FCSG-Trainer Peter Zeidler vor der Partie bei den Young Boys: «Wir sind zu einem Effort fähig»

Nach zwei Niederlagen in Folge trifft der FC St.Gallen am Sonntag auswärts auf die Young Boys und seinen früheren Captain Silvan Hefti. Es ist ein Spitzenspiel: Meister gegen Vizemeister, Erster gegen Zweiter. Trotzdem sind die Ostschweizer im Wankdorf nur Aussenseiter.

Patricia Loher
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St.Gallens Trainer Peter Zeidler im Heimspiel gegen Basel.

St.Gallens Trainer Peter Zeidler im Heimspiel gegen Basel.

Claudio Thoma/Freshfocus

Die St.Galler müssen in Bern auf Stürmer Florian Kamberi verzichten, der sich nach einem positiven Coronatest in Isolation befindet. Dem 25-Jährigen gehe es gut, sagt Trainer Peter Zeidler.

Am Freitag liessen sich Spieler und Trainerstab wie schon zu Beginn der Woche erneut testen, die Resultate standen am Freitagabend noch aus. Ebenfalls fehlen werden im Wankdorf die verletzten Lorenzo Gonzalez und Nicolas Lüchinger.

Die Young Boys beeindrucken Zeidler

Obwohl der FC St.Gallen zum Saisonstart dreimal in Folge mit 1:0 gewonnen hat und zwischenzeitlich gar Leader war: Nach dem 0:1 in Lugano und dem 1:3 gegen Basel reist er als Aussenseiter nach Bern.

Die Young Boys bezwangen am Donnerstag in der Europa League CSKA Sofia souverän mit 3:0. Zweifacher Torschütze war der 19-jährige Felix Mambimbi. Die Chancen, europäisch zu überwintern, stehen gut.

Silvan Hefti im Heimspiel gegen CSKA Sofia.

Silvan Hefti im Heimspiel gegen CSKA Sofia.

Urs Lindt / freshfocus

Silvan Hefti, der nach der vergangenen Saison St.Gallen verliess und zu den Young Boys wechselte, hat sich gut eingefügt in der neuen Heimat. Der 23-Jährige ist unbestrittener Stammspieler

In der Super League ist der Meister mit einem Spiel weniger und einem Punkt mehr Leader vor dem FC St.Gallen, der bis anhin als einziges Team alle Partien wie vorgesehen bestreiten konnte. Trainer Zeidler zeigt sich beeindruckt vom Auftritt der Berner in der Europa League:

«Die Young Boys verfügen über einen klaren Plan. Ihre Körpersprache verrät, wie überzeugt sie von sich sind.»

Nur gelte es, nicht in Ehrfurcht zu erstarren. «Wir sind zu einem Effort fähig, allerdings müssen wir dafür einiges besser machen als zuletzt», sagt der Deutsche.

Dass am Freitagmittag nur gerade zwei Medienschaffende an der Pressekonferenz im Kybunpark anwesend sind, wertet Zeidler als ein Zeichen, «dass nicht viele auf uns setzen. Doch das hat auch seinen Reiz.»

Das unvergessene 3:3 vom 23. Februar 2020

In der vergangenen Saison waren Partien zwischen diesen beiden Teams meist ein Spektakel: Unvergessen bleiben – trotz der Punktverluste – das 3:4 im Wankdorf vor fast genau einem Jahr, und, vor allem, das mitreissende 3:3 vom 23. Februar in einer tollen Atmosphäre. Dieses Spiel sei in die Geschichte des FC St.Gallen eingegangen, sagt der Trainer. Und:

«Die Zuschauer fehlen uns total. Das kann man schon einmal so offen sagen. Ich wüsste nicht, wie das Heimspiel gegen Basel vor Publikum ausgegangen wäre. Aber vielleicht sieht die Welt im nächsten Jahr wieder anders aus.»

Noch immer ist der FC St.Gallen seit dem Neubau des Wankdorfstadions in Bern ohne Sieg. Die letzte Begegnung der vergangenen, so spannenden Saison entschieden die Young Boys mit 3:1 für sich.

Nach der Partie in Bern geht die Meisterschaft in die Länderspielpause. Am Donnerstag testet der FC St.Gallen im Kybunpark gegen das Challenge-League-Team aus Aarau. Die Partie findet ohne Zuschauer statt. Am 22. November empfangen die Ostschweizer Aufsteiger Lausanne-Sport mit Trainer Giorgio Contini.