchancen.»

Ausverkauftes Haus zum Vorrundenabschluss?

Der FC St.Gallen hält weiterhin Schritt mit Leader Young Boys und dem FC Basel. Am Samstag schliesst das Team von Trainer Peter Zeidler die überraschend starke Vorrunde mit dem Heimspiel gegen den FC Zürich ab. Noch immer besteht die Chance, Wintermeister zu werden. Die letzte Partie des Jahres steht unter dem Motto «Winterzauber zum Jubiläumsabschluss». Im zu Ende gehenden Jahr feierte der Club den 140. Geburtstag und wie schon am Jubiläumsspiel im Frühling gegen Luzern kosten auch am Samstag alle Eintrittskarten 18.79 Franken. Ende vergangener Woche waren bereits 14'000 Tickets abgesetzt. (pl)